Die Bibel spricht etwa dreimal so viel über die Wiederkunft Jesu wie über Seine erste Ankunft. Wir haben also eine dreimal stärkere Grundlage dafür, dass Jesus wiederkommt. Aber rechnen wir noch damit? Oder sind wir schon eingeschlafen wie die zehn Jungfrauen: «Als nun der Bräutigam auf sich warten liess, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein» (Mt 25,5)?
Jesus selbst stellt die Frage: «… wenn der Menschensohn kommen wird, meinst du, er werde Glauben finden auf Erden?» (Lk 18,8).
Zwei Gegensätze:
- Im Süddeutschen Raum sagte mir ein Gemeindeleiter, dass der Gegenstand der Entrückung in Europa schon fast ein Tabu-Thema geworden ist, worüber man nicht mehr rede. In den 60er- und 70erJahren des vorigen Jahrhunderts sei das noch Gegenstand der Verkündigung gewesen. Im Gegensatz zu heute hätte man sich mit diesem Thema befasst und dafür gebetet.
- Auf einer Konferenz über das prophetische Wort in den USA verkündete ein bekannter amerikanischer Bibellehrer, Dr. Ron Carlson: «Ich rechne noch zu meinen Lebzeiten mit der Wiederkunft Jesu.»
Bei der Aussage von Dr. Carlson war ich zunächst etwas erschrocken und dachte: «Ist das nicht Spekulation?» Aber dann sagte ich mir: «Warum eigentlich? – Der Mann hat doch Recht!»
Wie wir noch sehen werden, rechneten sowohl die Apostel als auch die frühe Gemeinde fest mit der Möglichkeit der Wiederkunft Jesu zu ihren Lebzeiten. Deshalb grüssten sich die Glieder der Gemeinde Jesu in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten mit dem Zuruf: «Maranatha!», «Unser Herr komm!»
Dürfen wir noch zu unseren Lebzeiten mit der Wiederkunft Jesu rechnen? – Was sagt die Bibel dazu? – Handelt es sich dabei um blosse Spekulation oder ist sie eine tragende Notwendigkeit? Was ist schlimmer: Jederzeit damit zu rechnen oder nicht damit zu rechnen?
Die biblische Lehre über die Naherwartung der Wiederkunft Jesu
Petrus schreibt den Gliedern der Gemeinde Jesu, wie sie sich durch «heiligen Wandel und Gottesfurcht auszeichnen sollten»: «… indem ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und ihm entgegeneilt, an welchem die Himmel sich in Glut auflösen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden!» (2.Petr 3,12).
Wir werden nicht bloss dazu aufgerufen, das Kommen des Herrn zu erwarten, sondern Ihm sogar entgegenzueilen. John MacArthur schreibt dazu in einer Anmerkung seiner Studienbibel: «‹Entgegeneilt› bedeutet, ‹eifrig ersehnen›, dass etwas Bestimmtes geschieht.» Wo ist diese Sehnsucht denn noch zu finden? Wie weit sind wir von dieser biblischen Aufforderung bereits abgewichen? Die Situation der Gemeinde kommt mir vor wie ein Schiff, das sich immer weiter vom Leuchtturm und dem Ziel, dem sicheren Hafen, entfernt und sich in den Wellen der Welt verliert. Da sind nur noch ganz Wenige, die auf dem Ausguck stehen und rufen: «Land in Sicht!»
Dr. Robert Fischer schrieb zum Thema «Dein Reich komme!»: «Der Glaube, dass Christus wiederkommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten, ist zu einem verdrängten, ungepredigten und ungeglaubten Glaubensartikel geworden.»1
Ist es dem Feind gelungen, der Gemeinde Jesu die Hoffnung der Wiederkunft Jesu zu rauben? Befindet sich dieses Thema nur noch irgendwo am Rande unserer Gemeinde und nicht mehr im Zentrum? Fragen wir überhaupt noch nach der Wiederkunft Jesu? Gleichen wir hierin mehr dem treuen als dem untreuen Knecht (Lk 12,41-46)?
