Prediger 5,1

«Übereile dich nicht mit deinem Mund, und lass dein Herz keine unbesonnenen Worte vor Gott aussprechen; denn Gott ist im Himmel, und du bist auf der Erde; darum sollst du nicht viele Worte machen!»
Prediger 5,1
«Nie wieder», hast du vor dem Angesicht des Herrn im Gebet gesagt, und siehe da, kurze Zeit nachher war es doch wieder so. «Nie wieder, Herr, will ich diese Sünde tun», aber im Grunde genommen hast du gerade diese Sünde nie losgelassen und bliebst daran gebunden. Woher kommt es denn, dass wir dem Herrn oft so vieles geloben und dennoch nicht halten? Weil unsere Entschlüsse im Seelischen, im Gefühlsbereich, getroffen werden. Nichts ist jedoch derart wetterwendisch und veränderlich wie unsere seelischen Gefühle, so dass wir den Herrn schnell vergessen und noch vielmehr das, was wir Ihm gesagt und versprochen haben. «Nun», sagst du, «ich kann doch nichts dafür, ich bin nun einmal so.» Das ist kein Alibi! Du magst zwar labil sein, aber du musst es nicht bleiben. Der Herr hat dir eine mächtige, wunderwirkende Waffe gegeben, um vom seelischen Wesen erlöst und frei zu werden: Das Schwert des Wortes Gottes, das Seele und Geist voneinander scheidet. Allerdings muss eines klar betont werden: Die theoretische Bejahung des Wortes wirkt keine Scheidung zwischen Seele und Geist. Ist diese Scheidung aber in Wahrheit vollzogen, dann bekommt unser Gelöbnis vor dem Angesicht des Herrn ewiges Gewicht.