Eine der gewaltigsten und tiefgreifendsten Aussagen in der Schrift ist die Wahrheit, dass Gott der Erste und der Letzte ist, der Anfang und das Ende. Wenn wir erfassen würden, was das bedeutet, könnten wir ruhig und gelassen sein. Jesus hat uns ein Beispiel hinterlassen, als Er im Schiff schlief, während die Jünger vor Angst und Verzweiflung fast umkamen. Er wusste gewiss, dass nicht der Sturm und die Wellen das letzte Wort haben würden, sondern Er selbst. «Dann stand er auf und befahl den Winden und dem See; und es entstand eine grosse Stille» (Mt 8,26).
Petrus hat diese Wahrheit später erfasst, denn «als nun Herodes ihn vorführen wollte, schlief Petrus in jener Nacht zwischen zwei Kriegsknechten, mit zwei Ketten gebunden» (Apg 12,6). Das war keine leichte Sache, denn Herodes «tötete Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert. Und als er sah, dass das den Juden gefiel, fuhr er fort und nahm auch Petrus gefangen» (V 2-3). Wie konnte Petrus da schlafen? Er wusste: Nicht Herodes und seine Soldaten haben das letzte Wort, sondern der Herr. Jesus hatte ihm prophezeit: «Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Da du jünger warst, gürtetest du dich selbst und wandeltest, wohin du wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst» (Joh 21,18). «Wenn du aber alt wirst …», war die Weissagung. Hätte Herodes Petrus getötet, wäre diese Prophezeiung nicht wahr geworden. Aber sie hat sich erfüllt – trotz unmöglichster Umstände. Wenn wir Jesus vertrauen, können wir gut schlafen.
Der Erste und der Letzte in Seinem Wort
Was Gott sagt, das tut Er auch. «Du hast deinem Knecht David, meinem Vater, gehalten, was du ihm zugesagt hast; mit deinem Mund hast du es geredet, und mit deiner Hand hast du es erfüllt, so wie es heute ist» (2.Chr 6,15). Hier haben wir ein Bild dessen, was es bedeutet, dass Er der Erste und der Letzte ist. Er sagt nicht einfach etwas, ohne es zu erfüllen, wie das bei uns Menschen häufig der Fall ist. «Gott ist nicht ein Mensch, dass er lüge, noch ein Menschenkind, dass ihn etwas gereue. Sollte er etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas reden und nicht halten?» (4.Mo 23,19). Oft sind wir die Ersten beim Reden, doch mangelt es dann sehr häufig am Tun. Gott hat kein Wort geredet, das Er nicht auch erfüllt. «Denn so viele Verheissungen Gottes es gibt – in ihm ist das Ja, und in ihm auch das Amen, Gott zum Lob durch uns!» (2.Kor 1,20). «In ihm ist das Ja» – der Erste; «und in ihm auch das Amen» – der Letzte.
Es wird an keinem Wort fehlen, so erfuhr es schon Josua: «So sollt ihr erkennen mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele, dass nicht ein Wort gefehlt hat von all den guten Worten, die der Herr, euer Gott, euch verheissen hat; es ist alles für euch eingetroffen, und nicht ein Wort davon ist ausgeblieben!» (Jos 23,14). Gott ist der Erste und der Letzte, der verheisst und der erfüllt.
«Gott aber hat das, was er durch den Mund aller seiner Propheten zuvor verkündigte, dass nämlich der Christus leiden müsse, auf diese Weise erfüllt … den der Himmel aufnehmen muss bis zu den Zeiten der Wiederherstellung alles dessen, wovon Gott durch den Mund aller seiner heiligen Propheten von alters her geredet hat» (Apg 3,18.21). Gott als der Erste, der gesprochen hat, nimmt Sein Wort so ernst, dass Er sich selbst dahingab und sich so zum Letzten gemacht hat. Jesus konnte in Gethsemane sagen: «Meinst du, ich könnte nicht jetzt meinen Vater bitten, und er würde mir mehr als zwölf Legionen Engel schicken? Wie würden dann aber die Schriften erfüllt, dass es so kommen muss?» (Mt 26,53-54). Der Feind versuchte, Jesu Macht zu schmälern, indem er Ihn hindern wollte, zum Letzten zu gehen. Doch Gott ist der Erste und der Letzte, Er ist alles.
