Biblische Prophetie – der Gottesbeweis (Teil 2) Fr. 15. November 2019

Fr. 15. November 2019

Das Studium biblischer Prophetie will uns zu qualifizierteren, fähigeren und aktiven Christen formen, die Jesus im Zentrum haben und dementsprechend leben und handeln. Solche Christen sind überzeugt, dass Gott Seine Zusagen immer erfüllt und in der Heils- und Weltgeschichte das letzte Wort spricht. Teil 2

Von Reinhold Federolf

Jahrhunderte bevor es geschah, haben Propheten Gottes sowohl den Geburtsort, die Jungfrauengeburt als auch die Wirkungsweise Jesu (mit Namen umschrieben) angekündigt:
Geburt: Wo? «Und du, Bethlehem Efrata, das du klein unter den Tausendschaften von Juda bist, aus dir wird mir der hervorgehen, der Herrscher über Israel sein soll; und seine Ursprünge sind von der Urzeit, von den Tagen der Ewigkeit her» (Mi 5,1).
Durch wen? «Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird seinen Namen Immanuel nennen» (Jes 7,14).
Wie und wer? «Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Berater, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Friedefürst» (Jes 9,5).
Nach Seiner Auferstehung legte unser Herr Jesus grössten Wert darauf, dass die Jünger die Erfüllung biblischer Prophetie erkennen: «Er sprach aber zu ihnen: Dies sind die Worte, die ich zu euch redete, als ich noch bei euch war, dass alles erfüllt werden muss, was über mich geschrieben steht in dem Gesetz Moses und den Propheten und Psalmen. Dann öffnete er ihnen das Verständnis, damit sie die Schrift verständen, und sprach zu ihnen: So steht geschrieben, und so musste der Christus leiden und am dritten Tag auferstehen aus den Toten» (Lk 24,44-46). Auch hier geht es nicht um einen blinden, eher mystischen Glauben, sondern um eine logische Beweisführung auf der Basis alttestamentlicher Prophetien.

Jesus, der Prophet
Im nächtlichen Gespräch mit Nikodemus verweist Jesus auf die Logik und das Ziel prophetischer Ankündigungen (vgl. Joh 3,1ff.). Das gilt auch für uns: Durch das Eintreffen konkreter Voraussagen, die man selbst beobachten oder in der Geschichte bestätigt finden kann, sollen wir einen Schritt weitergeführt werden. Wir sollen lernen, darauf zu vertrauen, dass sich auch das jetzt noch Unsichtbare, für die Zukunft angekündigte Wort Gottes, das «Himmlische», genauso erfüllen wird. Das aber ist eine Sache des Glaubens: «Wenn ich euch das Irdische gesagt habe, und ihr glaubt nicht, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch das Himmlische sage?» (Joh 3,12).
Jesus Christus, das fleischgewordene Wort, der Sohn des lebendigen Gottes (Joh 1,14; vgl. auch 1.Tim 3,16), bewies verschiedentlich und sehr eindrücklich, dass das, was Er sagte, auch genauso eintraf. Dazu einige Beispiele: Als die Eintreiber der Tempelsteuer betreffs der fälligen Doppeldrachme nachfragten, schickte Jesus den Berufsfischer Petrus mit einer Angel ans Seeufer und kündigte ihm an, dass der erste Fisch, den er fangen werde, einen Stater (Münze) im Maul haben würde, also genau den Betrag der Tempelsteuer für zwei Personen (Mt 17,24-27). Was für Gedanken gingen da wohl dem Petrus vorher und nachher durch den Kopf?
Ein anderes Mal, als sich der geschichtsträchtige, heilsgeschichtlich einmalige «Tag des Messias» näherte und eine Eselin samt ihrem Füllen gebraucht wurde, beschrieb Jesus zweien Seiner Jünger genau, wo sie diese finden konnten und wie die Umstehenden auf das Loslösen der Esel reagieren würden. Gleichzeitig erfüllte sich dadurch eine ganz wichtige rund 500 Jahre alte messianische Prophezeiung aus Sacharja 9,9 (Mt 21,1-5; Lk 19,29-34).
Dass Jesus der von Mose angekündigte Prophet war (5.Mo 18,15), bestätigte Er ein weiteres Mal, als Er zu Seinen Jüngern sprach: «In dieser Nacht werdet ihr alle Ärgernis nehmen an mir. Denn es steht geschrieben (Sach 13,7): ‹Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen›» (Mt 26,31). Denn als Petrus lautstark und selbstsicher protestierte: «Wenn sie auch alle Ärgernis nehmen, so will ich doch niemals Ärgernis nehmen an dir» (V 33), verpasste ihm Jesus einen gewaltigen Dämpfer mit den Worten: «Wahrlich, ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen» (V 34). Und obwohl Petrus daraufhin lauthals beteuerte: «… wenn ich mit dir sterben müsste, will ich dich nicht verleugnen» (V 35), erfüllte sich trotzdem wortwörtlich das, was Jesus ihm zuvor prophezeit hatte (vgl. V 69-75).

