Ökoreligion kontra Gotteserkenntnis: Können wir die Umwelt retten? Teil 5

Fr. 14. Mai 2021

«Aber ihr schaut nicht auf den, der dies getan hat» (Jes 22,11). Eine kritische Untersuchung der Ökoideologie.

Der von Gott gelöste Mensch kann die ökologischen Probleme, trotz aller Bemühungen und ehrlich gemeinten Anstrengung, nicht lösen. Sie stehen in einem untrennbaren Zusammenhang mit dem Verhältnis zu seinem Schöpfer und der Sünde, die er tut. So werden die ökologischen Probleme trotz aller Bemühungen auch nicht weiter ab-, sondern zunehmen. Denken wir an die gewaltigen Erschütterungen, die vor der Wiederkunft Jesu einsetzen werden.

Was den Ökolebensstil angeht, so ist ein gesunder Lebenswandel und eine ausgeglichene Ernährung aus biblischer Sicht durchaus zu begründen. Und es steht ausser Frage, dass es eine Hilfe ist, bei entsprechenden Erkrankungen den Ratschlag des Arztes zu befolgen. Auch sollen sich hier die Christen nicht gegenseitig richten, wenn sie Gesundheitsfragen unterschiedlich handhaben. Darauf können wir anwenden, was Paulus den Römern, Korinthern und Kolossern wegen der Speise geschrieben hat.

Trotzdem stimmt es nachdenklich, dass selbst unter bibeltreuen Christen eine ökologische Ernährungsideologie immer mehr Raum gewinnt. So viel Zeit und Energie wird in diese Dinge investiert, während andere Fragen in den Hintergrund treten, die für das persönliche Leben in der Nachfolge viel wichtiger sind.

Im Alten Testament haben wir Speisegebote, die beispielsweise den Verzehr von Schweinefleisch als unrein erklären. Zweifelsohne können wir hinter diesem und vielen anderen Hygienegeboten, die nicht nur das Essen betreffen, die Weisheit des Schöpfers erkennen. Diese Weisheit bestätigt heute die Forschung.

Es ist sinnvoll, auf einen Arzt zu hören, wenn er aus gesundheitlichen Gründen vom Verzehr bestimmter Fleischsorten oder Speisen abrät (z.B. bei Diabetes, Krebs usw.). Aber wir müssen prinzipiell festhalten, dass der Herr Jesus – der, durch den alle Dinge geschaffen sind –, der alle Zusammenhänge und Hintergründe kennt, die unreinen Speisen im Neuen Testament ausdrücklich freigegeben hat:

«Seid auch ihr so unverständig? Begreift ihr nicht, dass alles, was von aussen in den Menschen hineingeht, ihn nicht verunreinigen kann? Denn es geht nicht in sein Herz hinein, sondern in den Bauch, und es geht heraus in den Abort. Damit erklärte er alle Speisen für rein. Er sagte aber: Was aus dem Menschen herauskommt, das verunreinigt den Menschen. Denn von innen aus dem Herzen der Menschen kommen die bösen Gedanken hervor: Unzucht, Dieberei, Mord, Ehebruch, Habsucht, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Neid, Lästerung, Hochmut, Torheit; alle diese bösen Dinge kommen von innen heraus und verunreinigen den Menschen» (Mk 7,18-23).

Dies ist ein richtungsweisendes Bibelwort für die Ernährungsideologie heute, bis hin zur Veganerphilosophie. Während der Mensch um die Ernährung einen immer grösseren Zirkus veranstaltet, werden Dinge, die in den Augen Gottes gravierend und schlimm sind, als völlig normal oder sogar gut toleriert. Noch einmal sei betont, dass eine ausgewogene Ernährung nicht verkehrt ist. Gottes Wort bezeichnet auch Völlerei oder Fressen und Saufen als Sünde.

