Biblische Prophetie – der Gottesbeweis (Teil 3) Fr. 22. November 2019

Fr. 22. November 2019

Das Studium biblischer Prophetie will uns zu qualifizierteren, fähigeren und aktiven Christen formen, die Jesus im Zentrum haben und dementsprechend leben und handeln. Solche Christen sind überzeugt, dass Gott Seine Zusagen immer erfüllt und in der Heils- und Weltgeschichte das letzte Wort spricht. Teil 3

Von Reinhold Federolf

Prophetie und der Heilige Geist
Das Kommen des Heiligen Geistes. Jesus hat Seinen Jüngern das Kommen und den Beistand des Heiligen Geistes versprochen und sie darauf vorbereitet (vgl. Joh 16,7-15; Apg 1,4-5). Daran erinnern wir uns ganz speziell an Pfingsten, dem daraus hervorgegangenen Geburtsdatum der Gemeinde Jesu. Diese verkörpert überall den sichtbaren Niederschlag vom Wirken des Heiligen Geistes, wenn sich die herausgeretteten und mit Gott versöhnten Christen versammeln. Nach so vielen Verfolgungen, verschiedensten Irrlehren, Akzentverschiebungen und dauernd einsetzender Verweltlichung und Lauheit ist das ein bares Wunder! Als Kinder Gottes erleben wir selbst immer wieder Sein belebendes Eingreifen und die universale Realität der Worte Jesu, dass Er auf den Felsen des Bekenntnisses des Petrus («Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!», Mt 16,16), Seine Gemeinde bauen wird (V 18).
Doch es gibt noch einen weiteren Aspekt, der vielfach übersehen wird: «Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was irgend er hören wird, wird er reden, und das Kommende (bzw. Zukünftige) wird er euch verkündigen» (Joh 16,12-13). In Vers 12 kündigt Jesus das Kommen des Heiligen Geistes an. Viele lesen jedoch über den letzten Teil der Verheissung hinweg, wo Er klar erwähnt, dass der Geist Gottes dann auch «Kommendes» oder «Zukünftiges» offenbaren wird. Nach Pfingsten würde es also zu besonderen prophetischen Aussagen kommen, die wir in den Briefen des Paulus, Petrus, Judas und Johannes (Offenbarung Jesu Christi) vorfinden. In der Folge nur ein typisches Beispiel dessen, was der Heilige Geist nach Pfingsten offenbart hat:

Die Entrückung. Unter Christen gibt es manchmal Diskussionen darüber, ob die Wiederkunft Jesu in einem Mal oder in zwei Phasen geschehen wird. Das könnte man auch als Symptom prophetischen Analphabetismus’ definieren, der sehr viel Verwirrung stiftet. Im ersten Brief an die Gemeinde in Korinth, den Paulus ungefähr 23 Jahre nach Pfingsten schrieb, lässt der Apostel seine Leser wissen, dass ihm – zweifellos durch den Heiligen Geist – ein mysterium (Geheimnis) offenbart worden ist (1.Kor 15,51-52). Es handelt sich um das Kommen des himmlischen Bräutigams, um seine geliebte Braut «heimzuholen». Da die Gemeinde, die bluterkaufte Braut, ebenfalls ein Geheimnis war, ist dieses spezielle Kommen Jesu vorher nicht bekannt gewesen. Es wird hier als ein Geheimnis enthüllt und erklärt. Im Zusammenhang mit 1. Thessalonicher 4,13-18 ist das absolut verständlich, wo in Vers 17 der Begriff «entrückt» auftaucht. Wie ist es da möglich, dass es Leute gibt, die tatsächlich behaupten, der Ausdruck «Entrückung» komme in der Bibel nicht vor? Im Neuen Testament werden übrigens acht heilsgeschichtlich wichtige Geheimnisse enthüllt.
Das andere bekannte glorreiche Erscheinen des göttlichen Messias: «… mit den Wolken des Himmels kam einer wie der Sohn eines Menschen …» (vgl. Dan 7,13-14), war offenkundig. Zigmal hat sich Jesus mit dieser prophetischen Gestalt, dem «Menschensohn», identifiziert, indem Er sich selbst so betitelte. Das letzte Mal vor dem Hohenpriester (Mt 26,63-64), der diesen Anspruch als definitiv gotteslästerlich verwarf (V 65) und das göttliche Gericht über Israel besiegelte.