Wann haben Sie das letzte Mal inständig darum gefleht, dass Jesus bald wiederkommen möge?
Paulus schreibt den Thessalonichern lobend: «Denn sie selbst erzählen von uns, welchen Eingang wir bei euch gefunden haben und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen, und um seinen Sohn aus dem Himmel zu erwarten, den er aus den Toten auferweckt hat, Jesus, der uns errettet vor dem zukünftigen Zorn» (1.Thess 1,9-10). Dazu wieder ein Kommentar von John MacArthur aus seiner Studienbibel: «‹erwarten›: Ein in den Thessalonicherbriefen immer wiederkehrendes Thema. … Diese Abschnitte sprechen vom unmittelbaren Bevorstehen der Erlösung; Paulus meinte, dass dies durchaus während ihres Lebens geschehen könnte.» Die Bibel lehrt uns allzu deutlich die Naherwartung des Herrn.
Die Bibel lehrt nicht, dass der Entrückung noch bestimmte Zeichen und Ereignisse vorausgehen müssten. Deshalb warten wir weder auf die Trübsal noch auf den Antichristen noch auf die Zahl 666. Warum? Weil wir Jesus erwarten. Es gibt keine Liste von Ereignissen, die geschehen müssten, bevor Jesus Seine Gemeinde heimholt. Das hat Jesus nie gelehrt und das haben auch Seine Apostel nie gesagt.
Sobald wir etwas anderes der Wiederkunft Jesu voranstellen, erwarten wir automatisch diese Dinge vorher und erst an zweiter Stelle Jesus. Wen wir aber erwarten sollen, das schreibt Paulus auch dem Titus: «… indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit des grossen Gottes und unseres Retters Jesus Christus» (Tit 2,13).
Wenn Paulus über die bevorstehende Entrückung schreibt, betont er das Wörtlein «wir» ganz besonders: «Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesus mit ihm führen. Denn das sagen wir euch in einem Wort des Herrn: Wir, die wir leben und bis zur Wiederkunft des Herrn übrig bleiben, werden den Entschlafenen nicht zuvorkommen … Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zusammen mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit» (1.Thess 4,14-15.17). Warum schreibt der Apostel in der Wir-Form, obschon er selbst die Entrückung gar nicht erlebt hat? Es gibt mehrere Möglichkeiten:
- a) Paulus hat sich geirrt, weshalb er nicht vom Heiligen Geist inspiriert war, als er das niederschrieb. Das aber ist unmöglich, weil er ja schreibt: «Denn das sagen wir euch in einem Wort des Herrn …»
- b) Der Heilige Geist hat sich geirrt.
- c) Gott hat es Paulus wohl eingegeben, sich später aber anders überlegt. Die Bibel kann sich jedoch nicht selbst widerlegen. Es gibt zwar eine fortlaufende Offenbarung in ihr, aber keine, die sich selbst widerspricht («… die Schrift kann doch nicht gebrochen werden», Joh 10,35).
Es gibt nach meiner Überlegung nur einen Grund, warum der Apostel Paulus, inspiriert durch den Heiligen Geist, immer wieder «wir» schreiben musste: Die Naherwartung sollte aufrechterhalten bleiben; die Entrückung sollte für jede Generation in jeder Zeit aktuell sein, weil sie jeden Augenblick geschehen könnte. Die Wiedergeborenen jeder Generation sollten «wir» sagen können. Niemand weiss den Zeitpunkt der Entrückung, weil Jesus jeden Augenblick wiederkommen kann.
Welchen Raum nimmt die Lehre über die Wiederkunft Jesu in der Bibel ein?