Der Erste und der Letzte in Bezug auf unseren Glauben
Es ist der grösste Trost im Glaubensleben, Jesus zu betrachten, der das A und das O, der Anfang und das Ende ist. Das bedeutet in Bezug auf unseren Glauben, dass Er der Anfänger und der Vollender unseres Glaubens ist, wie es Hebräer 12,2 ausdrückt: «… und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens.» Oder wir können es mit den Worten des Paulus sagen: «Ich bin desselben in guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi» (Phil 1,6).
Wir haben in Josua 3,14-17 ein anschauliches Bild für diese mutmachende Wahrheit: «Als nun das Volk aus seinen Zelten auszog, um durch den Jordan zu gehen, und als die Priester die Bundeslade vor dem Volk hertrugen und an den Jordan kamen und ihre Füsse vorn ins Wasser tauchten …, da stand das Wasser, das von oben herniederkam, aufgerichtet wie ein einziger Wall … Und die Priester … standen still im Trockenen mitten im Jordan. Und ganz Israel ging auf trockenem Boden hindurch, bis das ganze Volk über den Jordan gekommen war.» Und in Kapitel 4,10-11 heisst es: «Die Priester aber, die die Lade trugen, standen mitten im Jordan, bis alles ausgerichtet war … Als nun das Volk ganz hinübergegangen war, da ging die Lade des Herrn auch hinüber und die Priester vor dem Volk her.» Die Bundeslade symbolisiert die Gegenwart Gottes. Er ist der Erste, der hineingeht, und Er ist der Letzte, der herausgeht. So macht es Gott auch in unserem Glaubensleben. Geduldig wartet Er, bis wir unsere Lektionen gelernt haben. Er verlässt uns nicht, bis alles vollendet ist. Er ist der Anfänger und auch der Vollender des Glaubens.
Der Erste und der Letzte und Jakob
Im Alten Testament wird die gewaltige Aussage, dass Gott der Erste und der Letzte ist, dreimal gemacht (vgl. Jes 44,6). In Jesaja 41,4 steht geschrieben: «Wer tut und macht das? Wer ruft die Geschlechter von Anfang her? Ich bin’s, der Herr, der Erste, und bei den Letzten noch derselbe.» Und in Jesaja 48,12 heisst es: «Höre mir zu, Jakob, und du, Israel, den ich berufen habe: Ich bin’s, ich bin der Erste und auch der Letzte.» Als der Erste ruft Er die Menschen. Wir lesen hier von der Berufung Jakobs. Hat nicht Gott sich als der Erste und der Letzte im Leben von Jakob erwiesen? Er wusste sehr wohl, wen Er gerufen hatte, denn Er kannte ihn schon von Mutterleib an. «So spricht der Herr, der dich gemacht und bereitet hat und der dir beisteht von Mutterleibe an: Fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob …» (Jes 44,2).
Gott hat nicht einfach so mit Jakob angefangen, und als Er merkte, wie Jakob wirklich war, ihn dann links liegen gelassen und sich einen einfacheren Fall gesucht. Haben Sie einen schwierigen Charakter wie Jakob oder leiden Sie an Minderwertigkeitskomplexen? Bedenken Sie, dass Jesus sehr wohl weiss, wer Sie sind. Er hat Sie gerufen und Er wird Sie nicht fallen lassen, sowenig Er Jakob aufgegeben hat. Gott rang mit Jakob, aber Er brachte ihn zurecht. Welch ein Trost ist es, uns in die Arme Dessen zu legen, der der Erste und dazu auch der Letzte ist!
Der Herr verwandelte den wankenden, hin und her gerissenen Glauben Jakobs, der lange Zeit nicht völlig glaubte, sondern lieber auf seine List baute, in einen gewissen und festen Glauben. In 1. Mose 48 sehen wir den alten Jakob, der sich sicher war, was er tat, als er von seinem Sohn getadelt wurde: «Nicht so, mein Vater, dieser ist der Erstgeborene; lege deine rechte Hand auf sein Haupt. Aber sein Vater weigerte sich und sprach: Ich weiss wohl, mein Sohn, ich weiss wohl. Dieser soll auch ein Volk werden und wird gross sein, aber sein jüngerer Bruder wird grösser als er werden, und sein Geschlecht wird eine Menge von Völkern werden» (V 18-19). Jakob vertrat, was Gott geplant hatte. Im Glauben war er eins mit den Gedanken Gottes. Und wir sehen Gott auch als den Letzten, der vollendete, was Er mit Jakob begonnen hatte.
