Warum wir heilig leben sollen

Fr. 29. Januar 2021

Die Bibel hebt die Heiligkeit Gottes oftmals hervor, ebenso Seinen Wunsch, dass Sein Volk Israel oder Seine Gemeinde heilig seien. Heilig sein bedeutet, für Gott abgesondert zu sein. Eine Darlegung.

Das, wonach Gott sich sehnt, ist auch demjenigen ein Herzensanliegen, der die Heiligung sucht, und das, was Gott verabscheut, ist auch ihm ein Gräuel. Diese völlige Identifikation mit dem Willen Gottes wird uns in 1. Petrus 1,14–16 aufs Beste beschrieben: «Als gehorsame Kinder passt euch nicht den Begierden an, denen ihr früher in eurer Unwissenheit dientet, sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben: ‹Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig!›» Gott lässt keine Grauzonen zu. Er will uns ganz! Die Argumentation ist einfach, aber kategorisch: «Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig!»

Die Konsequenzen eines Wandels ausserhalb des Weges der Heiligung sind nie gut: «Wer in Lauterkeit wandelt, der wandelt sicher, wer aber krumme Wege geht, der wird ertappt werden» (Spr 10,9). Im ersten Psalm wird uns über das Ende derer gesagt, die auf dem Weg der Sünde gehen: «Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht» (Ps 1,4). Aber derjenige, der in der Heiligung lebt, hat die Zustimmung Gottes.

In der Offenbarung werden von der Gemeinde zu Sardes viele Fehler aufgezählt. Aber trotzdem gab es auch in dieser Gemeinde solche, die in der Heiligung wandelten: «Doch du hast einige wenige Namen auch in Sardes, die ihre Kleider nicht befleckt haben; und sie werden mit mir wandeln in weissen Kleidern, denn sie sind es wert» (Offb 3,4).

Mit der Taufe bezeugt der wiedergeborene Christ seinen Willen, in Heiligkeit zu leben: «Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln» (Röm 6,4).

Natürlich ist es ein täglicher Kampf. Es wird auch nie einfach sein. Wir können es uns jedoch sehr erleichtern oder aber auch sehr erschweren, wie folgendes Beispiel zeigt.

In Deutschland durchtrennten einige Jungs zwei der altbekannten VW-Käfer in der Mitte und schweissten dann die beiden hinteren Teile, in denen sich die Motoren befinden, zusammen. So standen sich die zwei Hinterteile gegenüber. Danach schrieben sie mit Farbe darüber: «Wir gehen nirgendwohin.»

Nehmen wir einmal an, zwei gleiche Motoren stünden sich im ersten Gang gegenüber. Da sie gleich stark sind, aber in entgegengesetzte Richtungen ziehen, würden sie sich nicht vom Fleck bewegen. Dazu könnte man keinen von beiden ausschalten. Wie kann man sie nun dazu bringen, sich fortzubewegen? Denken Sie darüber nach, bevor Sie weiterlesen.

Die Antwort ist einfach. Wir haben zwei gleich starke entgegengesetzte Kräfte, die sich nach einem physikalischen Gesetz gegenseitig aufheben. Die einzige Möglichkeit, das Vehikel in eine Richtung zu bewegen, ist, nur bei einem Teil Benzin in den Tank zu füllen.

Dasselbe geschieht auf geistlicher Ebene. Der Kampf zwischen Fleisch und Geist währt lebenslang. Wenn Sie Ihr Fleisch mit schlechten Dingen aus Zeitschriften, Filmen, Internet, Musik, Freundschaften und anderem nähren, ist abzusehen, wer den Kampf gewinnen wird. Nähren Sie aber Ihren Geist mit dem Wort Gottes, mit Gebet, pflegen Sie das Gemeindeleben und die Gemeinschaft mit geistlich gesinnten Christen, dann ist auch abzusehen, wer die Überhand behalten wird. Der Apostel Paulus sagte: «Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen» (Gal 5,16). Und auch: «Zieht den Herrn Jesus Christus an, und pflegt das Fleisch nicht bis zur Erregung von Begierden!» (Röm 13,14).

Stephan Beitze ist Missionar des Mitternachtsruf in Buenos Aires, Argentinien. Als Bibellehrer widmet er sich überwiegend dem Bibelunterricht in Gemeinden, an Bibelschulen, Jugendfreizeiten, Konferenzen usw.
Zurück