Tim LaHaye schreibt: «Die Bibel ist eine ganze … Bibliothek aus Büchern, von denen ein Drittel prophetische Schriften sind. … Wenn wir die Auseinandersetzung mit der biblischen Prophetie scheuen, weil sie uns zu umstritten, zu schwierig oder zu komplex ist, dann lassen wir fast ein Drittel der gesamten Bibel weg!»2 Und: «Die Rückkehr Christi ist offensichtlich die zweitwichtigste Lehre im gesamten Neuen Testament, denn das einzige Thema, das häufiger erwähnt wird, ist die Erlösung! Sein Kommen wird allein im Neuen Testament 318 Mal erwähnt, und diese Zahl ist höher als die der Kapitel vom Matthäusevangelium bis zur Offenbarung (260)! Ausserdem erwähnen es alle neun Autoren des Neuen Testaments.»3
Paulus war nur drei Wochen in Thessalonich (Apg 17,1-2) aber er erachtete es als äusserst wichtig, die dortigen Gläubigen über die dringliche Erwartung Jesu zu unterrichten. In seinem ersten Brief an diese Gemeinde spricht er sechsmal in fünf Kapiteln sehr ausführlich darüber, unter anderem über die Entrückung. Mindestens dreimal weist er in seinem zweiten Brief auf die dringliche Erwartung Jesu hin. Von insgesamt 47 Versen redet er in 22 Versen über Prophetie, die Zukunft und Wiederkunft Jesu, was fast die Hälfte ist.
Die Botschaft über die Erlösung findet ihren Höhepunkt und glorreichen Abschluss in der Wiederkunft Jesu. Der Apostel Paulus hat im Neuen Testament 13 Briefe verfasst. Darin schreibt er zweimal über das Abendmahl (einmal mit dem Hinweis über das Kommen Jesu) und 13-mal über die Taufe. Aber die Wiederkunft des Herrn erwähnt der Apostel etwa 50-mal. Sollte dieses Thema nicht ein Schwerpunkt innerhalb der Gemeinde Jesu sein und unser Leben beherrschen?
Bei einer Verkündigungsreihe an verschiedenen Orten kam ein junger Mann auf mich zu und fragte, ob unsere Verkündigung über Jesu Wiederkunft, die Prophetie und Israel nicht zu einseitig wäre. Ich antwortete ihm, dass meines Erachtens vielmehr die Nichterwähnung (Unterschlagung) dieses Themas einseitig sei. Wenn ein Drittel der Bibel prophetischen Inhalts ist und wir das als Wertmassstab für die Verkündigung nähmen, sollten wir in jedem dritten Gottesdienst darüber sprechen. Tim LaHaye schreibt: «Die Rückkehr Christi wird in 23 von 27 Büchern des Neuen Testaments direkt oder indirekt erwähnt. Von den vier Büchern, in denen dieses Thema nicht angesprochen wird, sind drei (Philemon, der 2. und 3. Johannesbrief) kurze, persönliche Briefe mit nur einem Kapitel. In nur einem Lehrbrief wird nicht explizit darüber gesprochen (Galater), obwohl im vierten Vers des ersten Kapitels auf dieses Ereignis angespielt wird.»4
In Galater 4,1 lesen wir in Bezug auf Jesus Christus: «… der sich selbst für unsere Sünden gegeben hat, damit er uns herausrette (bzw. entrücke, vgl. Röm 13,11ff.) aus dem gegenwärtigen bösen Weltlauf, nach dem Willen unseres Gottes und Vaters.»
John MacArthur schreibt: «Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass die Tatsache der Wiederkunft Christi eine der Hauptlehren des Christentums darstellt. Es ist das Ende und das Ziel Gottes mit der Erde, und dieser göttliche Höhepunkt wird genauso präzise und sinnvoll sein wie jede andere Offenbarung Gottes. Wer die Hoffnung auf die leibliche Wiederkunft Christi aufgibt, hat in Wirklichkeit das wahre Christentum aufgegeben.»5
Die Zeichen der Zeit beachten
Obwohl keinerlei Zeichen für die bevorstehende Entrückung der Gemeinde notwendig sind, reden die Zeichen der Zeit, die Seiner Wiederkunft in Herrlichkeit vorausgehen, eine so deutliche Sprache, dass wir daran nachhaltig erkennen: Jesus kommt bald!
Der Herr Jesus sagte einst zur Volksmenge: «Ihr Heuchler, das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr beurteilen; wie kommt es aber, dass ihr diese Zeit nicht beurteilt?» (Lk 12,56). Die Christen zu Rom ermahnte Paulus: «… dies tut als solche, die die Zeit erkennen, dass die Stunde schon da ist, dass ihr aus dem Schlaf aufwacht! Denn jetzt ist unsere Rettung (Entrückung) näher, als da wir zum Glauben kamen» (Röm 13,11).