Wer so auf Jesus schaut, als den Anfänger und Vollender des Glaubens, der wird froh und zuversichtlich. Gott beginnt nicht nur, Er hält auch durch und wird vollenden, was Er begonnen hat. Paulus war nicht zuversichtlich, nur weil er auf die Christen in Philippi schaute (Phil 1,6). Nein, diese Zuversicht hatte er, weil er Den kannte, der der Erste und der Letzte ist, auch im Glaubensleben.
Der Erste und der Letzte in Leiden, Anfechtungen und Bedrängnissen
Dass Jesus der Erste und der Letzte ist, gilt ohne Ausnahme in allen Bereichen – auch in Bezug auf Leiden, Anfechtungen und Bedrängnissen.
Als Johannes wegen seines Glaubens wie ein Schwerverbrecher auf die Insel Patmos verbannt wurde, bezeichnete er sich als «Mitgenosse an der Bedrängnis». (Offb 1,9). Doch in dieser Bedrängnis wurde er von Jesus selbst getröstet: «Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte» (V 17). Es ist der stärkste Trost zu wissen, dass Jesus die Lage bestimmt. Johannes durfte zwar auf die Insel gebracht werden, aber der Herr setzte die Grenzen. Wie schwer eine Bedrängnis werden darf, teilt Er zu, und nicht etwa der Feind, Menschen oder Umstände. Er wacht darüber, dass das Feuer der Bedrängnis und der Leiden das richtige Mass bekommt, damit es uns zur Läuterung dient.
In Offenbarung 2,8 wird die Gemeinde in Smyrna mit diesem Trostwort gegrüsst: «Dem Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden.» Die Gemeinde in Smyrna litt unter furchtbaren Verfolgungen. Sie wird mit dem Zuspruch getröstet, dass Jesus in all ihrer Bedrängnis das letzte Wort hat. Und Er bestimmt die Zeitdauer, denn Er erklärt in Vers 10: «… ihr werdet in Bedrängnis sein zehn Tage.»
Als der Erste und Letzte bestimmt Er nicht nur, wie lange die Anfechtung, Trübsal und Leiden dauern werden, sondern auch, wie intensiv das Mass der Bedrängnis sein darf. In Jesaja 48,12 bezeugt Gott, dass Er der Erste und Letzte ist, und davor sagt Er: «Siehe, ich habe dich geläutert, doch nicht wie Silber; ich habe dich geprüft im Schmelzofen des Elends.»
Im Schmelzofen des Elends
Ein Schmelzer schaute einmal wie gebannt in den Schmelztiegel und erhöhte die Temperatur im Schmelzofen. Auf die Frage, warum er so gebannt in den Schmelztiegel schaue, gab er zur Antwort: «Wenn ich mein Gesicht im Schmelztiegel sehe, dann ist das Metall rein und ich kann das Feuer abstellen.»
So macht es auch Jesus mit uns. Er bestimmt die Stärke der Hitze. War es nicht auch im Leben von Hiob so? Er kam in den Schmelzofen. Gott erlaubte es (Er ist der Erste), aber Er erwies sich auch als der Letzte und brachte Hiob aus dieser Leidensschule heraus und überschüttete ihn mit vermehrtem Segen. Hiob konnte in seiner Notlage ausrufen: «Aber ich weiss, dass mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er über dem Staub sich erheben» (Hiob 19,25).
Erleben Sie gerade Anfechtungen oder Trübsal und gehen durch ein Leidenstal? Dann möchte ich Ihnen das ermutigendste Wort zurufen: Jesus ist der Erste und auch der Letzte; niemand kann Sie aus Seiner Hand reissen. Er lässt nicht nur zu, dass wir angefochten werden, Er kümmert sich auch um uns und lässt es uns zum Besten dienen. «Denn unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Massen gewichtige Herrlichkeit» (2.Kor 4,17).
Wissen Sie, wie unsere Trübsale und Leiden, die wir hier auf Erden durchmachen, enden werden? Die Antwort steht in Offenbarung 21,4-6: «Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron sass, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende.»
