Zwölf Gründe, warum unsere Generation die letzte sein könnte Fr. 5. Juli 2019

Fr. 5. Juli 2019

Trennen uns nur noch wenige Jahre von der Wiederkunft Jesu Christi? Viele sind der Meinung, dass das der Fall ist. Der Autor führt zwölf Gründe an, warum er der Meinung ist, dass unsere Generation sich kurz vor der Rückkehr Christi befinden könnte.

Von Tim LaHaye

Zweitausend Jahre lang leben Christen in dem Glauben, dass Jesus Christus bei Seiner Wiederkunft zur Erde zurückkehren wird, und zwar in ihrer jeweiligen Generation. Obwohl unser Herr wusste, wie lange die Gemeinde auf diese Rückkehr warten musste, sollte nach Seinem Willen jede Generation zu ihrer eigenen Ermutigung so leben, als würde Er jederzeit kommen. Wie Er in Seinen Gleichnissen lehrte, wusste unser Herr, dass Er «in ein fernes Land gehen, und nach langer Zeit … zurückkehren und Rechenschaft fordern würde». Ihm waren die Gefahren der Alltagsroutine für die Motivation eines gläubigen Menschen in einem den Naturgesetzen unterworfenen Universum wohl bekannt. So stellte Er Seine Wiederkunft in einer Weise dar, die es Christen ermöglichte, in einer ständigen Erwartung Seiner Rückkehr zu leben.

Die Apostel und die Gemeinde des ersten Jahrhunderts erwarteten fast einhellig Seine Rückkehr zu ihren Lebzeiten. Diese Erwartung war für sie eine Triebkraft ihrer Heiligung und ihrer Hingabe im Dienst der weltweiten Evangeliumsverkündigung. Die Gemeinde des zweiten und dritten Jahrhunderts lebte in einer ähnlichen Erwartung Seiner Rückkehr, auch oder gerade unter unglaublichen Verfolgungen. Die Gläubigen dieser Epoche verkündigten das Evangelium mit einer Begeisterung und Hingabe, die damals die Welt im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf stellte, und im vierten Jahrhundert durften sie miterleben, wie das Römische Reich das Christentum zur Staatsreligion machte.

In den nachfolgenden Jahrhunderten wurde die Bibel den Gläubigen immer unzugänglicher, und die Wahrheit über die Wiederkunft Christi wurde wie das Feuer der Evangeliumsverkündigung immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Nach der Reformation und der Erfindung des Buchdrucks wurde durch Bibelübersetzungen in die jeweiligen Sprachen das Wort Gottes den einfachen Menschen wieder zugänglich gemacht, und es kam zu einem neu erwachten Interesse am Studium des prophetischen Wortes und der Wiederkunft Christi. Schliesslich besteht ein Drittel der Bibel aus Prophetie, und wenn man die gesamte Bibel studiert, beschäftigt man sich zwangsläufig mit biblischer Prophetie.

Da die Wiederkunft in der Bibel häufiger erwähnt wird als jedes andere Thema, mit Ausnahme der Lehre von der Erlösung der Menschen, ist es verständlich, dass die Unterweisung aus dem prophetischen Wort, gefolgt von der Evangeliumsverkündigung, der Gründung von Missionswerken und der Betonung der Heiligung im Leben der Gläubigen zu einer neuen Blüte kommen würden. Von der historischen Entwicklung her ist das in den letzten drei Jahrhunderten geschehen, denn die Bibel war in dieser Zeit das am weitesten verbreitete Buch.

Nach «Zeichen» Ausschau halten

Es ist nur natürlich, dass biblisch orientierte Christen in ihrer freudigen Erwartung der Rückkehr Christi ein grosses Interesse an «Zeichen» Seines Kommens haben. Sogar die Jünger, als sie merkten, dass Jesus sie bald verlassen würde, fragten: «Was wird das Zeichen sein für dein Kommen?» Sie setzten offenbar Sein Kommen mit dem «Ende der Welt» gleich (Mt 24,3). Der Herr wies sie wegen dieser Frage nicht zurecht; deshalb können wir davon ausgehen, dass sie berechtigt war. Auch heute hat diese Frage ihre Berechtigung. Natürlich wurden durch wilde Spekulationen und Sensationslust viele Zeichen übertrieben dargestellt, und dadurch wurde in der Gemeinde Jesu grosse Verwirrung ausgelöst, aber das sollte uns nicht daran hindern, nach Zeichen zu fragen. Wir sollten nur bei der «rechten Teilung des Wortes Gottes» mehr Sorgfalt an den Tag legen, damit die Verwirrung nicht noch grösser wird. Wir sollten aber auch die Gemeinde Jesu nicht ihrer Grundlage für die persönliche Heiligung, die Evangeliumsverkündigung und der Vision für missionarisches Wirken berauben, indem wir nicht wahrhaben wollen, dass sich in vielen heutigen Ereignissen bestimmte Prophezeiungen erfüllen.