Welches sind die Zeichen der Zeit, die Seinem sichtbaren zweiten Kommen vorausgehen?
Das Zeichen Israel
Wenn schon die Sammlung Israels aus der Nationenwelt die Wiederkunft Jesu in Herrlichkeit ankündigt, wie nahe muss dann die Entrückung sein?
Die Sammlung Israels ist ein Zeichen für die Nationenwelt. In Jesaja 11,12 heisst es: «Und er wird ein Zeichen aufrichten unter den Völkern und zusammenbringen die Verjagten Israels und die Zerstreuten Judas sammeln von den vier Enden der Erde.»
Die Sammlung Israels geschieht vor seiner Errettung. Diesbezüglich lesen wir in 1. Chronika 16,33-35: «Dann sollen alle Bäume des Waldes jubeln vor dem Herrn, denn er kommt, um die Erde zu richten! Dankt dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Gnade währt ewiglich! Und sprecht: Rette uns, o Gott unsres Heils, und sammle uns und errette uns von den Heidenvölkern, dass wir deinem heiligen Namen danken, dass wir uns glücklich preisen, zu deinem Ruhm!» Was gehört zur letztendlichen Errettung Israels? Was geht ihr unmittelbar voraus? Zur Errettung gehört vorgängig die Sammlung der Juden aus allen Ländern; erst dann erfolgt ihre Errettung.
Die Trübsal vor der Wiederkunft: «Tut euch zusammen, sammelt euch, du Volk ohne Scham, ehe der Ratschluss sich erfüllt – wie Spreu verweht, geht der Tag vorüber! –, ehe der grimmige Zorn des Herrn über euch kommt, ehe der Tag des Zornes des Herrn über euch kommt! Sucht den Herrn, alle ihr Demütigen im Land, die ihr sein Recht übt! Sucht Gerechtigkeit, sucht Demut; vielleicht werdet ihr Bergung finden am Tag des Zorns des Herrn!» (Zef 2,1-3). Zuerst sammelt sich ein jüdisches «Volk ohne Scham», das heisst ohne wirklichen geistlichen Inhalt im Land Israel, «ehe der Ratschluss sich erfüllt.»
Was ein «Volk ohne Scham» im jüdischen Land bedeutet, zeigt folgender Bericht: «Ein Artikel in einer Armeebroschüre, in dem die hebräische Bibel als ‹Sammlung von Mythen› bezeichnet wird. … Der Artikel ‹Die Steinzeit› ist Teil einer Broschüre für eine israelische Militärschule. … Die Bibel ist seiner Ansicht nach lediglich eine Sammlung von Mythen. … ‹Der römische Kaiser Titus hat dem Judentum einen grossen Gefallen getan›, schreibt Inbari. ‹Er hat es vom Tempel befreit. Der Tempel an sich stand dem Judentum im Weg. Er steckte ihm im Hals, ohne dass es ihn herunterschlucken oder erbrechen konnte.›»6 In einer anderen Nachricht heisst es, dass der Rabbiner Walther Rothschild in der «Jüdischen Allgemeinen» Judenchristen, die an Jesus als den verheissenen Messias glauben, «traurige Idioten» nennt.7
Nach der Entrückung der Gemeinde Jesu kommt der Tag des Herrn, der Tag des Zorns, die grosse Trübsal über Israel, die auch die «Angst Jakobs» (Jer 30,7) genannt wird.
In dieser Zeit wird ein Überrest zum Glauben kommen und aus dem jüdischen Volk herausgerufen (vgl. Jer 33,7-8).
