Von geretteten «Schafen» Fr. 17. April 2020

Fr. 17. April 2020

Jesus Christus hat am Kreuz ein so vollkommenes Erlösungswerk vollbracht, dass es uns Menschen nicht mehr kostet, als es im Glauben anzunehmen.

Von Norbert Lieth

Das vorletzte Wort des Herrn, als Er am Kreuz hing und unsere Sünden trug, war dieses: «Es ist vollbracht!» (Joh 19,30). Im Griechischen handelt es sich dabei lediglich um das eine Wort tetelestai, das den Sinn von «vollständig bezahlt» hat. Vor einigen Jahren förderten Archäologen so etwas wie ein Steuerbüro ans Tageslicht, wobei sie auch auf einen Stapel Rechnungen stiessen. Quer auf jeder dieser Rechnungen stand das Wort tetelestai, was so viel wie «vollständig bezahlt» oder eben «Es ist vollbracht!» bedeutet.
Das von Jesus Christus am Kreuz triumphierende «Es ist vollbracht!» bedeutet also, dass die Strafe, die für Sünden bezahlt werden musste, durch Sein Sterben vollständig beglichen wurde. Die unzähligen Opfertiere der vorangegangenen Jahrhunderte waren so etwas wie Ratenzahlungen, die wohl nicht einmal die aufgelaufenen Zinsen decken konnten. Aber der Herr Jesus ging freiwillig ans Kreuz, um unsere Schuld endgültig zu bezahlen (aus Arnold Fruchtenbaums Buch «Das Leben des Messias», S. 134/135).
Jesus hat uns den Weg zu Gott geöffnet. Er hat für uns bezahlt, sodass wir freien Eintritt in den Himmel bekommen. Das ist der Vorrang der Christen gegenüber den Anhängern anderer Religionen! Der Mensch muss sich nicht durch gute Werke, selbst auferlegte Pflichten oder eigene Anstrengungen den Himmel verdienen. Nein, durch die gläubige Annahme der Wahrheit von Jesu Sterben am Kreuz und Seiner anschliessenden Auferstehung aus den Toten erhält jeder Mensch ewigen Zugang zur Herrlichkeit Gottes. Jesus hat das Schwerste vollbracht, damit es für uns ganz einfach wird! Er hat alles bezahlt, damit wir freien Eintritt haben!

So einfach und so klar
Eine 92-jährige Frau bezeugte einst: «Ich bin in einer intakten, katholischen Familie mit vier Geschwistern aufgewachsen und habe viel Geborgenheit erlebt. Wir haben gebetet und ich ging mit meinen Eltern sonntags zur Kirche.
Mit 74 Jahren besuchte ich ein Glaubensseminar der IVCG (Internationale Vereinigung Christlicher Geschäftsleute). Im Verlauf dieses Seminars wurde ein Bild an die Wand geworfen, welches einen grünen Strich als Symbol für die Erde und eine blaue Linie darüber als Symbol für den Himmel zeigte. In der Mitte stand das Kreuz Christi und hatte Berührung mit den beiden Linien. Die Erklärung lautete: Auf der Erde wohnen wir und in den Himmel wollen wir. Aber nur über das Kreuz kommen wir in den Himmel in die Ewigkeit. Daran habe ich erkannt, dass ich Jesus Christus brauche, den Weg übers Kreuz, um vor Gott zu bestehen. Im Gebet habe ich Ihm mein Leben anvertraut.
Jesus Christus hat den Kreuzestod auch für mich erlitten. Für meine ganz persönliche Schuld ist Sein teures Blut geflossen. Er ist mein Herr und Erlöser. Ich begründe meine Heilsgewissheit mit dem Wort Jesu: ‹Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen› (Joh 5,24). – Ich weiss also, dass ich Jesus Christus gehöre. Ich kann ohne die Bibel nicht mehr sein. Sie bedeutet mir alles. Sie gibt mir Gewissheit. Gottes Wort spricht mich an.
Ich muss immer daran denken, dass es eine höhere Instanz gibt, die das letzte Wort in meinem Leben hat. Jeden Tag denke ich ohne Angst an die letzte Stunde. Ich weiss, wohin ich gehe, und danke meinem Herrn für den Platz in Seiner Herde. Ich bin dankbar für jeden neuen Tag und erbitte vom Herrn Seine Gnade. Abends danke ich für den vergangenen Tag und bitte um eine gute Nacht.»
Ist das nicht wunderbar? Es ist so einfach und doch so klar: Jesus ist wahr!

