Biblische Prophetie – der Gottesbeweis (Teil 1) Fr. 8. November 2019

Fr. 8. November 2019

Das Studium biblischer Prophetie will uns zu qualifizierteren, fähigeren und aktiven Christen formen, die Jesus im Zentrum haben und dementsprechend leben und handeln. Solche Christen sind überzeugt, dass Gott Seine Zusagen immer erfüllt und in der Heils- und Weltgeschichte das letzte Wort spricht. Teil 1

Von Reinhold Federolf

Biblische Prophetie dient weder der Befriedigung reiner Neugierde noch als Spielfeld verrückter Spekulationen noch für besondere persönliche «Offenbarungen». Sie will uns vielmehr zu Tätern des Wortes Gottes machen, die Jesus im Zentrum haben und dementsprechend leben und handeln. Der Herr ermahnt uns selbst, unsere Zeit im Licht biblischer Prophetie zu analysieren.

Prophetie aktuell: Zeichen der Zeit
Als die Pharisäer und Sadduzäer den Herrn Jesus versuchten, indem sie Ihn um ein Zeichen vom Himmel baten, erwiderte Er ihnen: «Wenn es Abend geworden ist, so sagt ihr: Heiteres Wetter, denn der Himmel ist feuerrot; und frühmorgens: Heute stürmisches Wetter, denn der Himmel ist feuerrot und trübe. Das Aussehen des Himmels wisst ihr zwar zu beurteilen, aber die Zeichen der Zeiten könnt ihr nicht beurteilen» (Mt 16,2-3).
Die religiösen Leute bemerkten damals nicht, dass das grösste Zeichen aller Zeiten in Fleisch und Blut vor ihnen stand: der verheissene Erlöser. Und wie sieht es heute – angesichts der endzeitlichen Ereignisse – bei uns selber aus? Sind wir genauso blind wie die damalige religiöse Oberschicht?

