Text vorlesen (computergeneriert)
Als mein Geist in mir ermattete, da kanntest du meinen Pfad.
Psalm 142,4
Denn aus vieler Bedrängnis und Herzensangst schrieb ich euch mit vielen Tränen, nicht um euch traurig zu machen, sondern damit ihr die Liebe erkennt, die ich überreichlicher zu euch habe.
2. Korinther 2,4

Wie ist es, wenn der Geist sich in Ängsten befindet? Da gibt es viele zunächst einmal grundlose Befürchtungen. In jeder Mücke sieht man einen Elefanten, in jedem Schnupfen eine tödliche Krankheit, hinter jeder Ecke einen Räuber, auf jeder Reise einen möglichen Unfall, in jeder Aufgabe ein Scheitern und in jedem neuen Tag eine aufziehende Nacht. Die meisten Christen sind zwar keine Künstler, aber sie sind gut darin, den Teufel an die Wand zu malen.

Es gibt jedoch auch reale Ängste und wahres Unglück, in das man geraten kann: Anfeindungen, familiäre Nöte, Angriffe der Sünde, Schwachheit des Fleisches, Angst vor dem Tod oder der zu bewältigenden Aufgaben. Der Psalmist gesteht ein, dass sein Geist in Ängsten ist. Paulus bezeugt ebenfalls seine Trübsal und die Angst des Herzens. Aber beide bezeugen auch ihr Vertrauen auf die reale Gegenwart und Macht Gottes.

Wir können das, was vorhanden ist, nicht verleugnen, aber wir können unsere Einstellung dazu ändern. Wir müssen lernen, vom Berg ins Tal zu sehen, statt vom Tal auf den grossen Berg. Dann werden wir uns bewusst, dass wir in Christus sind und uns in ihm auf dem Berg befinden, nämlich zur Rechten Gottes, des Vaters. Von diesem himmlischen Berg spricht Epheser 1,20-21:

«Es ist dieselbe gewaltige Kraft, die auch Christus von den Toten auferweckt und ihm den Ehrenplatz an Gottes rechter Seite im Himmel gegeben hat. Jetzt ist er als Herrscher eingesetzt über jede weltliche Regierung, Gewalt, Macht und jede Herrschaft und über alles andere, in dieser wie in der zukünftigen Welt» (NLB).

Jesus steht hoch über allem, was uns Angst machen könnte. Wir sind in ihm an denselben Ort versetzt: «… und hat uns mit­auferweckt und mitversetzt in die himmlischen Regionen in Christus Jesus» (Kap. 2,6). In unserer Angst nehmen wir im Glauben Zuflucht in ihm. Wir verstecken uns hinter ihm wie das Kind hinter seiner Mutter. – Es gibt Gründe genug, Angst zu haben, doch es gibt einen Herrn, der die Angst überwunden hat.