Praktische Anwendung
In Lukas 21,28 werden wir aufgefordert, aufmerksam das Geschehen um uns herum und in der Welt zu beobachten und anhand der Bibel zu bewerten: «Wenn aber diese Dinge anfangen zu geschehen, so blickt auf und hebt eure Häupter empor, weil eure Erlösung naht.» Obwohl viele der sogenannten Endzeitzeichen und deren Vorbereitungen, die der Herr Jesus angekündigt hat, negativer Natur sind, soll uns doch ihr Näherkommen an prophetische Erfüllung erinnern. Gott hat es ja vorausgesagt, Er sitzt im Regiment, Sein Wort ist Realität, und darauf können wir uns in jeder Hinsicht verlassen. Das erzeugt eine freudige Gewissheit, die uns dankbar aufblicken lässt «auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens» (Hebr 12,2). Ähnliches finden wir in Hebräer 10,25, wo wir aufgefordert werden, «nicht (zu) verlassen unsere Versammlung, wie etliche zu tun pflegen, sondern einander ermahnen; und das umso viel mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht.»
Ein sogenannter Sekundenschlaf am Steuer eines Autos kann fatale Folgen haben. Hier aber geht es um ewiges Gerettetsein oder ewiges Verlorensein! Anstatt als wiedergeborene Christen sich nur unseres eigenen Heils zu erfreuen, sollten uns die erfüllte Prophetie und die immer zahlreicher auftauchenden und intensiver blinkenden Warnlichter des apokalyptischen Countdowns aufrütteln und wie geistliches Adrenalin wirken, damit wir uns nicht in Selbstzufriedenheit lau, schläfrig und apathisch herumhängen lassen. Nein, wir sollen dadurch aktiviert werden, durch Tat und Wort auch anderen Menschen den Weg zum Heil in Jesus Christus lieb zu machen, damit auch sie Seine am Kreuz von Golgatha durchgrabene Hand ergreifen und durch Seine Wunden geheilt werden. Sündenvergebung kann nur durch das vergossene Blut des Lammes Gottes geschehen, des sündlosen Jesus, der sich für uns zur Sünde machen, mit unseren Sünden beladen ans Kreuz hängen liess und dafür freiwillig den schmachvollen Tod am Kreuz erduldete: «Er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden» (Jes 53,5). Gott will uns gerade in dieser letzten Zeit vor der Entrückung gebrauchen, «allen Menschen Gutes zu tun, besonders aber unseren Brüdern und Schwestern im Glauben» (Gal 6,10), und den noch in unvergebenen Sünden lebenden Menschen zu bezeugen, dass Jesus auf diese Erde gekommen ist, «Sünder zu rufen» und nicht die vermeintlich Selbstgerechten (Mt 9,13). Gott «will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen» (1.Tim 2,4). Darum ruft uns der Herr Jesus gleichnishaft zu: «Geh hinaus an die Landstrassen und Zäune und nötige sie hereinzukommen, damit mein Haus voll werde!» (Lk 14,23). Wer aus gesundheitlichen Gründen oder altershalber nicht mehr hinausgehen kann, ist aufgerufen, die Verkündigung des Evangeliums wenn möglich durch Gaben, aber besonders durchs Gebet zu unterstützen. Der Lohn dafür wird nicht ausbleiben, steht doch geschrieben: «Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört und keinem Menschen ins Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben» (1.Kor 2,9).