Christus in uns

Fr. 9. April 2021

Wir leben in unruhigen Zeiten. Doch wir Christen haben einen Trost: die Auferstehung, Himmelfahrt und Wiederkunft unseres Herrn Jesus. Und wer getröstet wird, kann wieder aufatmen.

Eine junge Frau schreibt: «Ich … könnte eigentlich mit meiner Umwelt zufrieden sein. Aber etwas bedrückt mich ständig. Und dieses ‹Etwas› heisst Angst. Ich habe Angst vor dem Tod, Angst vor dem Leben, Angst vor der Wahrheit, Angst vor den Noten, Angst vor dem Sporttag, Angst vor der Liebe, Angst vor der Nacht, Angst vor dem Weltuntergang, Angst vor dem Krieg, Angst vor einem Traum, Angst vor Spott, Angst vor Spritzen, Angst vor dem Ausgelachtwerden, Angst vor der Angst … Angst und nochmals Angst. Es ist zum Verrücktwerden. Aber das Schlimmste ist, ich weiss gar nicht, woher sie kommt und warum gerade ich diese Angst zu ertragen habe …»

Christus spricht: «Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis (a.Ü. Angst); aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!» (Joh 16,33).

Die Angst hat Tausend Gesichter und ergreift auch Kinder Gottes. Und darauf gibt es nur eine hilfreiche Antwort: Wir brauchen den Blick auf etwas, das mächtiger ist als die Angst, und das ist Jesus. Mut fassen wir nur im Blick auf Ihn. Jesus hat den Sieg errungen. Als der Stein von Jesu Grab weggerollt war, war all das mit weggerollt, was dem Menschen Angst macht, bzw. das, was die Ursache der Angst ist – auch wenn uns die Angst weiterhin befallen kann, fällt uns hier im wahrsten Sinne des Wortes ein Stein vom Herzen.

Gerade der weggerollte Stein am Grab des Herrn vermag uns da eine Botschaft zu geben. Denn können laut Lukas 19,40 nicht die Steine sprechen und hat nach Matthäus 3,9 Gott nicht die Macht, aus Steinen Kinder zu erwecken?

So heisst es in Matthäus 27,59-60: «Und Joseph nahm den Leib, wickelte ihn in reine Leinwand und legte ihn in sein neues Grab, das er im Felsen hatte aushauen lassen; und er wälzte einen grossen Stein vor den Eingang des Grabes und ging davon.»

In einer humorvoll gemeinten Erzählung heisst es, dass die Nachbarn und Freunde Josephs ihm gegenüber ihre Einwände vorbrachten und sagten: «Aber Joseph, dein Grab kannst du doch nicht einfach so verschenken und einem andern überlassen! Das kostet dir doch viel Geld. Und ausserdem, was machst du, wenn du stirbst? Es wird Unsummen verschlingen, Zeit benötigen und einen so schönen Ort findest du sicher nicht wieder.» Darauf antwortete Joseph: «Ach, wisst ihr, es ist ja nur für drei Tage.»

Es war Josephs Grab, es ging um sein Ende, um seinen Tod. Es ist gut, wenn wir uns über unseren Tod Gedanken machen. Die meisten Leute verdrängen ihn. Joseph hatte bereits sein eigenes Grab anfertigen lassen. Doch indem er Jesus «aufnimmt», verwandelt sich sein Grab in Leben. Nun erhielt Jesus die Macht über das Leben Josephs und über seinen Tod. Darin liegt der grosse Trost, dass, wer Jesus Einlass gewährt, dass er das Leben in seinem sterblichen Leib aufnimmt und zum Leben durchdringt.

«Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird derselbe, der Christus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt» (Röm 8,11).

Norbert Lieth absolvierte seine theologische Ausbildung an der Bibelschule des Mitternachtsruf in Südamerika und war dort auf verschiedenen Missionsbasen tätig. Ein zentraler Punkt seines weltweiten Verkündigungsdienstes ist das prophetische Wort Gottes.
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