Andererseits sollten wir jedoch Spekulationen, die über die Schrift hinausgehen, vermeiden und diesen Zeichen nicht eine Bedeutung geben, die von der Bibel her nicht beabsichtigt ist. Vor allem sollten wir uns vor der Festsetzung eines bestimmten Datums hüten. Die negativen Erfahrungen mit den Datierungsversuchen von Autoren wie dem heute unglaubwürdigen Edgar Whisenant im Jahre 1988 und Harold Camping im Jahre 1994 tragen nicht dazu bei, das Vertrauen auf die baldige Rückkehr Christi zu stärken, sondern führen bei vielen Menschen zur Ernüchterung. Wenn jemand versucht, ein bestimmtes Datum festzusetzen, wissen wir, dass sich diese Person irrt. Unser Herr hat bereits in Matthäus 24,36 gesagt, dass wir «Tag und Stunde» nicht wissen können. Allerdings gibt Er uns im selben Abschnitt Hinweise, die uns erkennen lassen, dass dieses Ereignis «nahe ist, ja, vor der Tür steht.»

Obwohl wir nicht auf dogmatische Weise behaupten können, dass Jesus in unserer Generation zurückkehren wird, gibt es doch heute mehr berechtigte Gründe für diese Annahme als in jeder früheren Generation. Wenn man die nachfolgend aufgeführten zwölf Gründe gründlich überdenkt, dann kommt man zu der Erkenntnis, dass keiner für sich allein massgebend ist, obwohl der zweite Grund dem am nächsten kommt. Aber in ihrer Gesamtheit sollten diese zwölf Gründe, die Stimme des Erlösers aus dem Himmel zur Entrückung Seiner Gemeinde in dieser Generation zu erwarten, Auswirkungen auf unser persönliches Leben haben.

Es gibt heute mehr eingetroffene Zeichen als in jeder früheren Epoche

Die bereits eingetroffenen Zeichen der Rückkehr unseres Herrn könnten ein ganzes Buch füllen. Ich habe sogar ein solches Buch unter dem Titel The Beginning of the End (Der Anfang vom Ende) verfasst. Dort zähle ich zwölf dieser Zeichen auf. Andere Leser des prophetischen Wortes haben noch mehr Zeichen ausfindig gemacht, aber die zwölf markantesten führe ich nachfolgend mit den dazugehörigen Bibeltexten auf.

1. Der Erste Weltkrieg (Mt 24,1–8): Eigentlich besteht dieses Zeichen aus vier Teilen, und zwar wurde ein Weltkrieg von einer Nation begonnen; dieser Nation schlossen sich die Reiche dieser Welt an; als Auswirkungen dieses Krieges fanden Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben zu gleicher Zeit, aber an verschiedenen Orten statt. Dieses Jahrhundert ist durch ein Ausmass an Grausamkeit gekennzeichnet, das alle anderen Epochen in der Geschichte übertrifft. Die Zahl der Toten aus zwei Weltkriegen und als Folge der Ausbreitung des Kommunismus übertrifft mit mehr als 180 Millionen alle anderen Kriege in der Menschheitsgeschichte zusammengenommen. Ausserdem starben in dieser Generation Hunderttausende durch Erdbeben, Hungersnöte und Epidemien.

2. Die Rückkehr Israels (Hes 36-37).

3. Der Aufstieg Russlands und seiner Verbündeten im Vorfeld der Erfüllung von Hesekiel 38-39: Erst in diesem Jahrhundert, und zwar seit 1917, ist Russland zu einer Weltmacht geworden. Es handelt sich hier um ein faszinierendes Zeichen, und deshalb ist es ein eigenes Studium wert, denn nicht nur Russland wird von Hesekiel mit bemerkenswerter Deutlichkeit als politische Bedrohung der Endzeit dargestellt, sondern auch seine Verbündeten – die arabischen Nationen – und sein Feind, nämlich Israel, werden namentlich genannt.