Das wird Gott schaffen, als der Letzte: «Siehe, ich mache alles neu!» Gott hat Wunderbares für Sie und für mich bereitet. Harren Sie deshalb im Schmelzofen des Elends aus, der Herr will Sie reinigen und alles neu machen. Vertrauen Sie sich Ihm an, der das letzte Wort in allen Leiden und Bedrängnissen hat und alles zu einem wunderbaren Ende führen wird!
Der Erste und der Letzte im Ablauf der Weltgeschichte
Wir erleben in der Weltgeschichte einen erbitterten Kampf des Feindes gegen Gott. Satan benutzt Menschen, ja ganze Völker, mit dem Ziel, die Pläne Gottes zu durchkreuzen. Als Gott nach dem Fall des Menschen einen Erlöser verhiess, der aus dem Samen des Weibes kommen sollte, begann dieser Kampf, der bis heute andauert. Abel wurde durch Kain getötet. Pharao liess alle Kinder töten, um das Kommen des Erlösers für Israel zu vereiteln. Aber Gott hörte nie auf, Seinen Plan zu verwirklichen. Das Volk Israel – auch wenn es häufig versagte – war Sein Werkzeug, um Seinen Plan auszuführen. Gott allein schaffte es, dass Jesus, der Retter für die ganze Welt, geboren wurde. Der Feind handelte durch Herodes und liess alle zweijährigen und noch jüngeren Knaben in Bethlehem töten, um zu verhindern, dass der König der Juden die Verheissungen Gottes erfüllte. Doch Gott hatte und hat das letzte Wort. Er wird stets, trotz allen Widerstands, Seine Verheissungen erfüllen. Die Pforten des Totenreichs können die Gemeinde nicht überwältigen (Mt 16,18).
Wir nähern uns dem letzten Akt der Weltgeschichte. Der Feind versucht alles, die Stellung Gottes einzunehmen, er sucht fieberhaft die Anbetung des Menschen. Er möchte die Stellung des Ersten und des Letzten einnehmen.
Wir stehen vor der Entrückung der Gemeinde Jesu. Danach wird die Welt einer siebenjährigen Trübsalzeit entgegengehen, wie das noch nie zuvor der Fall war. Der Feind wird versuchen, sein Reich aufzubauen. Er wird die Menschheit manipulieren und am Ende alle Nationen gegen Israel führen. Trotzdem wissen wir, dass Gott als der Letzte all dem ein Ende machen wird. Mit dem Hauch Seines Mundes wird Er den Feind vernichten (2.Thess 2,8).
Gott wird Seine bereits im Alten Testament gegebenen Verheissungen erfüllen, wie es in Apostelgeschichte 3,21 geschrieben steht: «Ihn muss der Himmel aufnehmen bis zu der Zeit, in der alles wiedergebracht wird, wovon Gott geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten von Anbeginn.» Gott wird in der Weltgeschichte das letzte Wort haben. Und so erfüllt sich Hiob 42,2: «Ich erkenne, dass du alles vermagst, und nichts, das du dir vorgenommen, ist dir zu schwer.»
Der Herr Jesus wird als König regieren. Das ist gewaltig, wenn wir heute die Weltgeschichte anschauen, in der Gott verdrängt wird. Vor Ihm sollen sich alle Knie beugen, und alle Zungen werden bekennen, dass Er der Herr ist (Phil 2,10-11).
Ist Er Knecht oder sind wir es?
Obwohl Gott der einzige ist, der sagen kann, dass Er der Erste und der Letzte ist, behandeln wir Ihn oft so, als müsse Er uns zu Diensten sein. Wir haben Gott zu unserem Knecht gemacht. Er soll unsere Wünsche und Träume erfüllen. Tut Er es nicht, sind wir enttäuscht und murren gegen Ihn. Und was tut Er? Er überschüttet uns mit Liebe und Barmherzigkeit.
«Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind. Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt. Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen» (Apg 17,24-26).
