Was Christen von Ameisen lernen können – Teil 1 Do. 11. Oktober 2018

Do. 11. Oktober 2018

In Sprüche 6,6 steht das denkwürdige Wort: «Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh ihre Wege an und werde weise!»
Die Bibel ist uns durch den Schöpfer aller Dinge gegeben. In ihr steht kein überflüssiges oder sinnloses Wort. Sollte es deshalb möglich sein, dass wir von Ameisen lernen können?

Der Spiegel schrieb 2003 über Ameisen: «Rätselhaft erschien Forschern bisher das Verhalten von Treiberameisen, die von der Pheromon-Spur ihres Volkes getrennt werden. Statt sich auf die Suche nach der verlorenen Duftmarkierung zu begeben, organisieren sich die isolierten Tiere und laufen hintereinander so lange im Kreis, bis sie erschöpft sterben. Der tödliche Rundenlauf ist offenbar der Preis für eine höchst erfolgreiche Überlebensstrategie, so die These von Frédéric Delsuc, Wissenschaftler an der Universität im neuseeländischen Palmerston North: Erst die Jagd in einer Gruppe ermögliche es den Treiberameisen, auch grössere Beutestücke zu überwältigen und zu transportieren. Die Evolution habe die Tiere deshalb schon vor mehr als hundert Millionen Jahren ins Kollektiv gezwungen – und dafür gesorgt, dass sich jede einzelne Treiberameise bedingungslos am Verhalten ihrer Artgenossen orientiert. Solange die Pheromon-Spur intakt ist, die den Tieren Aufgabe und Richtung übermittelt, funktioniert die Gruppendynamik. Fallen die wegweisenden Botenstoffe dagegen weg, wird der evolutionäre Überlebenstrick zur Falle: Die Ameisen suchen sich einen Vordermann und laufen diesem einfach nach, bis sie sterben.»

Nicht die Evolution hat das Volk der Treiberameisen dazu geschaffen, sich im Kollektiv zu bewegen und sich bedingungslos am Verhalten der Artgenossen zu orientieren, sondern Gott der Schöpfer. Und das sicher nicht ohne Grund, denn Der, welcher gesagt hat: «Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh an ihr Tun und lerne von ihr!» hat in diesem kleinen Wesen ein Beispiel für die Gemeinde gesetzt. Was den Forschern rätselhaft erscheint, ist ein Lehrbeispiel Gottes für die Christenheit.

Was können wir von der Ameise lernen?

1. Die Gemeinde Jesu braucht Gemeinschaft. Sich von der Gemeinde isolierende Christen, die die Gemeinschaft verlassen und eigene Wege gehen, drehen sich oft nur noch um sich selbst. Sie laufen gleichsam im Kreis, sterben nicht selten geistlich ab, degenerieren, verfallen Irrlehren oder Sekten, werden Sonderlinge und kümmern geistlich vor sich hin.
Jeder einzelne Christ ist als Glied der Gemeinde in sie hineingeboren und benötigt deshalb unbedingt die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen. Diese Gemeinschaft dient zur gegenseitigen Erbauung und geistlichen Lebenserhaltung. Über die erste Gemeinde heisst es daher nicht ohne Grund: «Die nun sein Wort aufnahmen, liessen sich taufen; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan. Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten» (Apg 2,41-42). Über der Endzeitgemeinde steht die Mahnung: «… lasst uns aufeinander Acht haben, um uns zur Liebe und zu guten Werken anzureizen, indem wir unser Zusammenkommen nicht versäumen, wie es bei einigen Sitte ist, sondern einander ermuntern, und das umso mehr, je mehr ihr den Tag herannahen seht!» (Hebr 10,24-25).

2. Gemeinschaft gehört zur Überlebensstrategie. In der Gemeinde Jesu brauchen wir einander, um in einer vom Tod umgebenen Welt überleben zu können. Auf unserer Erde wird es mit zunehmender Endzeit dunkler und damit auch kälter; hier müssen wir als wahre Christen zusammenrücken. Wo man sich von den Grundfesten der Gemeinde löst und sich der Welt anpasst, kann man nicht überleben, da wird man von der Welt verschlungen. Das gilt sowohl dem Einzelnen als auch lokalen Gemeinden. Darum finden wir im ersten Petrusbrief folgende Anweisungen: «Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. Seid nun besonnen und seid nüchtern zum Gebet! Vor allen Dingen aber habt untereinander eine anhaltende Liebe! Denn die Liebe bedeckt eine Menge von Sünden. Seid gastfrei gegeneinander ohne Murren! Wie jeder eine Gnadengabe empfangen hat, so dient damit einander als gute Verwalter der verschiedenartigen Gnade Gottes!» (1.Petr 4,7-10).

3. Gemeinsam sind wir stark. Bei den Treiberameisen ist es die Jagd in einer Gruppe, die sie befähigt, auch grössere Beutestücke zu überwältigen und zu transportieren. Innerhalb der Gemeinde Jesu ist es die Einheit, durch die wir geistliche Siege erringen. Durch Gebetsgemeinschaft können wir manches bewegen. Lasten können gemeinsam besser getragen, Projekte besser angepackt, evangelistische Einsätze besser durchgeführt und Menschen besser gewonnen werden für das Reich Christi. Hierzu möchten wir einige Bibelverse sprechen lassen:
«Diese alle waren stets beieinander einmütig im Gebet samt den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern» (Apg 1,14).
«… sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden» (Apg 2,46-47).
«Einer trage des anderen Lasten, und so werdet ihr das Gesetz des Christus erfüllen» (Gal 6,2).
«So erfüllt meine Freude, dass ihr dieselbe Gesinnung und dieselbe Liebe habt, einmütig, eines Sinnes seid, nichts aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht tut, sondern dass in der Demut einer den anderen höher achtet als sich selbst; ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern ein jeder auch auf das der anderen! Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war» (Phil 2,2-5).

Norbert Lieth