4. Die Zunahme der Mobilität und des Wissens (Dan 12,4): Unser Jahrhundert wird zu Recht als «Informationszeitalter» bezeichnet. Ausserdem erfüllt sich vor unseren Augen auch die Weissagung des Propheten, dass die Menschen auf Erden «umherstreifen».

5. Konflikte zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Jak 5,1–6): Diese Auseinandersetzungen haben in unserem Jahrhundert zu revolutionären Veränderungen im Arbeitsleben geführt.

6. Das Auftreten von Spöttern (2.Petr 3,3–4): Hier handelt es sich um ein Zeichen für die «letzten Tage». Die einflussreichsten Einrichtungen weltweit, sogar unsere eigenen, werden von Spöttern beherrscht. Sie beeinflussen die Medien, die Unterhaltungsindustrie, das Erziehungswesen und viele Regierungen. Ihr Wesen ist geprägt von bewusster Ignoranz und einem Wandel nach ihren eigenen Lüsten, wie in dem oben angeführten Text bereits vorausgesagt wurde.

7. Der moralische Verfall in der Gesellschaft (2.Tim 3,1–5): Über die in dem Text aufgeführten achtzehn Kennzeichen des moralischen Verfalls in der Endzeit liest man fast täglich in der Presse.

8. Die Gesetzlosigkeit wird zunehmen (2.Thess 2,7–10).

9. Verstärkte Aktivitäten im Bereich des Okkultismus und der Sekten (1.Tim 4,1–5): Diese Phänomene hat es zwar schon immer gegeben, aber die heutigen Entwicklungen übertreffen alles bisher Erlebte, und sie steigern sich noch.

10. Abfall vom Glauben (1.Tim 4,1): Der Liberalismus und die Ablehnung des Glaubens, die so viele Menschen Schiffbruch erleiden liessen, haben ihre Ursprünge im letzten Jahrhundert, als grosse Konfessionen von ihrem ursprünglichen Glauben an die Gottheit Jesu und von anderen Glaubenslehren abgerückt sind.

11. Der Aufstieg Babylons, der Ökumene (Offb 17): Seitdem in der zweiten Hälfte des vierten und im fünften Jahrhundert die heidnischen Praktiken Babylons und anderer Religionen in die römische Kirche einsickerten, erkennen bibeltreue Ausleger in der römisch-katholischen Kirche die Hure, die nach Offenbarung¡17 auf dem «Tier», das heisst der Regierung, reitet. Heutzutage lassen sogar führende Persönlichkeiten in evangelikalen Kreisen Rom (Babylon) gegenüber eine versöhnliche Haltung erkennen. Diese Tendenz ist äusserst gefährlich, kommt aber im Lichte der Prophezeiungen aus der Offenbarung nicht unerwartet.

12. Die Weltregierung (Dan¡2): Von vielen Auslegern wurde die Gründung der Vereinten Nationen im Jahre 1945 als riesiger Schritt zur Erfüllung der Prophezeiung über eine endzeitliche Weltregierung angesehen. Die erst kürzlich eingeführte Welthandelsorganisation (WTO) und der Zusammenschluss der europäischen Länder zu den «Vereinigten Staaten von Europa» könnten Vorstufen zu der von Daniel prophezeiten Weltregierung sein.

Man kann natürlich behaupten, dass alle der oben angeführten Ereignisse oder Tendenzen unserer heutigen Zeit Zeichen für die Rückkehr unseres Herrn sind, aber wie bereits erwähnt, ist dieses Thema ein eigenes Buch wert. An dieser Stelle soll lediglich hervorgehoben werden, dass diese Zeichen in unserem Jahrhundert aufgetreten sind und unaufhaltsam einem Höhepunkt zustreben, der in unserer Generation geschehen könnte. In ihrer Gesamtheit liefern sie unserer heutigen Generation mehr Gründe, an eine Rückkehr Christi zu unseren Lebzeiten zu glauben als jemals zuvor.