Versprechungen über den Tod hinaus
Beteuerungen, die sich erst nach dem Ableben erfüllen sollen, können äusserst gefährlich sein. Warum? Weil es für diejenigen, die sich dadurch verführen lassen, kein Zurück mehr gibt. Mohammed hat zum Beispiel seinen «heiligen» Kriegern (den Dschihaddim oder Shahuda) – um sie zu Mut und Angstlosigkeit anzustacheln – versprochen, dass sie nach ihrem Ableben ins Paradies kommen, wo 72 grossäugige Huris (Jungfrauen) auf sie warten würden. Womit hat er dieses Versprechen untermauert? Mit nichts! Oder denken wir an die beiden Leiter der Heavens-Gate-Sekte, Marshall Applewhite und Bonnie Nettles, die im Jahr 1997 zusammen mit weiteren 16 Männern und 21 Frauen im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien kollektiven Selbstmord verübten. Dadurch sollten ihre Seelen auf ein intergalaktisches Raumschiff im Schweif des vorbeiziehenden Hale-Bopp-Kometen aufsteigen können, das angeblich Jesus transportierte. Alles Lug und Trug!
Die Worte und Zusagen Jesu aber werden sich hundertprozentig erfüllen, denn sie sind unvergänglich (Mk 13,31) und zudem Geist und Leben (Joh 6,63). Schauen wir uns einige von ihnen an. Jesus hat versprochen:
«Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will» (Joh 5,21).
«Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tode in das Leben übergegangen» (Joh 5,24).
«Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, dass die Stunde kommt und jetzt da ist, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie gehört haben, werden leben. Denn wie der Vater Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, Leben zu haben in sich selbst» (Joh 5,25-26).
Um diesen Versprechungen Gewicht zu verleihen bzw. zu beweisen, dass Er imstande ist, auch Leben über das Grab hinaus zu vermitteln, stellte Jesus sich vor das Grab des vor vier Tagen verstorbenen Lazarus (Joh 11,39) und befahl mit lauter Stimme: «Lazarus, komm heraus!» (V 43). Gleich daran anschliessend heisst es: «Und der Verstorbene kam heraus …» (V 44). Diese Totenauferweckung bestätigten selbst die Gegner Jesu, die nachher nicht nur Jesus, sondern auch Lazarus töten wollten (vgl. Joh 12,1-2.9-11).
Das war jedoch nicht das einzige Mal, dass Jesus Seine Macht über den Tod hinaus unter Beweis stellte. So sehen wir den Sohn Gottes, wie Er die Hand der toten Tochter des Synagogenvorstehers Jairus ergreift und zu ihr spricht: «Talita kum! Das ist übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf!» (Mk 5,41). Und was geschah? «… sogleich stand das Mädchen auf und ging umher» (V 42).
Ein drittes Mal bezeugte Jesus Seine Macht über den Tod in Nain. Zusammen mit vielen Jüngern und einer grossen Volksmenge (= viele Augenzeugen) näherte sich der Sohn Gottes dem Stadttor, aus dem eben ein Leichenzug herauskam. Bei dem Verstorbenen handelte es sich um einen jungen Mann. Dessen verwitwete Mutter, deren einziger Sohn er gewesen war, ging weinend hinter dem Toten her. Jesus beobachtete die ganze Tragödie, tröstete die betrübte Witwe: «Weine nicht!» (Lk 7,12), rührte die Bahre an, auf welcher der Tote lag und sprach: «Jüngling, ich sage dir, steh auf!» (V 13-14). Sofort kam Bewegung in den Leichnam: «… der Tote setzte sich auf und fing an zu reden» (V 15). Die Reaktion darauf war gewaltig: «Alle aber ergriff Furcht; und sie verherrlichten Gott und sprachen: Ein grosser Prophet ist unter uns erweckt worden, und Gott hat sein Volk besucht. Und diese Rede über ihn ging hinaus in ganz Judäa und in der ganzen Umgegend» (V 16-17).