Zeichen in der Natur
Wir erleben in unseren Tagen eine dramatische Zunahme von Erdbeben, Hurrikans und Regenfluten. Was an Naturereignissen in unserer Welt geschieht, ist nicht zu erklären mit «Umweltverschmutzung» oder «Treibhauseffekt», sondern es handelt sich dabei um die Erfüllung des Wortes Gottes hin zur Wiederkunft Jesu. Unsere Welt wird nicht an Umweltverschmutzung zu leiden haben, sondern am Gericht Gottes. Dazu heisst es im Alten Testament: «Der Herr wird seine majestätische Stimme hören lassen und seinen niederfahrenden Arm sehen lassen, mit Zornesbrausen (Hurrikans) und verzehrenden Feuerflammen, Wolkenbruch, Platzregen und Hagelsteinen» (Jes 30,30). Und: «Des Herrn grosser Tag ist nahe, er ist nahe und eilt sehr. Horch, der bittere Tag des Herrn! Da werden die Starken schreien. Ein Tag des Zorns ist dieser Tag, ein Tag der Trübsal und der Angst, ein Tag des Ruins (bzw. Wetters) und der Zerstörung, (bzw. Ungestüms) ein Tag der Finsternis und des Dunkels, ein Tag des Gewölks und des Wolkendunkels, ein Tag der Posaune und des Kriegsgeschreis gegen die festen Städte und die hohen Zinnen. Da will ich die Menschen ängstigen, dass sie herumtappen wie die Blinden; denn am Herrn haben sie sich versündigt …» (Zef 1,14-17). In zwölf verschiedenen Variationen werden wir durch diese Zeilen vor den Tag des Herrn gestellt, wobei es nicht verwundert, dass die Zahl 12 für Israel steht. Nicht zuletzt wird die Welt im Blick auf Israel gerichtet.
Aus einer fundierten Zeitschrift unter der Überschrift «Wirbelstürme werden heftiger» entnehme ich folgende Fakten: «Insgesamt haben die tropischen Wirbelstürme nicht zugenommen. Doch die Zahl der Hurrikans mit gefährlicher Intensität hat sich verdoppelt. … Der US-Forscher Kerry Emanuel (Massachusetts Institute of Technology, MIT) berechnete, dass die Intensität der Wirbelstürme in den vergangenen drei Jahrzehnten zugenommen hat. … Seine Analyse ergab: Die Energiemenge, die von tropischen Wirbelstürmen im Nordatlantik und Südpazifik freigesetzt wird, hat seit den 1970erJahren deutlich zugenommen. … Emanuels Ergebnisse werden von anderer Seite bestätigt. … In den 1970erJahren hatten damals durchschnittlich elf Hurrikans die höchsten Stufen vier und fünf. Seit 1990 wird diese Kategorie dagegen 18 Mal im Jahr erreicht. … Das Sturmaufkommen – auch die Beobachtung ihrer wachsenden Intensität – gleicht damit den Erdbeben-Ereignissen. Auch sie verlaufen wellenartig und anders gesagt – wehenartig, das heisst stärker und häufiger werdend und dann wieder nachlassend, doch in ständig kürzeren Abständen und in heftigeren Ausschlägen. … Daniela Jacob leitet im Max-Planck-Insitut für Meteorologie (Hamburg) den Bereich ‹regionale Klimamodellierung›. Ihr Fazit: ‹Es gibt eine Intensivierung von Starkregenfällen.› … Inzwischen ist man sich weitgehend einig, dass sich die Extremereignisse weltweit häufen. War das in diesem Jahr an Naturkatastrophen Erlebte erst der Anfang?»8
Denken wir auch an die Gefahr der Vogelgrippe oder andere drohende Epidemien. Führen wir uns einmal folgenden Bericht zu Gemüte: «Die Weltgesundheitsorganisation hält eine verheerende Vogelgrippe-Pandemie für unsausweichlich. … Die Experten schätzen, dass innerhalb weniger Wochen etwa 30 Millionen Grippekranke in Krankenhäusern behandelt werden müssen. Die Kosten einer solchen Weltgrippe wären gigantisch und würden wohl eine ‹globale Wirtschaftskatastrophe› nach sich ziehen, meint Michael Osterholm von der Universität von Minnesota (USA). … Doch viele Abendländer nehmen die Bedrohung nur am Rande zur Kenntnis, da sie bisher noch nicht im grösseren Stil betroffen sind. Dabei sitzt der Westen auf einer Art Seuchenbombe, die jeden Moment hochgehen kann …»9 Woher kommt das alles? Was ist da nur los? In Seiner Ölbergrede sagt der Herr Jesus: «Denn ein Heidenvolk wird sich gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden hier und dort Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben geschehen. Dies alles ist der Anfang der Wehen» (Mt 24,7-8; vgl. auch Offb 6,10; 9,20-21).
