Wir leben in einer Zeit, in der alles schnell gehen muss. Neue Computerprogramme, neue Werkzeuge, neue Maschinen und neue Techniken sollen Abläufe verbessern, beschleunigen und am Ende mehr Gewinn bringen. Küchenmaschinen und Fertigprodukte helfen, in der Küche schneller voranzukommen. Kurznachrichten liefern uns Informationen in wenigen Sekunden. Alles soll zügig gehen und möglichst sofort ein Ergebnis bringen.
Diese Denkweise prägt nicht nur unseren Alltag. Sie kann sich auch in unser geistliches Leben einschleichen. Vielleicht kennen wir das: Wir möchten auch im Glauben schnelle Ergebnisse sehen. Man sieht einen Clip mit dem Titel «Eine Minute für Gott» – und hat beinahe den Eindruck, damit sei der geistliche Tagesbedarf erledigt.
Auch im persönlichen Glaubensleben wünschen wir uns manchmal, Gott würde schneller handeln. Warum komme ich mit dieser einen Sünde, gegen die ich schon so lange kämpfe, nicht rascher voran? Warum arbeitet Gott nicht schneller an mir? Warum sehe ich nicht mehr Fortschritt – in meiner Familie, bei der Erziehung der Kinder, im Dienst für den Herrn, in der Gemeinde oder in der Mission?
Aber was, wenn es einmal nicht so schnell geht? Was, wenn ein Gebet nicht sofort erhört wird? Was, wenn man denselben Kollegen wieder auf den Glauben anspricht und er erneut nichts von Gott wissen will? Was, wenn sich scheinbar überhaupt nichts tut? Lohnt es sich dann, dranzubleiben?
Die Antwort finden wir in 1. Korinther 3,6: «Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber hat das Gedeihen gegeben.»
Paulus macht hier deutlich: Das Ergebnis liegt nicht in unserer Hand. Es ist nicht unsere Aufgabe, Frucht zu produzieren. Das Resultat ist Gottes Sache.
Diener, nicht Produzenten
Paulus schrieb diese Worte an eine Gemeinde, in der sich verschiedene Gruppen gebildet hatten. Die einen hielten sich zu Paulus, andere zu Apollos, wieder andere zu Petrus. Jeder meinte offenbar, der eigene Prediger sei besser als der andere. Dadurch entstand Streit.
Darauf antwortet Paulus: Was ist denn Apollos? Was ist Paulus? Sie sind Diener, durch die die Korinther gläubig geworden sind – und zwar so, wie der Herr es jedem gegeben hat.
Paulus lenkt den Blick weg von den Menschen und hin zu Gott. Weder er noch Apollos noch Petrus waren entscheidend. Sie alle taten nur eines: Sie dienten. Sie arbeiteten auf Gottes Acker. Der eine pflanzte, der andere begoss. Vielleicht wurde auch gejätet, gedüngt und gepflegt. Aber das Wachstum schenkte Gott.
Niemand von ihnen konnte geistliche Frucht produzieren. Gott allein gab das Gedeihen. Er wirkte. Das Ergebnis hing allein von ihm ab.
Das müssen auch wir uns in einer Zeit bewusst machen, in der alles «instant» und sofort verfügbar sein soll. Im geistlichen Leben funktioniert es nicht so. Gott muss wirken. Deshalb lohnt es sich, weiterzubeten, auch wenn wir noch keine Gebetserhörung sehen. Es lohnt sich, Gott im Kleinen treu zu bleiben, auch wenn er uns scheinbar nicht weiterführt, keine Beförderung schenkt oder uns nicht sichtbar belohnt.
Es lohnt sich, weiter Zeugnis von Jesus abzulegen, auch wenn wir auf Widerstand stossen. Es lohnt sich, dem Herrn weiter zu dienen, auch wenn Rückschläge kommen, Probleme auftauchen oder im Moment keine Frucht sichtbar ist. Warum? Weil der Herr wirkt – nicht wir. Er schenkt das Wachstum.
Unsere Aufgabe ist Treue
Unser Auftrag ist, treu zu sein. Wir sollen dranbleiben. Wir dürfen den Samen ausstreuen, Jesus bezeugen, auf ihn hinweisen, beten, predigen, ermutigen, zurechtweisen, korrigieren und vorleben. Aber am Ende ist das Ergebnis allein Gottes Wirken. Er muss Wachstum schenken. Er muss Frucht geben.
Paulus schreibt in 1. Korinther 4,2: «Im Übrigen wird von einem Haushalter nur verlangt, dass er treu erfunden wird.»
Darum geht es: dass wir dort, wo Gott uns hingestellt hat, treu sind. Dass wir tun, wozu er uns berufen hat – auch wenn nichts zu sehen ist. Auch wenn keine Frucht erkennbar ist.
