Das bedeutendste Wort der Weltgeschichte (Teil 1)

Fr. 8. April 2022

Der Ruf unseres Herrn am Kreuz: «Es ist vollbracht!», ist das bedeutendste Wort der Weltgeschichte. Doch was bedeutet es überhaupt?

Im Ruf «Es ist vollbracht!» erkennen wir mehrere Facetten: 

So wurde das Gesetz erfüllt. Jesus erfüllte das ganze Gesetz, ohne selber jemals zu sündigen – vom Gehorsam Seinen Eltern gegenüber bis hin zum letzten Moment Seines Lebens. In Galater 4,4 sagt der Apostel, dass Jesus «unter das Gesetz getan» wurde. Obwohl Er als Geber des Gesetzes über diesem stand, stellte Er sich unter das Gesetz. Obwohl Er der einzige war, der das ganze Gesetz erfüllte, musste Er, weil Er unsere Schuld auf sich nahm, die Strafe des Gesetzes tragen, das heisst, den Tod. Er wurde als Unschuldiger wie ein Schuldiger gerichtet, «auf dass er die, so unter dem Gesetz waren, erlöste, dass wir die Kindschaft empfingen» (Gal 4,5). 

Der einzige Gerechte trägt die Schuld aller anderen, die nie das Gesetz erfüllen konnten und somit unter Gottes Gerichtsurteil standen. Durch Jesus ist die Forderung des Gesetzes erfüllt. Und dadurch ist die Gerechtigkeit, mit der Er uns überzieht, vollkommen. Wir werden vor Gott gerecht gesprochen, weil die Schuld bezahlt ist. Niemand muss mehr fern von Gott sein, denn die Schuld aller Menschen ist einmal und für immer gezahlt. Wenn ein Mensch das im Glauben annimmt, wird er ein Kind Gottes, denn: «Es ist vollbracht!»

Am Kreuz erfüllte Christus auch die alttestamentliche Prophetie. In Johannes 19 heisst es diesbezüglich zweimal: «auf dass die Schrift erfüllt würde» (V.24.29). Auch das wurde mit dem Leben und dem Tod des Herrn vollbracht. Über 300 Prophezeiungen sind durch Sein Leben, Sterben, Auferstehen und Seine Himmelfahrt erfüllt worden. Es gibt in der ganzen weltlichen Literatur und in keiner Religion etwas auch nur annähernd Ähnliches. Die Bibel ist einzigartig und spricht fortwährend von Dem, der einzigartig ist.

Das Wort zu erfüllen, war von Anfang an des Herrn Auftrag und Wille. In Seinen letzten Tagen vor Seinem Tod sagte der Herr zu Seinen Jüngern: «Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles erfüllt werden, was durch die Propheten über den Menschensohn geschrieben ist; denn er wird den Heiden überliefert und verspottet und misshandelt und verspeit werden. Und sie werden ihn geisseln und töten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen» (Lk 18,31-33).

Dem Herrn Jesus ging es immer darum, die Schrift zu erfüllen. Wenn wir nur an die Psalmen 22 und 69 und an Jesaja 53 denken, dann erkennen wir, wie viele Vorhersagen des Alten Testaments sich erfüllten, und wie genau. Selbst der wankelmütige Pilatus liess sich nicht davon abbringen, Jesus als König der Juden zu benennen, damit auch dadurch die verschiedenen Schriftstellen erfüllt würden, die besagten, dass der Messias als König kommen würde.

Mit Seinem «mich dürstet» erfüllte der Herr Psalm 69,22, wo geschrieben steht: «Und sie taten Galle in meine Speise und tränkten mich mit Essig in meinem Durst.» Man könnte ja meinen, dies sei nur ein kleines Detail. Nach allem, was sich schon erfüllt hatte, was würde es da ausmachen, wenn so eine kleine, vielleicht sogar unklare Prophetie nicht erfüllt würde? Natürlich hatte der Herr wirklich Durst, aber gerade vor Seinem Tod erfüllte Er mit den letzten Kräften auch diese Prophezeiung noch. 

Als Er dann auferstanden war und den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus erschien, sagte Er: «Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war, dass alles erfüllt werden müsse, was im Gesetz Moses und in den Propheten und den Psalmen von mir geschrieben steht» (Lk 24,44). In Apostelgeschichte 13,29 sagt Paulus: «Und nachdem sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben steht, nahmen sie ihn vom Holz herab und legten ihn in eine Gruft.»

Wenn man sieht, wie genau sich die Aussprüche in Jesus erfüllt haben, die Hunderte, manchmal sogar Tausende Jahre vorher gemacht wurden, dann kann man nicht anders, als an den Gott der Schrift und an Den zu glauben, von dem diese Prophezeiungen reden. In Jesus erfüllt sich das Alte Testament, denn: «Es ist vollbracht!»

Es wurden aber nicht nur direkte Prophezeiungen erfüllt, sondern auch prophetische Bilder, sogenannte Typologien des Alten Testaments, die auf Jesu Tod hinwiesen. So zum Beispiel das Lamm, die erhöhte Schlange in der Wüste, alle Opfer, Jona, usw. Das Passahfest bietet eine besondere Vorausschau dessen, was Jesus am Kreuz vollbracht hat – und zwar bis ins letzte Detail, zum Beispiel bis hin zum Gebrauch des Ysops. Als Jesus sagte: «Mich dürstet», da wurde ein Schwamm mit Essig an einen Ysop befestigt, um es Ihm an die Lippen zu halten. Dieses Bild finden wir schon in 2. Mose 12,22. Um vor dem Tod der Erstgeboren durch den Gerichtsengel geschützt zu sein, mussten die Israeliten das Blut des Passahlammes mit einem «Büschel Ysop» an die Türrahmen streichen. Nur so ging das Gericht an ihnen vorbei. Die Parallele zum Passahlamm ist offensichtlich: Denn wer das Blut Jesu, des Lammes Gottes, auf sein Leben anwendet, indem er an Jesu Erlösungswerk am Kreuz glaubt, an dem geht das gerechte Gericht Gottes vorüber. Solch ein Mensch ist gerettet. 

In Jesu Tod fanden auch alle typologischen Opfer ihre Erfüllung und sind seitdem nicht mehr notwendig. 

Schon ganz am Anfang der Menschheit finden wir diese Vorschattung auf Jesu Werk. Als der Herr Adam und Eva bekleidete, musste dafür je ein Tier sterben. Dies ist ein Sinnbild des Kleides der Gerechtigkeit, das wir durch Jesus empfangen dürfen oder, wenn wir gläubig sind, schon empfangen haben.

Stephan Beitze ist Missionar des Mitternachtsruf in Buenos Aires, Argentinien. Als Bibellehrer widmet er sich überwiegend dem Bibelunterricht in Gemeinden, an Bibelschulen, Jugendfreizeiten, Konferenzen usw.
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