Zeichen der Gesellschaft
In welchem Licht müssen wir die Krawalle in Frankreich und anderen Ländern betrachten? Oder folgende Zeitungsmeldung: «In den USA hat der 18-jährige David Ludwig die Eltern seiner Freundin erschossen. Die Polizei von Pennsylvania fahndete im gesamten Osten des Landes nach dem jungen Paar. Sie konnte den Jugendlichen schliesslich in Indiana verhaften. – Vor der Tat hatte es mit den Eltern der 14-jährigen Kara Beth Borden offenbar Streit über ein Ausgehverbot gegeben. Darauf zückte David Ludwig eine Waffe, schoss auf Karas Eltern und entführte seine Freundin. Die Schwester von Kara konnte noch ins Badezimmer flüchten.»10? Der Apostel Paulus wies auf diese Zeit hin, als er Timotheus schrieb: «Das aber sollst du wissen, dass in den letzten Tagen schlimme Zeiten eintreten werden. Denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldgierig, prahlerisch, überheblich, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, gewalttätig, dem Guten feind, Verräter, leichtsinnig, aufgeblasen; sie lieben das Vergnügen mehr als Gott» (2.Tim 3,1-4).
Was uns erwartet
Den an Jesus Christus gläubigen Menschen erwartet Herrliches, wenn der Herr wiederkommt. Deshalb schreibt Paulus: «Ich will euch aber, Brüder, nicht in Unwissenheit lassen über die Entschlafenen, damit ihr nicht traurig seid wie die anderen, die keine Hoffnung haben. … So tröstet nun einander mit diesen Worten!» (1.Thess 4,13.18). So herrlich es ist, zu denen zu gehören, zu denen Paulus in Bezug auf die Entrückung spricht: «… indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit des grossen Gottes und unseres Retters Jesus Christus» (Tit 2,13) – so schrecklich wird es für alle Ungläubigen sein: «… damit ihr nicht traurig seid wie die anderen, die keine Hoffnung haben.» Die einen haben Gewissheit und Trost, die anderen gehen in Hoffnungslosigkeit unter. Oder anders gesagt: Die einen haben eine endlose Hoffnung, die anderen ein hoffnungsloses Ende.
Zu welcher Gruppe gehören Sie?
Der Philosoph Gassendi drückte es so aus: «Ich wurde geboren, ohne zu wissen, warum. Ich habe gelebt, ohne zu wissen, wie. Und ich sterbe und weiss weder warum noch wie!» Das kann es doch nicht sein!
Auf dem Sterbebett bekannte ein erfolgreicher Mann: «Ich habe umsonst gelebt. Was soll ich Gott sagen, wenn ich Ihm begegne?»
Der Schriftsteller Alban Stolz meinte: «Den meisten Menschen sollte man aufs Grab schreiben: ‹Hier ruht ein törichter Mensch, der nicht wusste, warum er gelebt hat.›»
Wissen Sie denn, warum Sie leben?
Wir werden dort sein, wo Jesus ist
Der Herr Jesus will, dass jeder wiedergeborene Christ einmal da ist, wo Er auch ist. In Seinem Hohepriesterlichen Gebet hat Er es so ausgedrückt: «Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast …» Warum? «… damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast» (Joh 17,24). Das hat Er den Seinen auch an anderer Stelle fest versprochen: «… wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin» (Joh 14,3).
Wir werden nicht irgendwo im Himmel sein, sondern im Wohnzimmer Gottes, wo Jesus ist, der Schöpfer aller Dinge. David besingt diesen Ort so: «Pracht und Majestät sind vor seinem Angesicht, Stärke und Freude ist in seiner Wohnstätte» (1.Chr 16,27).
