Gottes heilendes Wort Fr. 13. März 2020

Fr. 13. März 2020

«Er sandte sein Wort und heilte sie, er rettete sie aus ihren Gruben» (Ps 107,20). Dieses Wort gilt zuallererst den Juden. Denken wir nur an ihre Zerstreuung, wie der Herr sie dann aus ihren Gräbern herausgeholt hat (Staatsgründung Israels) und wie er den Überrest Israels bei Seiner Wiederkunft heilen wird. Aber wir können dieses Wort auch für uns in Anspruch nehmen.

Von Erich Maag

Gott sendet Sein Wort. Dadurch sollen Menschen geistlich gesund und gerettet werden. Zweifellos kann der Herr uns Menschen aber auch von körperlichen Krankheiten heilen. Denken wir nur daran, was Gott sagte: «Sollte für den HERRN eine Sache zu wunderbar sein?» (1.Mo 18,14). Abraham und Sara erfuhren die Wahrheit dieser Aussage. Und die Antwort des Engels Gabriel an Maria klingt wie ein Echo dieser Worte: «Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich» (Lk 1,37). Dieselbe Erfahrung durfte auch Elisabeth, die Mutter Johannes’ des Täufers, machen. Sie erfuhr die Wahrheit und Kraft des Wortes Gottes an ihrem eigenen Leibe.
Diese Aussagen dürfen auch wir für unser Leben in Anspruch nehmen, in unserer persönlichen Not, in unseren Begrenzungen und Schwachheiten. Wir können zum Herrn gehen mit allem, was uns bedrückt. Beim Herrn gibt es kein «unmöglich». Er möchte uns auch aus den Löchern herausholen, in die wir geraten sind. Er will, dass wir geistlich gesund werden und wachsen. Er will allen Schaden in unserem Leben heilen. Das Wort Gottes hat die Kraft, uns zu verändern.

Gottes Wort kehrt nicht leer zurück
«So wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird bewirken, was mir gefällt, und ausführen, wozu ich es gesandt habe» (Jes 55,11). Wie Psalm 107,20 spricht dieser Vers davon, dass der Herr das Wort sendet und dieses Wort nicht leer zu Ihm zurückkommt. Aber es bedeutet mehr: In Jesus Christus liegt die Garantie, dass Gottes Wort Kraft hat, Menschen zu befreien und ihnen das ewige Leben zu geben. Sein Wort ist wie Regen und Schnee, die der Erde Wasser geben und ihr helfen, die Pflanzen zum Wachsen zu bringen. Im Nahen Osten kann sich ein trockener und harter Boden nach dem ersten Niederschlag der Regenzeit fast über Nacht in ein üppig bewachsenes Feld verwandeln. Genauso bringt Gottes Wort geistliches Leben hervor und schafft, wozu Er es bestimmt hat.

Die Botschafter von Gottes Wort
Gott sendet Sein Wort, und zwar durch uns. Es gibt keinen anderen Weg. Es waren immer die Gläubigen, die Glieder am Leib Jesu, die der Herr gebrauchte, um Sein Reich zu bauen. In unserer heutigen Zeit braucht der Herr keine Visionen und Träume mehr, um Sein Reich zu bauen. Er schickt auch keine Engel, um das Ende der Welt mit der guten Botschaft zu erreichen, sondern Er braucht Seine Kinder dazu, Sie und mich. Alle sind gerufen. Darum ist es so wichtig, dass wir als Kinder Gottes uns ganz bewusst dem Herrn zur Verfügung stellen. Denn Er will das Reich Gottes durch uns bauen. «So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!» (2.Kor 5,20).

Die Kraft des Wortes Gottes
Psalm 107,20 sagt uns, dass Gott Sein Wort sandte, um Menschen gesund zu machen. Ist das nicht eine wunderbare Perspektive? Sein Wort hat die Kraft, Menschen zu verändern und sie von verderblichen Bindungen zu befreien. «Ist mein Wort nicht brennend wie Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert?» (Jer 23,29).
Das Angebot der Welt für jemanden, der geistlichen Hunger hat, ist wertlos und bringt keine Hilfe. Im Gegensatz dazu ist Gottes Wort durchdringend und machtvoll. Nichts kann Gott daran hindern, Sein Wort zu erfüllen. Wir haben diese wunderbare Verheissung, dass Gottes Wort die Kraft hat, Menschen in ihrem Inneren zu heilen.
«Hierzu ist der Sohn Gottes geoffenbart worden, damit er die Werke des Teufels vernichte» (1.Joh 3,8). Wir können in diesem Vers eine Steigerung sehen. Dass Sein Wort die Kraft hat, Menschen in ihrem Innern zu heilen, bedeutet auch, dass der Herr damit die Werke des Teufels vernichten will. Es ist die Macht der Sünde, die die Menschen versklavt.
Überall gibt es Elend. Die Sünde verbreitet überall ihr zerstörerisches Werk, unabhängig von Kontinent, Land oder Kultur. Bei den einen äussert sich dies durch Spott und Ablehnung. Es gibt auch solche, die Bitterkeit und Wunden in ihrem Herzen tragen oder ihr Elend hinter einer gleichgültigen Maske verbergen. Wieder andere werden von zerstörerischen Bindungen wie Alkoholismus und Drogenabhängigkeit bedroht. Darum ist es so wichtig, dass wir den richtigen Blick für unsere Generation haben, für die Menschen, die der Herr uns in den Weg stellt. Gottes Wort hat bis heute die gleiche Kraft. Aber der Kanal, durch den der Herr es sendet, sind wir.

Das Licht der Welt
«Ihr seid das Licht der Welt; eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht eine Lampe an und setzt sie unter den Scheffel, sondern auf das Lampengestell, und sie leuchtet allen, die im Hause sind» (Mt 5,14-15). Jesus spricht von Gläubigen, deren Wirken so deutlich erkennbar ist wie eine Stadt, die auf dem Berg liegt, oder wie ein Licht auf einem Leuchter.
Ist es nicht eine Herausforderung und ein Vorrecht, vom Herrn gebraucht zu werden, um Sein Reich zu bauen und zu vollenden? Es ist zugleich auch eine Ermahnung an uns, unseren Auftrag mit ganzem Ernst wahrzunehmen, nämlich das Licht zu sein, wozu wir berufen sind – mit allen unseren Begrenzungen und Schwachheiten. Für den Herrn ist dies kein Hindernis. Und vergessen wir eines nicht: Die wahrhaftige Nachfolge ist kein Spaziergang, sie ist mit Opfern verbunden. Aber der Herr verspricht denen, die bereit sind, diesen Weg zu gehen – auch wenn es durch Schwierigkeiten und dunkle Täler geht –, dass sie mit Freuden ernten werden. «Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten» (Ps 126,5). Wenn nicht schon hier auf Erden, dann ganz bestimmt in der Herrlichkeit.