Der Unterschied zwischen Wahrsagerei und biblischer Prophetie Fr. 19. Oktober 2018

Fr. 19. Oktober 2018

Biblische Prophetie erfüllt sich immer ohne jeden Abstrich. Deshalb können wir uns hundertprozentig auf sie verlassen. Wer sich jedoch auf Wahrsagerei verlässt, der ist verlassen!

Die Wahrsagerei trifft nur darin immer wieder ins Schwarze, dass sich ihre Voraussagen jedes Jahr aufs Neue als Blamage herausstellen.
Bei der Wahrsagerei und dergleichen kann es sich einerseits um ganz gewöhnlichen Betrug handeln, bei dem es nur um das liebe Geld geht. Andererseits aber ist die Astrologie zutiefst okkult bzw. spiritistischen Ursprungs und daher direkt von Satan bzw. seinen Dämonen inspiriert. Wie dem auch sei: Es handelt sich dabei immer um Lüge, somit um Sünde und deshalb um teuflische Praktiken. Martin Luther sagte einmal treffend: «Der Teufel kann auch wahr-sagen und lügt gleichwohl dabei.»
In 5. Mose 18,9-11 heisst es: «Wenn du in das Land kommst, das der Herr, dein Gott, dir gibt, dann sollst du nicht lernen, es den Gräueln dieser Nationen gleichzutun. Es soll unter dir niemand gefunden werden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt, keiner, der Wahrsagerei treibt, kein Zauberer oder Beschwörer oder Magier oder Bannsprecher oder Totenbeschwörer oder Wahrsager oder der die Toten befragt.» Die Scofield-Bibel macht hierzu unter anderem folgende Anmerkung: «… Die acht verbotenen Tätigkeiten, um zukünftige Vorgänge zu erfragen, sind folgende: (1) eines Weissagers – die Methoden desselben werden in Hes 21,26 genannt; (2) eines Tagewählers – möglicherweise auch bezogen auf Beschwörung oder auf Astrologie; (3) eines Magiers, der auf Zeichen achtet; (4) eines Zauberers, der magische Formeln oder andere Dinge der Zauberei gebraucht; (5) eines Bannsprechers, der Kranke bespricht, Ps 58,5-6; (6) eines Befragers von Medien – siehe auch (7); (7) eines Menschen mit einem Wahrsagegeist – oft verbunden mit (6); in Jes 8,19 wird diese Tätigkeit beschrieben; und (8) eines Menschen, der die Toten fragt und also Verbindung mit den Toten sucht.
Zwei Tatsachen sind zu beachten: (1) Dieses Gebot hatte eine besondere Bedeutung für Israel, das in das Land einziehen sollte; dieses Verbot wurde ihm gegeben, um es von den Gräueln der Heiden fernzuhalten (V 9.12.14); und (2) der Gegensatz zwischen diesen falschen Propheten und dem Propheten Mose sollte klar werden (V 15-19).»