Zwei Minuten vor der Vollnarkose
Eine andere Frau teilte uns mit, dass sie, als sie noch nicht an Jesus gläubig war, eine schwere Herzoperation vor sich hatte. Auf dem OP-Tisch liegend hörte sie den Arzt zu jemand sagen, dass die Chancen für sie sehr schlecht stünden. In dem Moment bekam sie grosse Angst und betete zwei Minuten vor der Narkose zu Jesus, Er möge ihre Seele retten. Der Arzt bekam das Gebet mit und sagte noch abfällig: «Jetzt betet die auch noch.» Sie hatte das Gebet kaum zu Ende gebetet, da wirkte auch schon die Narkose. Die Operation gelang und als sie aus der Narkose aufwachte, war sie ein wiedergeborener Mensch. Von diesem Tag an wusste sie ganz gewiss, dass sie auf ewig gerettet war.

Das kaputte Radio
Auf einer meiner Reisen erzählte mir eine Frau, dass sie erst recht spät zu Jesus gefunden habe, in einem Alter, als ihre Kinder bereits erwachsen waren. Dieser Umstand machte es nicht gerade leicht, ihre Familienangehörigen von der Wahrheit in Jesus zu überzeugen. Viele Jahre hatte sie die Kinder anders erzogen und auch anders gelehrt. Und nun sollte alles falsch gewesen sein und das Neue, an das die Mutter jetzt glaubte, sollte richtig sein? Doch eines Tages fand auch eine Tochter durch das Lesen einer christlichen Zeitschrift zum lebendigen Glauben an Jesus. Sie stand kurz vor der Heirat. Ihr Bräutigam hatte keine Beziehung zu Gott. Ihr Zukünftiger sollte ihr das Versprechen geben, ihre gemeinsamen Kinder christlich erziehen und regelmässig in die Gottesdienste gehen zu dürfen; andernfalls wolle sie ihn lieber nicht heiraten. Er willigte ein und hielt sich an dieses Versprechen. Doch er selbst wollte vom Christentum nichts wissen. Eines Tages ging das Autoradio in seinem Fahrzeug kaputt; nur der Kassettenrekorder war noch intakt. Darauf angesprochen, machte ihm seine Ehefrau den Vorschlag, doch eine gute Kassette zu hören. Er winkte ab mit dem Argument, sie wolle ihn ja nur bekehren. Da der Weg zur Arbeit jeweils eine Dreiviertelstunde dauerte, nahm er schliesslich doch eine Kassette mit, es handelte sich um eine biblische Botschaft. Als er nach Hause kam, sagte er seiner Frau: «Wenn dieser Mann recht hat, läuft mein Leben verkehrt.» Er bekehrte sich zu Jesus und ist heute ein engagierter Christ.

«Soll er doch verrecken!»
Ein Bekannter von mir erzählte die Geschichte eines seiner Freunde. Dieser ist Holländer und war ein hoffnungsloser Trinker. Als er eines Tages wieder völlig betrunken im Strassengraben lag, kam, wie schon so oft zuvor, der Krankenwagen. Als die Sanitäter ihn sahen und erkannten, meinte einer: «Ach, schon wieder der. Den lassen wir am besten liegen. Soll er doch verrecken!» Der Mann, so betrunken er auch war, bekam das doch mit; und auf einmal wurde ihm schlagartig bewusst: «Das bin ich den Menschen noch wert, zu verrecken; mehr Wert hat mein Leben nicht mehr?» Das war jedoch für ihn der Anstoss, sich mit der Bibel zu beschäftigen, Busse zu tun und Jesus sein Leben zu übergeben. Heute ist auch er ein engagierter und zudem befreiter Christ.

