Der Tag des Herrn wird kommen – Teil 4 Mo. 20. August 2018

Mo. 20. August 2018

Der Tag des Herrn wird kommen! Den genauen Zeitpunkt wissen wir zwar nicht, aber es scheinen vorher noch gewisse Ereignisse in Erfüllung gehen zu müssen, bevor er kommen kann. Die folgenden Ausführungen sollen dazu dienen, erkennen zu können, wo wir heute in etwa angelangt sind.

«Er hatte Schaf- und Rinderherden und eine grosse Dienerschaft. Darum beneideten ihn die Philister. Alle Brunnen aber, die die Knechte seines Vaters zu Abrahams, seines Vaters Zeiten gegraben hatten, hatten die Philister verstopft und mit loser Erde gefüllt. Und Abimelech sprach zu Isaak: Geh fort von uns; denn du bist uns viel zu mächtig geworden! Da zog Isaak fort und lagerte sich im Tal Gerar und wohnte dort» (1.Mo 26,14-17). Die Philister wurden neidisch auf Isaak. Daraufhin machten sie ihm das Land streitig, nahmen ihm die Brunnen weg und engten seine Grenzen ein.

Das ist es, was die Palästinenser auch heute tun. Sie stellen sich dem jüdischen Volk in den Weg, machen ihm das Land streitig und engen es in seinen Grenzen ein. Und so wie es damals in verschiedenen Zeitabständen geschah, so geschieht es heute wieder. Denken wir nur an den Gazastreifen, an Hebron, Jericho, Bethlehem, an den Palästinenserstaat und an Jerusalem. Und Israel kann sich kaum wehren und gibt immer ein Stück mehr Land ab, genauso wie es auch Isaak tat. Warum? Weil Israel noch nicht zur eigentlichen Begegnung mit dem Herrn gefunden hat.

Damals verlor auch Isaak immer neue Gebiete, weil die eigentliche Begegnung mit dem Herrn für ihn noch ausstand. Es heisst weiter: «Isaak liess die Wasserbrunnen aufgraben, die sie zu Zeiten seines Vaters Abraham gegraben hatten, und die die Philister nach dem Tod Abrahams verstopft hatten, und er nannte sie mit denselben Namen, mit denen sein Vater sie benannt hatte. Auch gruben Isaaks Knechte im Tal und fanden dort einen Brunnen lebendigen Wassers. Aber die Hirten von Gerar stritten sich mit den Hirten Isaaks und sprachen: Das Wasser gehört uns! Da nannte er den Brunnen Esek, weil sie sich dort mit ihm gestritten hatten. Da gruben sie einen weiteren Brunnen, um den stritten sie auch; darum nannte er ihn Sithna» (V 18-21).

Die Philister wollten immer mehr und bekamen auch immer mehr. Isaak gab hilflos einen Brunnen nach dem anderen auf, das heisst ein Stück Land nach dem anderen. Stück für Stück wurde ihm streitig gemacht. Das ist ein Spiegelbild der heutigen Situation Israels und hochaktuell.

In Israel hat man Angst vor weiteren Kriegen. Man spricht von einer steigenden Kriegsgefahr im Nahen Osten. Sollte der palästinensische Staat nicht zustande kommen, ist mit schweren Auseinandersetzungen und Gewalttätigkeiten zu rechnen. Ob Israel da nicht zu weiteren Kompromissen bereit sein wird, zumal die USA und die EU sehr darauf drängen?

Israel wird in die Enge getrieben, allenfalls so lange, bis es zu einem Scheinfrieden kommt und Jerusalem vielleicht sogar internationalisiert wird. Das könnte prophetisch in 1.Mose 26,22 angedeutet sein: «Da brach er von dort auf und grub einen weiteren Brunnen; um den stritten sie sich nicht, darum nannte er ihn Rechobot und sprach: Nun hat uns der HERR einen weiten Raum gemacht, damit wir fruchtbar sein können im Land!» Das war aber noch nicht das, was der Herr letztendlich wollte. Isaak gab sich da mit wenig zufrieden, und es war lediglich ein bröckelnder Friedenskompromiss. Das Entscheidende fehlte ihm noch. Dass es tatsächlich noch nicht das Endziel war, wird uns in der Tatsache veranschaulicht, dass Isaak auch dort noch nicht zur Ruhe kam und nach Beerscheba weiterzog: «Von dort zog er hinauf nach Beerscheba» (V 23).

Israel wird auch in naher Zukunft zu Kompromissen bereit sein und sich mit wenig zufrieden geben, nur damit einigermassen Frieden herrscht. Zur Ruhe aber werden sie nicht kommen. Wir wissen aus dem prophetischen Wort, das Israel weiter in Unruhe bleiben wird und dieses Volk mitten im Scheinfrieden von einem plötzlichen Verderben überfallen werden wird: «Denn ihr wisst ja genau, dass der Tag des Herrn so kommen wird wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sie nämlich sagen werden: ‹Friede und Sicherheit›, dann wird sie das Verderben plötzlich überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entfliehen» (1.Thess 5,2-3).

Obwohl Isaak Land abgab, hatte er doch keinen Frieden. Das Ganze zeigt uns, wie nahe der «Tag des Herrn» für Israel ist. Die Wiederkunft Jesu Christi steht bevor, und Israel wird solange nichts tun können, bis der Herr diesem Volk selbst erscheint. Aber der «Tag des Herrn» wird kommen, so wie er für Isaak gekommen ist.

Norbert Lieth