Biblische Prophetie. Sehen wir uns nun die Unterschiede in einer Gegenüberstellung etwas genauer an:
• Bei Wahrsagerei geht es um vage Vermutungen und um Deutungen, die nicht wirklich Licht bringen. Bei der biblischen Prophetie hingegen handelt es sich um im Voraus aufgeschriebene Geschichte. Sie kommt von keinem Geringeren als vom allmächtigen Gott selbst, der alle Zeiten überblickt und in Seinem göttlichen Ratschluss festgelegt hat. Der Prophet Jesaja rühmt: «O Herr, du bist mein Gott; dich will ich erheben! Ich lobe deinen Namen; denn du hast Wunder getan; die Ratschlüsse von alters her sind wahr und beständig!» (Jes 25,1). Und der Herr selbst sagt: «Gedenket des Früheren von der Urzeit her, dass ich Gott bin. Es gibt keinen sonst, keinen Gott gleich mir, der ich von Anfang an den Ausgang verkünde und von alters her, was noch nicht geschehen ist, – der ich spreche: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und alles, was mir gefällt, führe ich aus» (Jes 46,9-10).
• Wahrsagerei lebt von der Interpretation irgendwelcher Zeichen. Biblische Prophetie lebt nicht dadurch, dass wir sie interpretieren, sondern einzig und allein durch ihre Erfüllung.
• Vorhersagen der Astrologen beinhalten einen sehr grossen Unsicherheitsfaktor. Biblische Prophetie hat eine Trefferquote von 100 Prozent.
• Der Apostel Petrus schreibt: «Denn wir haben euch die Macht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus kundgetan, nicht indem wir ausgeklügelten Fabeln folgten, sondern weil wir Augenzeugen seiner herrlichen Grösse gewesen sind» (2.Petr 1,16). Hierzu machen Tim LaHaye und Thomas Ice folgende Anmerkung: «Falsche Religionen und abergläubische Vorstellungen beruhen auf ausgeklügelten Fabeln, doch der christliche Glaube gründet sich auf nichts weniger als der göttlichen Selbstoffenbarung an den Menschen, wie wir sie in der Bibel finden. Dann bezeichnet Petrus biblische Prophetie als ‹das prophetische Wort› und fährt fort: ‹… so besitzen wir das prophetische Wort umso fester, und ihr tut gut, darauf zu achten als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet …› (2.Petr 1,19). Warum können wir all unser Vertrauen auf Gottes prophetisches Wort setzen? Weil es nach der Schlussfolgerung des Petrus bei Prophetie nicht um die menschliche Auslegung historischer Ereignisse geht: ‹… indem ihr dies zuerst wisst, dass keine Weissagung der Schrift aus eigener Deutung geschieht. Denn niemals wurde eine Weissagung durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern von Gott her redeten Menschen, getrieben vom Heiligen Geist› (2.Petr 1,20-21). Mit der Prophetie besitzen Christen eine Zusammenfassung des göttlichen Heilsplans für die Zukunft. Und weil Hunderte spezieller Prophetien bereits buchstäblich in Erfüllung gegangen sind – die meisten davon in Verbindung mit dem ersten Kommen Christi –, wissen wir, dass sich all die Weissagungen über die Zukunft in der Endzeit und auch Christi Wiederkunft wörtlich erfüllen werden.»
• Wahrsagerei und Zeichendeutung beruht auf Lüge, die Prophetie Gottes aber ist absolute Wahrheit. Bileam war ein Wahrsager (4.Mo 24,1), den Balak, der Moabiterkönig, benutzen wollte, um Israel zu verfluchen (4.Mo Kap 23 und 24). Doch ausgerechnet dieser Wahrsager muss bezeugen: «Nicht ein Mensch ist Gott, dass er lüge, noch der Sohn eines Menschen, dass er bereue. Sollte er gesprochen haben und es nicht tun und geredet haben und es nicht aufrechthalten?» (4.Mo 23,19).
• Die gesamte Bibel enthält 6408 Verse mit prophetischen Aussagen, von denen bereits 3268 erfüllt sind. Es ist kein Fall bekannt, wo eine Prophetie sich anders erfüllt hätte als zuvor angekündigt. Das entspricht einer Wahrscheinlichkeits-Rechnung, die zu vergleichen ist mit 1264 Würfeln, die man mit einem Mal würfelt und dabei erwartet, dass sie alle ausnahmslos eine 6 anzeigen. Hier ist also jeder Zufall ausgeschlossen.3
• Nach Dr. theol. Roger Liebi haben sich 330 erstaunlich genaue und äusserst differenzierte Prophezeiungen bezüglich des leidenden Messias buchstäblich in der ersten Ankunft Jesu erfüllt.
Nehmen wir aus dieser Fülle nur das Beispiel von Psalm 22,17-18 heraus: «… sie haben meine Hände und Füsse durchgraben. Ich kann alle meine Gebeine zählen …» Hier ist ohne Zweifel von der Kreuzigung die Rede, denn das, was der Psalmist hier beschreibt, ist nur durch diese Todesart möglich. Im Judentum war die Kreuzigung nie eine praktizierte Hinrichtungsart und bei der Abfassung des Psalmes unbekannt. Erst viel später haben die Römer die Kreuzigung von den Karthagern übernommen. Es wäre viel nahe liegender gewesen, wenn der Psalmist über eine Steinigung oder den Tod durchs Schwert geschrieben hätte. Warum ausgerechnet über eine zu diesem Zeitpunkt (1 000 v.Chr.) im Judentum noch völlig unbekannte Hinrichtungsart? Die Antwort liegt darin, dass der Psalmist, vom Geist Gottes inspiriert, ein Prophet war und auf den Tod Jesu hindeutete.
• Wahrsagerei trübt den Blick für die biblische Wahrheit, sie macht unempfänglich für das Evangelium Jesu und stumpft die Sinne ab, sie nimmt gefangen und macht unsicher. Die Prophetie Gottes hingegen befreit und macht sicher. Daher sollte jeder den Rat Gottes befolgen, den Er uns durch den Propheten Jesaja gibt: «Ja, ich habe es geredet, ja, ich werde es auch kommen lassen. Ich habe es gebildet, ja, ich führe es auch aus. – Hört auf mich …» (Jes 46,11).
• Jeder Mensch, der an Jesus Christus glaubt und Ihm sein Leben vertrauensvoll übergibt, hat eine sichere Zukunft und muss sich nicht fürchten. Solch eine Person wird mit hineingenommen in die Prophetie aus Johannes 14,3: «… wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.»

Norbert Lieth