«Was er euch sagt, das tut!» (Teil 1)

Sieben Lehren aus der Hochzeit in Kana.

Jesus einladen

«Aber auch Jesus wurde samt seinen Jüngern zur Hochzeit eingeladen» (Joh 2,2).

Es ist wunderbar, wenn wir Jesus in unser Leben und auch in unseren Alltag einladen, wenn Er Teil hat an unserem Erleben. 

Nur haben wir ein Denken entwickelt, das korrigiert werden muss. Wir meinen, wenn wir Jesus eingeladen haben, dann müsste alles rund laufen. Es gibt einen Au-toaufkleber mit folgender Aussage: «Warum leiden, nimm Jesus an.» Das lehrt die Bibel nicht. 

Als Jesus mit im Boot der Jünger war, kam dennoch ein Sturm auf und die Wellen überfielen sie. Es war so schlimm, dass das Wasser ins Boot kam und die Jünger vor Verzweiflung schrien: «Meister, fragst du nicht danach, dass wir verderben?» 

Auf der Hochzeit fehlte es an Wein. Das führte zu grosser Verlegenheit und Aufregung. In Psalm 73 klagt der Psalmist sinngemäss: «Warum geht es den Gottlosen so gut und ich erlebe täglich diese Anfechtungen?» 

Die Bibel macht deutlich, dass wir nicht bewahrt werden vor Schwierigkeiten, Anfechtungen, Problemen, ja sogar vor Leiden. Aber wer Jesus in sein Leben und in sein Erleben eingeladen hat, der wird nie enttäuscht, sondern erfährt, dass Er Hilfe schafft und der Trost wird, den niemand sonst sein kann.

«Der gelobt sei in Ewigkeit», so reagiert Paulus auf alle Nöte, die er mit dem Herrn erlebt hat (2Kor 11,31).

Marias Vorbild

«Und als es an Wein mangelte, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein!» (Joh 2,3).

Durch die Handlungsweise Marias bei der Hochzeit zu Kana können wir viel lernen. Ihr war es nicht gleich, was an der Hochzeit ihrer Freunde oder Verwandten geschah. Sie hätte reagieren können wie Kain, der sagte: «Soll ich meines Bruders Hüter sein?» – Was geht mich das an, ob Wein fehlt oder nicht?

Maria handelte nach dem Prinzip von Philipper 2,4: «Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen.» – Sich für die Probleme des anderen zu interessieren und die Lasten mitzutragen, ist der wahre Charakter eines Christen: «Einer trage des anderen Lasten, und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen!» (Gal 6,2).

Das Nächste, was wir von ihr lernen können ist, dass sie sofort mit dem bestehenden Problem zu Jesus ging. Wohin gehen wir mit unseren Problemen? Von Petrus heisst es: «Simons Schwiegermutter aber lag krank am Fieber da-nieder, und sogleich sagten sie ihm von ihr» (Mk 1,30).

 Sage Jesus von deinen Problemen, wo es fehlt und wo die Not drückt. Er versteht sie. Er ist der, der helfen kann. Deshalb wollen und sollten wir jederzeit nach Hebräer 4,16 handeln: 

«So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe!»

Seine Stunde ist nicht die unsere

«Jesus spricht zu ihr: Frau, was habe ich mit dir zu tun? Meine Stunde ist noch nicht gekommen!» (Joh 2,4).

Jesus handelte immer nach dem, was Sein Vater wollte. Er war nicht bestimmt von eigener Ehre oder den sonstigen falschen Motiven, die uns oft bewegen. Vielleicht war auch der Wunsch Marias auf einem menschlichen Grund gebaut. Womöglich wollte sie die Situation retten und die Verant-wortlichen davor bewahren, durch die Blamage gehen zu müssen, dass sie falsch kalkuliert hatten oder zu geizig waren und zu wenig Wein bestellt hatten usw. 

Jesus handelte aus einem Motiv: zur Verherrlichung des Vaters. Das sehen wir auch in Johannes 11 bei Lazarus. Die Stunde Jesu war nicht die Stunde Marias und Marthas. Nach ihrem Verständnis kam der Herr sogar zu spät. Und doch war es die richtige Stunde, in der Jesus erschien, denn Er sagte: «Ich bin froh um euretwillen, dass ich nicht dort gewesen bin, damit ihr glaubt» (Joh 11,15). 

Das Handeln Jesu hatte seinen Zweck und diente einem Ziel. Seine Stunde ist nicht unsere, aber immer die richtige. Glaube auch du, dass Seine Stunde kommen wird und Er zur rechten Zeit eingreift, auch wenn du meinst, Er kommt zu spät. Wenn es sich hinauszieht, so glaube, dass Er es richtig machen wird. Unser Herr weiss, was gut und richtig ist, auch jetzt, in dieser Stunde deines Lebens.

Ernst Kraft besuchte die Bibelschule in Porto Alegre, Brasilien, und arbeitet seit 1975 als Missionar des Mitternachtsruf in Brasilien, wo er eine umfangreiche evangelistische Literaturarbeit in Sao Paulo leitet.
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