Erfüllte Prophetie als Beweis der Glaubwürdigkeit und Macht Jesu
Im Johannesevangelium unterstreicht der Herr Jesus gleich zweimal die Glaubwürdigkeit Seiner Worte und Taten durch Prophetie, die sich tatsächlich erfüllte, die praktisch erlebt werden konnte und sichtbar beobachtet werden kann: «Von jetzt an sage ich es euch, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, glaubt, dass ich es bin» (Kap 13,19). Und: «… jetzt habe ich es euch gesagt, ehe es geschieht, damit ihr glaubt, wenn es geschieht» (Kap 14,29).

Die Kreuzigung. Mit einer Begebenheit aus dem Alten Testament hat Jesus die Art Seines Todes ganz konkret vorausgesagt und illustriert (4.Mo 21,4-9): So wie Mose auf Geheiss des Herrn zur Rettung der von giftigen Schlangen gebissenen Israeliten eine eherne Schlange weit sichtbar an der Stange eines Feldzeichens anbrachte («… und es geschah, wenn eine Schlange jemand biss und er die eherne Schlange anschaute, so blieb er am Leben», V 9), so würde auch der Menschensohn durch eine physische Erhöhung zum Zeichen und zur Errettung werden (Joh 3,14-15). Das geschah, obwohl Jesus nach römischem Recht gar nicht gekreuzigt werden konnte, was Pilatus einige Male beim Verhör bezeugte. Aber Jesus wurde dann doch zum Tod verurteilt und am Kreuz erhöht zur Schau gestellt. Gottes Wort muss sich immer erfüllen!

Die Zerstörung des Tempels und Jerusalems. Jesus schockierte Seine Jünger regelrecht, als Er die Zerstörung des Tempels ankündigte (vgl. Mt 24,1-2), den König Herodes jahrzehntelang hatte umbauen und verschönern lassen. Obwohl der römische General Titus rund 40 Jahre später bei der Eroberung Jerusalems seinen Soldaten ausdrücklich befahl, den Tempel nicht anzutasten, geschweige denn zu zerstören, erfüllte sich im Jahr 70 n.Chr. genau das, was Jesus vorausgesagt hatte (Lk 19,41-44; 21,24). Das war die göttliche Vergeltung für die Ablehnung des fleischgewordenen Messias. Für uns ist das alles schon Geschichte! Erkennen wir darin die eingebettete Erfüllung des prophetischen Wortes?

Unvergänglichkeit des Wortes Gottes, weltweite Evangeliumsverkündigung. Was waren das doch für total unsinnige Behauptungen des jungen Wanderpredigers, dem die primitiven galiläischen «Hinterwäldler» nachliefen. «Der muss verrückt sein», mögen die Pharisäer und Schriftgelehrten getuschelt haben. Aber Jesus sagte mit völliger Überzeugung: «Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen» (Mt 24,35), und Er prophezeite auch die weltweite Verkündigung des Evangeliums (Mt 26,13). Heute spottet zwar so mancher immer noch – aber das ist schon eine unentschuldbare Kurzsichtigkeit: Denn von Neuseeland über Sibirien bis nach Portugal, von Tanger bis Kapstadt und von den Eskimos bis hinunter nach Feuerland (Südspitze Argentiniens), ja überall auf Erden treffen wir auf Nachfolger Jesu Christi und auf bis heute 2426 Sprachen, in welche die ganze Bibel, das Neue Testament oder Teile davon übersetzt worden sind.

All diese erfüllten biblischen Prophetien mahnen uns zur Wachsamkeit und fordern uns auf, auch die noch ausstehenden Voraussagen hundertprozentig zu erwarten und uns darauf einzustellen. Denken wir auch an die besonderen Zeichen in Richtung Trübsalzeit und das anschliessende glorreiche Erscheinen des Königs aller Könige, aber auch an die vorgängige Entrückung der Brautgemeinde Jesu Christi und bereiten wir uns darauf vor. Für wiedergeborene Christen liegt Aufbruchstimmung in der Luft!