Biblische Prophetie – der Gottesbeweis
Oft wissen wir nicht genau, wer nun eigentlich ein «echt biblischer», von Gott bestätigter Prophet war. Dieser Frage wollen wir nun nachgehen. In 1. Samuel 9,3-5 wird uns berichtet, dass Kisch, der Vater Sauls, seinen Sohn mit einem seiner Knechte aussandte, um die entlaufenen Eselinnen zu suchen. Aber trotz aller Anstrengungen fanden sie die Tiere nicht. Saul hatte schon beschlossen, wieder zu seinem Vater zurückzukehren, als sein Knecht einen glänzenden Einfall hatte und ihm sagte: «Siehe doch, ein Mann Gottes ist in dieser Stadt. Der Mann ist sehr angesehen. Alles was er sagt, trifft sicher ein. Lass uns dahin gehen, vielleicht gibt er uns Auskunft über unsern Weg, den wir gehen sollten!» (V 6). So machten sie sich auf und begegneten dem Propheten Samuel. Daraufhin salbte dieser Saul zum König Israels und prophezeite ihm Begebenheiten, die sich anschliessend genauso zugetragen haben: «Und Samuel nahm den Krug mit Öl und goss es auf sein Haupt, küsste ihn und sagte: So hat der HERR dich nun zum Fürsten über sein Erbteil gesalbt! Wenn du heute von mir weggehst, wirst du zwei Männer treffen beim Grab Rahels, an der Grenze von Benjamin, bei Zelzach; die werden zu dir sagen: Die Eselinnen sind gefunden, die du zu suchen ausgezogen bist. Und siehe, dein Vater hat die Sache mit den Eselinnen aufgegeben. Er macht sich um euch Sorgen und sagt: Was soll ich wegen meines Sohnes tun? Und wenn du von dort weitergehst und du zur Terebinthe Tabor kommst, werden sich dort drei Männer treffen, die zu Gott nach Bethel hinaufgehen. Einer trägt drei Böckchen und einer drei Brote, und einer trägt einen Schlauch mit Wein. Und sie werden dich nach deinem Wohlergehen fragen und dir zwei Brote geben, und du sollst sie von ihrer Hand annehmen. Danach wirst du zu dem Hügel Gottes kommen, wo Wachtposten der Philister sind. Und wenn du dort in die Stadt kommst, wirst du einer Schar von Propheten begegnen, die von der Höhe herabkommen, und vor ihnen her Harfe und Tamburin und Flöte und Zither, und sie werden weissagen. Und der Geist des HERRN wird über dich kommen, und du wirst mit ihnen weissagen und wirst in einen anderen Menschen umgewandelt werden. Und es soll geschehen, wenn bei dir diese Zeichen eintreffen, so tu, was deine Hand finden wird! Denn Gott ist mir dir. Und geh vor mir nach Gilgal hinab! Und siehe, ich werde zu dir hinabkommen, um Brandopfer zu opfern und Heilsopfer zu schlachten. Sieben Tage sollst du warten, bis ich zu dir komme und dir zu erkennen gebe, was du tun sollst. Und es geschah, als er sich umwandte, um von Samuel wegzugehen, da gab ihm Gott ein anderes Herz. Und alle diese Zeichen trafen an demselben Tag ein» (1.Sam 10,1-9). Mittels des Mundes Seines Propheten Samuel hat Gott ganz präzise Orte genannt, wo Saul Menschen begegnen sollte, die das und das sagen, gewisse Dinge tragen und sich so und so verhalten würden. Durch die exakte Erfüllung all dieser Voraussagen wurde der stichhaltige Beweis erbracht, dass hier der Allmächtige am Werk war, der auch über dem Geheimnis der Zeit steht: der ewige Gott.
Aus diesem Grund forderte der Gott Israels auch die Götzen heraus, denen Israel nachlief, doch etwas zu prophezeien und auch gleich für die Erfüllung zu sorgen: «Bringt eure Rechtssache vor! spricht der HERR. Bringt eure Beweise herbei! spricht der König Jakobs. Sie sollen sie herbeibringen und uns verkünden, was sich ereignen wird: das Frühere, was war es? Verkündet es, damit wir es uns zu Herzen nehmen! Oder lasst uns das Künftige hören, damit wir seinen Ausgang erkennen! Verkündet das später Kommende, damit wir erkennen, dass ihr Götter seid! Ja, lasst es gut sein oder schlimm sein, dass wir uns gegenseitig ansehen und miteinander erschrecken! Siehe, ihr seid nichts, und euer Tun ist Nichtigkeit. Ein Gräuel ist, wer euch erwählt!» (Jes 41,21-24). Dabei geht es nicht in erster Linie um Zeichen und Wunder, sondern um die Beweisführung, um das Ankündigen und Eintreffenlassen von ganz konkreten Ereignissen. Roger Liebi schreibt auf der Rückseite seines Buches «Der verheissene Erlöser»:
«Beim Durchlesen des Alten Testaments bekommt man einen tiefen Eindruck von der Sehnsucht und dem Verlangen nach einem kommenden Erlöser, dem Messias, der das Grundproblem des Menschen beseitigen und eine ewige Gerechtigkeit einführen sollte. Dieser verheissene Messias wird in den Schriften des Alten Testaments bis ins kleinste Detail beschrieben.
Es handelt sich dabei um über 330 erstaunlich genaue und äusserst differenzierte Prophezeiungen. In diesem Buch soll geschichtlich beweiskräftig belegt werden, dass sich diese Prophezeiungen im historischen Jesus von Nazareth wortwörtlich erfüllt haben.
Das Neue Testament zeigt, dass durch die messianische Prophetie im eigentlichen Sinn des Wortes ‹bewiesen› werden kann, dass Jesus von Nazareth der prophezeite Messias ist.
Es kann auch nicht genug betont werden, dass keine Religion ausser dem biblischen Christentum eine solche Art der Beweisführung kennt!»
Die biblische Prophetie ist tatsächlich der Beweis, dass wir es hier – und nur hier! – mit dem wahren Gott zu tun haben. Das sollten sich auch unsere stark atheistisch geprägten Wissenschaftler und Intellektuellen hinter die Ohren schreiben. Man kann sogar mit Wahrscheinlichkeitsrechnungen astrein beweisen, dass der Gott der Bibel, der Gott Israels, existiert und sich in Zeit und Raum offenbart hat.