SgM 08-16

SgM 08-16

Wohl den meisten Christen ist die Strophe des Liedes «Ich bete an die Macht der Liebe» von Gerhard Tersteegen bekannt:

«Ich bete an die Macht der Liebe,
die sich in Jesus offenbart;
ich geb mich hin dem freien Triebe,
wodurch ich Wurm geliebet ward;
ich will, anstatt an mich zu denken,
ins Meer der Liebe mich versenken.»

Auf Wikipedia heisst es dazu:

«Das Lied besingt die erlösende Liebe Gottes, die mich durch Jesus aus dem Zwange eines selbstbezogenen Daseins befreite: ‹Ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken.›»

In der Liebe Gottes liegt tatsächlich so viel verändernde Kraft: Die Liebe Gottes nimmt uns die Furcht, «fürchte dich nicht, du vielgeliebter …» Sie gibt uns Frieden, «Friede dir!» Die Liebe Gottes ist meine Stärke, «Sei stark, ja, sei stark! Und als er mit mir redete, fühlte ich mich gestärkt …» Die Liebe Gottes lässt uns wieder auf ihn blicken und hören: «Mein Herr möge reden, denn du hast mich gestärkt.» Die Liebe zeigt uns den richtigen Platz. Sie sagt, du gehörst zu mir an meine Seite. «Einer seiner Jünger aber, den Jesus liebte, hatte bei Tisch seinen Platz an der Seite Jesu.»

Johannes – der Jünger, den Jesus liebte – wird hier zu einem Bild der Gesamtgemeinde. Sie ist so sehr von Gott in Christus Jesus geliebt, dass ihr Platz zu seiner Rechten ist (Eph 1,20; 2,6).

Wir wollen die Strophe Tersteegens ernst nehmen und seinen Rat befolgen. Wir wollen die Liebe des Herrn zu uns, die er in Jesus offenbarte, annehmen und dadurch alle Hindernisse überwinden. Wir wollen uns dieser Liebe hingeben und alles von ihr erwarten. Sie lässt uns nie im Stich.

Und anstatt an uns zu denken, bei unseren Begrenzungen stehen zu bleiben und den Mut zu verlieren, wollen wir uns lieber ins Meer seiner Liebe versenken, indem wir uns immer wieder bewusst in Erinnerung rufen, dass wir geliebt sind.