Obwohl wir nun diesen Herrn, der so gross und erhaben ist, Vater nennen dürfen, so ist es doch absolut inakzeptabel, wenn wir, die wir wie Staub sind, Ihn behandeln, als sei Er unser Knecht, der uns zu gehorchen habe! Nur Er kann tun, was Er will. Er muss uns nicht Rechenschaft darüber geben, warum Er dieses oder jenes so oder so tut. Wenn Er uns in Krankheit führt, dann können wir Ihm nicht vorschreiben, uns gesund zu machen, als sei Er dazu verpflichtet. Ja, wir dürfen Ihn darum bitten. Aber wir sollten dies mehr in der Haltung von 1. Könige 8,28 tun: «Wende dich aber zum Gebet deines Knechts und zu seinem Flehen, Herr, mein Gott, damit du hörst das Flehen und Gebet deines Knechts heute vor dir.» Zweimal wird in diesem Vers «dein Knecht» erwähnt. Nehmen wir eine solche Stellung ein, so wird unser Gebet auch den richtigen Ton haben. Wir dürfen Seine Mitarbeiter sein, wie es 1. Korinther 3,9 beschreibt; aber wer bestimmt, wie es gehen soll, ist Er, der Erste und der Letzte. Es ist ohnehin eines der grössten Vorrechte, dass wir Seine Mitarbeiter sein dürfen.
Demütigen Sie sich unter Seine gewaltige Hand und werden Sie wieder Sein Knecht! Jesus sagt: «Der Knecht ist nicht grösser als sein Herr» (Joh 15,20), und: «Der Jünger steht nicht über dem Meister und der Knecht nicht über seinem Herrn» (Mt 10,24).
Darf Er der Erste und Letzte in Ihrem Leben sein?
Nun bleibt noch eine Frage: Darf Er auch in Ihrem Leben der Erste und damit auch der Letzte sein?
Kain zum Beispiel sprach selbst das letzte Wort über sich: «Meine Sünde ist grösser, denn dass sie mir vergeben werden möge» (1.Mo 4,13; andere Übersetzungen: «Meine Strafe ist zu schwer, als dass ich sie tragen könnte»). Wenn wir nicht völlig an das wunderbare Erlösungswerk Jesu glauben, können wir dahin kommen, zu sagen: «Meine Sünden sind zu viele oder zu gross, als dass sie mir vergeben werden können. Es geht nicht mehr, es ist aus, es gibt keine Möglichkeit und Hoffnung mehr.» Wenn Er nicht der Erste in unserem Leben ist, werden wir in vielen Bereichen das letzte Wort sprechen wollen und Schiffbruch erleiden.
«Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch ans Licht bringen wird, was im Finstern verborgen ist, und wird das Trachten der Herzen offenbar machen. Dann wird einem jeden von Gott sein Lob zuteilwerden» (1.Kor 4,5). Wer richtet, drängt Gott vom ersten Platz und macht sich selbst zu dem, der das letzte Wort spricht.
«Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: ‹Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr›» (Röm 12,19). Indem wir Ihm Raum geben, wird Er zum Ersten und dadurch auch zum Letzten. Geben wir Ihm keinen Raum, setzen wir uns zwangsläufig an Seine Stelle. Die Folge wird sein, dass Er in unserem Leben keinen Einfluss mehr hat.
Römer 14,9 sagt: «Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei.» Wenn Er der Erste und Letzte in unserem Leben sein darf, dann ist Er Herr unseres Lebens. In dieser Stellung fragen wir: «Herr, was willst Du, dass ich tun soll?» Wenn wir Ihm alles anvertrauen, vermögen wir nach Psalm 17,2 zu handeln: «Sprich du in meiner Sache.» Mit anderen Worten: Wir lassen Ihn für uns streiten – was nie der Fall sein wird, wenn wir den ersten Platz einnehmen.
Sind wir bereit, die uns zugedachte Stellung einzunehmen, sodass Er den ersten Platz haben kann? Oft ist es so, dass wir das Lenkrad in die Hand nehmen und sagen: «Herr Jesus, segne mich jetzt, wenn ich rechts abbiege, und dann werde ich halten und dieses und jenes tun.» Wir planen und tun, was wir wollen, und Er soll Seinen Segen dazu geben. Doch es sollte so sein, dass Er das Lenkrad in der Hand hält und ich mich auf die hintere Bank setze und mich von Ihm führen lasse, wo immer es auch hingeht.
Wenn Er der Erste sein darf und so auch das letzte Wort hat, werden wir getrost, froh und zufrieden sein, denn dann befinden wir uns am richtigen Platz. Die innige Gemeinschaft mit Gott befriedigt völlig und ganz. Geben Sie jetzt Jesus den ersten Platz in Ihrem Leben! Er, der Erste und der Letzte, sagt: «Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen» (Joh 10,10).