Als Bibelschüler lernte ich Prof. Dr. Immanuel Sücker kennen. Er war auf verschiedenen Gebieten eine Koryphäe und ein bekennender Christ. Damals kam die Öko-Ernährungsphilosophie auf. Er erzählte uns, wie er eine grün angehauchte Studentin bewusst das Vollkorn untersuchen liess. Das Ergebnis kannte er schon. Unter der Schale des Vollkorns setzen sich Schadstoffe ab. Die Studentin reagierte schockiert. Sückers Ratschlag war eine ausgewogene Ernährung: Alles massvoll geniessen.

Wenn also Christen mit der Bedeutung alttestamentlicher Speisegebote argumentieren, halte ich dem entgegen, dass Jesus als Schöpfer alle Speisen freigegeben hat. Er setzt ganz andere Schwerpunkte, als wir das heute oft tun. Ja, eine gesunde Ernährung kann eine Hilfe sein. Trotzdem muss uns bewusst bleiben, dass nach dem Sündenfall alles im Schatten des Todes und der Vergänglichkeit steht. An keiner Stelle in der Schrift ist uns als Nachfolger Jesu ein gesundheitlich unversehrtes Leben verheissen. Wenn wir das erkennen, wird alles ins richtige Licht gerückt. Was Paulus zum Sport sagte, möchte ich auch auf die Ernährung anwenden:

«… die leibliche Übung ist zu wenigem nütze, die Gottesfurcht aber ist zu allen Dingen nütze, weil sie die Verheissung des Lebens hat, des jetzigen und des zukünftigen» (1.Tim 4,8).

Was wir im Neuen Testament zu den Speisegeboten und damit zusammenhängenden Fragen lesen, hängt in erster Linie mit dem Judaismus, der Gnosis und anderen damaligen Lehren zusammen. Beleuchten wir aber den Ernährungskult und die mit ihm verbundene Philosophie heute, stellen wir fest, wie aktuell und zeitlos Gottes Wort nach wie vor ist. So mahnt uns 1.Timotheus 4,1-4:

«Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten manche vom Glauben abfallen werden, indem sie auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen achten, durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind, die verbieten, zu heiraten, und gebieten, sich von Speisen zu enthalten, die Gott geschaffen hat zur Annahme mit Danksagung für die, welche glauben und die Wahrheit erkennen. Denn jedes Geschöpf Gottes ist gut und nichts verwerflich, wenn es mit Danksagung genommen wird; denn es wird geheiligt durch Gottes Wort und durch Gebet.»

Wenden wir die biblischen Grundprinzipien zugespitzt auf uns heute an: Ob wir jetzt Biomehl oder anderes Mehl verwenden, ist für Christen nicht die entscheidende Frage. Jeder kann das frei wählen. Viel wichtiger ist, ob wir glauben, dass es durch Gottes Wort und durch Gebet geheiligt wird. Oder sind unsere Tischgebete nur ein leeres Geplapper?

Natürlich müssen wir nichts essen, von dem wir wissen, dass es hochgradig schädlich ist. Künstlich gezüchtetes Fleisch ist auch ethisch abzulehnen. Und es sollte uns nicht wundern, wenn sich gentechnisch veränderte Lebensmittel auf die Dauer als ungesund erweisen. Der Fluch des Todes und der Vergänglichkeit liegt nun einmal auf uns. Er kann weder durch wissenschaftliche Errungenschaften noch eine rein natürliche Lebensweise durchbrochen werden.

Nichtsdestoweniger halten wir fest, dass in Westeuropa die Lebensmittel noch nie so gut kontrolliert und untersucht wurden wie heute. Über allem steht aber das Entscheidende: unser Glaube an die Souveränität und Allmacht Gottes, der ja den Segen des Tischgebets schenkt. In diesem Sinne können wir Paulus’ Worte über den Reichtum auch auf die Ernährung anwenden, wonach Gott uns alles reichlich darbietet, es zu geniessen (1.Tim 6,17).