Diese Treue ehrt Gott. Denn das Ergebnis ist ohnehin seine Sache.
Wir brauchen manchmal eine Korrektur unseres Blickes. Die Leistungsorientierung dieser Welt misst nach sichtbaren Resultaten. Doch Gott sieht Treue, Hingabe und Gehorsam.
Vertrauen statt Resultate
In einem Buch über den Missionsdienst in der «grünen Hölle Boliviens» in den 1950er-Jahren beschreibt Bruce Porterfield rückblickend die Mühen, Enttäuschungen und Rückschläge seines Dienstes. Er fragt sich, was er nach all den Jahren eigentlich vorzuweisen habe. Wenn man ihn fragen würde, wie viele Stämme er persönlich mit dem Evangelium erreicht habe und wie viele Menschen durch ihn nach Gottes Plan leben würden, müsste seine ehrliche Antwort lauten: sehr wenige.
Und doch war er nicht enttäuscht oder entmutigt. Er verstand seine Aufgabe darin, erste Kontakte zu knüpfen und den Boden zu bereiten. Andere würden pflanzen und ernten. Die Ernte werde kommen – als Ergebnis von Pflügen, Düngen und Bewässern unter Tränen, Schmerz, Leid und Blut.
Ein Satz daraus bleibt besonders hängen:
Wir sind Gott in unserer Arbeit Vertrauen und Glauben schuldig – keine Resultate.
Vielleicht hätten manche äusserlich geurteilt: «Was haben sie schon erreicht? Viel hat es nicht gebracht.» Aber ihr Leben ehrte Gott durch die Hingabe, die sie im Dienst für den Herrn zeigten.
Hingabe zeigt den Wert dessen, dem wir dienen
Wenn ein Mann sich Zeit für seine Frau nimmt, ihr dient und die Ehe pflegt, zeigt er dadurch seine Liebe. Seine Hingabe macht sichtbar, welchen Stellenwert sie für ihn hat.
Wenn Eltern sich Zeit für ihre Kinder nehmen, vielleicht etwas anderes ausfallen lassen, um den Geburtstag eines Kindes zu feiern, zeigt dieses Opfer den Wert, den das Kind für sie hat.
Genauso ist es im Dienst für Gott. Wenn wir Zeit opfern für Gottes Sache, wenn wir beten, in der Gemeinde dienen, praktisch mit anpacken, ermutigen, geistlich weiterhelfen, uns in die Mission einbringen oder Jesus bezeugen, dann zeigt das, welchen Wert Gott für uns hat.
Vielleicht riskieren wir dabei, schief angeschaut oder ausgelacht zu werden. Vielleicht stellen wir eigene Träume und Wünsche zurück, um das zu tun, wozu Gott uns gerufen hat. Doch genau darin wird sichtbar, wie kostbar Gott für uns ist. Unsere Hingabe und unser Gehorsam zeigen den hohen Stellenwert, den Gott und das Evangelium in unserem Leben haben.
Das ehrt Gott – ganz unabhängig davon, ob sofort sichtbare Frucht entsteht oder nicht. Das Ergebnis ist nicht unser Problem. Es ist Gottes Sache. Unsere Aufgabe ist es, treu zu sein.
Mach weiter
Vielleicht bist du im Moment entmutigt, weil du nichts siehst. Vielleicht scheint sich nichts zu tun. Vielleicht bist du auf Sparflamme gefahren. Vielleicht hast du innerlich sogar schon alles hingeschmissen.
Dann darf dich 1. Korinther 3,6 neu ermutigen: Mach weiter. Bleib dran. Denn dadurch ehrst du Gott – unabhängig davon, was sichtbar dabei herauskommt.
Das Resultat ist Gottes Sache, nicht unsere. Wir sollen treu sein, auch wenn oft kein schnelles Ergebnis eintritt. Manchmal möchten wir alles hinschmeissen. Auch im Missionsdienst kann Entmutigung kommen. Und doch dürfen wir weitermachen.
Wir dürfen das tun, wozu Gott uns gerufen hat. Wir dürfen sein Wort in viele Herzen säen. Manchmal sehen wir etwas. Manchmal sehen wir wenig. Manchmal sehen wir gar nichts. Und plötzlich, Jahre oder Jahrzehnte später, zeigt ein Zeugnis oder eine Begegnung: Gott hat doch gewirkt – auch dort, wo wir nichts gesehen haben.
Vater im Himmel, danke, dass du wirkst. Hilf uns, dir darin zu vertrauen. Hilf uns, treu dranzubleiben und dich dadurch zu ehren. Amen.