Text vorlesen (computergeneriert)
An jenem Tag werde ich die verfallene Hütte Davids aufrichten und ihre Risse vermauern und ihre Trümmer aufrichten, und ich werde sie bauen wie in den Tagen vor alters.
Amos 9,11
Und hiermit stimmen die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht: ‹Danach will ich zurückkehren und die Hütte Davids wieder aufbauen, die verfallen ist, und ihre Trümmer will ich wieder aufbauen und sie wieder aufrichten.›
Apostelgeschichte 15,15-16

Ein zerfallenes Haus wird selten wieder aufgebaut; meistens wird es vollständig abgerissen und ein neues erstellt. Wenn ein zerfallenes Gebäude dennoch restauriert wird, ist der Grund oft, dass es unter Denkmalschutz steht. Man möchte die altertümlichen Dinge wieder hervorheben, daran anknüpfen und sie wieder sehenswert machen. – Genau das wird Gott mit Israel tun.

Die beiden zitierten Bibelverse weisen eindrücklich darauf hin, dass Israel noch eine Zukunft im messianischen Reich hat.

Jakobus war der Halbbruder unseres Herrn und der Leiter der Gemeinde in Jerusalem. Er war eine anerkannte Autorität (Gal 1,19; 2,9). Jakobus erklärt, in Übereinstimmung mit Petrus, dass die Heiden jetzt offiziell zur Gemeinde aus Juden hinzugetan wurden. «Simon hat erzählt, wie zuerst Gott darauf gesehen hat, aus den Nationen ein Volk zu nehmen für seinen Namen» (Apg 15,14; vgl. auch V. 5-9). Bevor Gott mit Israel als Nation den Faden wieder aufnimmt, hat er «zuerst» aus den Heiden ein Volk für seinen Namen angenommen.

Damit erklärt Jakobus den Grund, warum Israel als Nation keine Vorrangstellung mehr hat, sondern zurücktreten muss. Er greift dabei auf die Aussage des Propheten Amos zurück und zitiert ihn in Apostelgeschichte 15,16. Erst «danach» (a.Ü. «nach diesem») – das heisst, nach Abschluss des Gemeindezeitalters –, wird der Herr Jesus Christus in Herrlichkeit zurückkehren, um sich Israel wieder zuzuwenden und die zerfallene Hütte Davids wieder aufzubauen (V. 16). Damit ist ein Beweis erbracht, dass die Geschichte Israels nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben ist. Danach werden die übriggebliebenen Menschen den Herrn wiederum suchen.

«‹… auf dass, was übrig ist von Menschen, nach dem Herrn frage, dazu alle Heiden, über welche mein Name genannt ist, spricht der Herr, der das alles tut›» (V. 17; LUT).

Es werden die Menschen sein, die die Zorngerichte der Offenbarung überlebt haben. Das bedeutet auch, dass nach der Wiederherstellung Israels im messianischen Königreich die noch übrigen Nationen durch die nun gläubigen Israeliten erreicht werden. Die Reihenfolge sieht so aus:

Israel steht unter dem Gesetz.
Die Heiden werden zur Gemeinde hinzugerufen.
Der Abschluss des Gemeindezeitalters folgt.
Die Rückkehr und Wiederherstellung Israels erfolgt.
Die noch übrigen Nationen im messianischen Reich werden erreicht.

Im Gemeindezeitalter steht die Gemeinde nicht unter dem Gesetz.

In Vers 18 wird betont, dass Gott seine Werke von Ewigkeit her bekannt sind. Alles entspringt dem Heilsplan des Herrn und unterliegt dem herrlichen Ratschluss des Allmächtigen.

Wir können nicht genug danken und loben, dass wir als Zugehörige der Gemeinde in diesen herrlichen Plan miteingebunden sind. Aus diesem Grund unterliegen wir auch nicht den Bündnissen und dem Sinaigesetz, das Gott mit Israel schloss (V. 19-20). Wir sind in ein höheres, vollkommeneres Gesetz gerufen, in das Gesetz Christi.