Wir werden den Herrn Jesus bewundern
Im zweiten Thessalonicherbrief lesen wir: «… bei der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel her mit den Engeln seiner Macht, in flammendem Feuer, wenn er Vergeltung üben wird an denen, die Gott nicht anerkennen, und an denen, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus nicht gehorsam sind. Diese werden Strafe erleiden, ewiges Verderben, vom Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Kraft, an jenem Tag, wenn Er kommen wird, um verherrlicht zu werden in seinen Heiligen und bewundert in denen, die glauben – denn unser Zeugnis hat bei euch Glauben gefunden» (2.Thess 1,7-10).
Wer Gott und Sein Wort in seinem Leben nicht anerkennt, Ihn ausklammert und dem Evangelium Jesu gegenüber verschlossen bleibt, «nicht gehorsam» ist, wird ewig verloren gehen. Jeder Mensch aber, der Ihm geglaubt und sein Leben in Heiligung auf Jesus ausgerichtet hat, wird Jesus bewundern.
Johannes sagt: «… wir werden ihn sehen, wie er ist» (1.Joh 3,2). Wenn wir unseren Erlöser und Herrn sehen, wird das unsere ganze Vorstellungskraft bei weitem übersteigen und uns in eine atemberaubende Dimension führen, die wir uns nicht in den kühnsten Phantasien hätten ausmalen können. Doch anschliessend an diese herrliche Hoffnung fügt Johannes ernüchternd hinzu: «… jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich, gleichwie auch er rein ist» (1.Joh 3,3). Vier Verse vorher fordert er auf: «Und nun, Kinder, bleibt in ihm, damit wir Freimütigkeit haben, wenn er erscheint, und uns nicht schämen müssen vor ihm bei seiner Wiederkunft» (1.Joh 2,28). Die lebendige Erwartung der Wiederkunft Jesu spornt zur Hingabe und zum Aufgeben an: zur Hingabe an Jesus und zum Aufgeben von allem, was Ihm feind ist und dessen wir uns schämen müssten.
Wir werden unsere gläubigen Verwandten und Bekannten wiedersehen
Paulus schreibt über die Entrückung: «… die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zusammen mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft» (1.Thess 4,16-17). Das heisst, dass es zu einem herrlichen Wiedersehen mit unseren gläubigen Verwandten und Bekannten kommen wird. Darin besteht der Trost am Sterbebett oder am Grab eines Menschen, der ein Eigentum Jesu ist.
Wir werden mit Jesus zurückkommen
«Von diesen hat aber auch Henoch, der siebte nach Adam, geweissagt, indem er sprach: ‹Siehe, der Herr ist gekommen mit seinen heiligen Zehntausenden …›» (Jud 14; vgl. Kol 3,3-4; 1.Thess 3,13; 2.Thess 1,7). Im Hohelied, das prophetisch auf Christus und Seine Brautgemeinde hinweist, lesen wir von ihr: «Wer ist sie, die hervorglänzt wie das Morgenrot, schön wie der Mond, klar wie die Sonne, furchtgebietend wie Heerscharen mit Kriegsbannern?» (Hld 6,10). Kurz vor der Morgenröte geht der Morgenstern auf. Zuerst kommt Jesus als der helle Morgenstern für Seine Gemeinde (2.Petr 1,19; Offb 22,16). Danach kehrt der Herr mit Seiner Gemeinde zurück zur Zeit der Morgenröte, zum Anbruch eines neuen Tages.
Sollten wir Seine Erscheinung nicht lieb haben? Paulus schreibt: «Von nun an liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag zuerkennen wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb gewonnen haben» (2.Tim 4,8). Die Braut im Hohelied ist uns dafür ein Beispiel: «Da ist die Stimme meines Geliebten! Siehe, er kommt!» (Hld 2,8).
Im Gegensatz dazu heisst es: «Wenn jemand den Herrn Jesus Christus nicht liebt, der sei verflucht! Maranatha!» (1.Kor 16,22).
Wollen Sie nicht von jetzt an dafür beten, dass Jesus bald zurückkommt?