Der Nachtwächter
Ernst Kraft ist einer unserer Missionare in Brasilien. Er leitet zusammen mit seiner Frau Elvira eine Druckerei in São Paulo. Sie haben drei Kinder. Vor Ort stellen er und die Mitarbeiter bis zu 90 Millionen Traktate im Jahr her. Hinzu kommen Broschüren und Bibelkurse. Missionar Ernst Kraft berichtete uns folgendes Erlebnis: «1992 kamen wir mit manchen Ängsten und Bedenken nach São Paulo, in eine 18-Millionen-Stadt, die für ihren dichten Verkehr und ihre hohe Kriminalitätsrate bekannt ist. Aber unser Ziel war in erster Linie, das Wort Gottes auszusäen, und dafür eignet sich São Paulo sehr gut.
Eines Tages wurden wir von Glaubensgeschwistern aus unserer Gemeinde eingeladen, mit ihnen über Weihnachten und Neujahr in den Süden zu fahren, in eine Gegend, in der wir vormals viele Jahre als Missionare gearbeitet hatten. Doch ich konnte persönlich kein frohes Ja zu dieser Einladung finden. So beschlossen wir, dass Elvira mit den Kindern mitreisen sollte. Ich selber blieb in São Paulo und erledigte die anfallenden Arbeiten im Büro usw. Eines Abends nahm ich in einem nahen Restaurant einen kleinen Imbiss zu mir. Nachdem ich an der Kasse bezahlt hatte, gab ich der Kassiererin ein Traktat und verabschiedete mich. Sie liess es unbeachtet an der Kasse liegen.
Nach Mitternacht schreckte mich plötzlich das Klingeln des Telefons auf. Zuerst dachte ich bekümmert, ob meiner Familie auf der Reise wohl etwas zugestossen sei. Doch eine Männerstimme sagte mir: «Ich habe hier im Restaurant ein Traktat gefunden und es inzwischen bereits zehnmal gelesen. Es ist so, als wäre es speziell für mich geschrieben.» Bei dem Mann handelte es sich um einen Nachtwächter, der in jenem Restaurant arbeitete und das liegen gelassene Traktat an der Kasse gefunden hatte. Ich erklärte ihm am Telefon, wie wichtig es sei, Jesus in sein Leben aufzunehmen. Tags darauf besuchte ich ihn. Dann lud ich ihn zu mir nach Hause ein, um mich mit ihm noch ausführlicher unterhalten zu können. Er nahm die Einladung an. Nach einem seelsorgerlichen Gespräch nahm er Jesus als seinen Herrn und Heiland an.
Ein liegen gelassenes Traktat war der Anfang dieses Wunders. Wir nahmen den nun gläubigen Mann in unsere Gemeinde mit. Doch bald darauf wurde er in einen anderen Stadtteil versetzt, ungefähr 40 km von uns entfernt. Elvira gab ihm die Adresse einer Gemeinde, die ganz in der Nähe seines jetzigen Arbeitsortes liegt. Dort liess er sich taufen. Heute steht er fest im Glauben und dient in dieser Gemeinde als Ältester. Die Bibel ruft uns auf: «Erkennet doch, dass der Herr seine Heiligen wunderbar führt» (Ps 4,4), und sie warnt uns, die kleinen Anfänge nicht zu verachten (vgl. Sach 4,10).
Diese Begebenheit hatte uns am Anfang unserer Traktataussaat sehr ermutigt. Und dieser Tage las ich einen alten Rundbrief aus dem Jahr 1996, wo wir unseren Freunden mitteilten, dass wir jährlich 8,1 Millionen Traktate herstellen und verbreiten.
Im Jahr 2007 durften wir in Brasilien zum ersten Mal über 100 Millionen Traktate aussäen. Wenn wir all diese Traktate nebeneinander legen würden, dann ergäbe das eine Strecke von 15 000 km. Wie viele Menschen durch diese kleinen Schriften einen Anfang mit Jesus gemacht haben, bleibt uns heute noch verborgen. Aber eines wissen wir: Gottes Wort wird nicht leer zurückkommen (Jes 55,10-11). Das hat der Herr getan und Ihm allein wollen wir danken und die Ehre geben: «Nicht uns, o HERR, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre um deiner Gnade und Treue willen!» (Ps 115,1).