«So richte euch nun niemand wegen Speise oder Trank oder betreffs eines Festes oder Neumondes oder Sabbats» (Kol 2,16). Wenn jemand auf Fleisch verzichten möchte, ist das seine persönliche Freiheit und Entscheidung. Aber passen wir auf, dass unser Denken nicht von einer modernen Ökomystik eingenebelt wird. Zutiefst tragisch ist es, wenn einem wegen dankbarem Fleischverzehrs ein schlechtes Gewissen gemacht wird, weil die Verdauungsabgase der Rinder und Kühe angeblich schlimmer sind als das Töten ungeborener Menschen. Ein Sozialpädagoge, der mit dem zunehmenden Veganismus konfrontiert ist, machte auf die dahinterstehende religiöse und philosophische Grundanschauung aufmerksam. Sein sinngemässes Resümee: «Durch den Verzicht von Fleisch, Fisch usw. will der Mensch dazu beitragen, dass die Welt und Menschheit besser werden.» Es geht also im Grunde genommen um die Selbsterlösung einer gefallenen Menschheit.

Ja, der Gerechte geht anders mit seinem Tier um als der Gottlose (Spr 12,10), aber trotzdem bleibt die Schöpfungsordnung bestehen, wonach das Tier dem Menschen untergeordnet ist und nach der Sintflut Tierfleisch ausdrücklich zum Verzehr freigegeben wurde.

«Wenn ihr mit Christus den Elementen der Welt gestorben seid, was unterwerft ihr euch Satzungen, als lebtet ihr noch in der Welt: Berühre nicht, schmecke nicht, betaste nicht!, – was doch alles zur Vernichtung durch den Gebrauch bestimmt ist, nach den Geboten und Lehren der Menschen? Das alles hat zwar einen Anschein von Weisheit, in eigenwilligem Gottesdienst und in Demut und im Nichtverschonen des Leibes – also nicht in einer gewissen Wertschätzung –, dient aber zur Befriedigung des Fleisches» (Kol 2,20-23).

Und über allen Freiheiten, die uns Gottes Wort in Bezug auf die Speisen einräumt, steht der Grundsatz: «Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes!» (1.Kor 10,31).

Der verantwortungsvolle Umgang eines Nachfolgers Jesu mit der Schöpfung entspringt nicht einem Ökomystizismus, sondern der Gottesfurcht und Dankbarkeit gegenüber dem Schöpfer, im Wissen, dass diese Erde vergehen wird. Dazu gehört die Überzeugung, dass der lebendige Gott aktiv in der Schöpfung und im Klima handelt, um Seine Absichten zu verfolgen. Alles besteht in Ihm. Deshalb hat der Einsatz für die geistlich-ewigen Dinge eine höhere Priorität. Die richtige Rangfolge ist wichtig. Der biblische Hintergrund für zunehmende Umweltprobleme und Katastrophen ist die Sünde. Diese Schöpfung ist dem Tod und der Vergänglichkeit unterworfen. Daran kann alle Ökoreligion nichts ändern. Eine Menschheit, die den aktiv handelnden Schöpfergott ausschliesst, kann deshalb die Probleme nicht lösen. Wir haben aber als Jesusleute eine grosse, begründete Hoffnung für diese Erde. Diese ist nicht etwa ein Weltklimaabkommen oder dergleichen, sondern die Wiederkunft Jesu. Er wird das Problem, nämlich Sünde und Teufel, an der Wurzel packen und so alle Umweltprobleme lösen, die einer gefallenen Menschheit infolge ihrer Gottfeindlichkeit über den Kopf gewachsen sind.

Vergessen wir nie: Das Eigentliche kommt noch (Offb 21,1-5). «Wir erwarten aber nach seiner Verheissung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt» (2.Petr 3,13).

Johannes Pflaum erhielt eine fünfjährige Ausbildung am theologischen Seminar der Liebenzeller Mission. Er gehört zur «Christlichen Gemeinde Sennwald» und ist seit 2000 als Verkündiger und Bibellehrer im Rahmen des «Bibel-Lehr-Dienst» im In- und Ausland tätig.
Zurück