Text vorlesen (computergeneriert)
Siehe, Tage kommen, spricht der Herr, Herr, da werde ich einen Hunger in das Land senden, nicht einen Hunger nach Brot und nicht einen Durst nach Wasser, sondern die Worte des Herrn zu hören.
Amos 8,11
Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.
Römer 11,36

Was ist Hunger? – Die wenigsten von uns wissen, was wirklicher Hunger ist. Wir bekommen Appetit und haben in unseren Breitengraden unzählige Möglichkeiten, ihn gleich zu stoppen. Heisshunger auf Süssigkeiten ist ein Zeichen von Luxus.

Anders verhält es sich in Regionen, in denen Menschen wirklich wegen Mangel an Essbarem unterernährt sind. Auch die Kriegs- und Nachkriegsgeneration hierzulande weiss noch, was Hunger ist. Man ass Kartoffelschalen, Baumrinden, Sauerampfer. Es gab Essensmarken für das Nötigste. Frauen versuchten verzweifelt, ihre Kinder am Leben zu erhalten und durchzubringen.

Kann es sein, dass Wortmangel schlimmer ist als Brotmangel? Jesus sagt: «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort Gottes» (Lk 4,4).

Hunger ist grausam. Doch wenn der Mensch geistlich verhungert, weil er keine Beziehung zu dem lebenspendenden Gott hat, sind die Auswirkungen schlimmer als Brotmangel.

Das eine lässt physisch verhungern mit zeitlichen Auswirkungen, das andere lässt geistlich verhungern mit ewigen Konsequenzen. Wer Mangel leidet, aber das Wort Gottes und seinen Heiligen Geist in sich wohnen hat, ist besser dran als jemand, der sich materiell alles leisten kann, aber dessen Seele verhungert.

Zur Zeit Amos’ gab es ein Volk, das nach Gottes Wort verlangte, Gott jedoch schwieg. Es war ein schreckliches Gericht. «Da wird man hin und her wanken von einem Meer zum anderen und umherziehen vom Norden bis zum Osten, um das Wort des Herrn zu suchen, und wird es doch nicht finden» (Am 8,12). Nach 2. Thessalonicher 2,10-12 wird eine solche Zeit nochmals erlebt werden.

Jesus ist das Brot des Lebens. Er kann satt machen. Wie glücklich können wir uns schätzen, jede Art von Speise zu geniessen. Wie froh können wir sein, dass Jesus für alle da ist und dieses lebendige Brot niemandem verwehrt wird. – Geniessen wir es täglich, teilen wir es mit anderen. Geben wir es weiter an eine hungrige Welt. Decke heute den Tisch für jemanden, der es nötig hat.