Prüft nicht das Ohr die Worte, wie der Gaumen die Speise schmeckt?
Hiob 12,11
Die feste Speise aber ist für Erwachsene, die infolge der Gewöhnung geübte Sinne haben zur Unterscheidung des Guten sowohl als auch des Bösen.
Hebräer 5,14

In der Wiedererlangungs-Übersetzung des Neuen Testaments las ich diesbezüglich folgenden Kommentar:

«Gut und Böse bezieht sich hier auf das Überlegenere im Gegensatz zum Minderwertigen, z.B. die Überlegenheit von Christus im Gegensatz zur Minderwertigkeit der Engel, des Mose und des Aaron oder der Überlegenheit des Neuen Bundes im Gegensatz zur Minderwertigkeit des Alten Bundes.»

Je mehr wir in Christus und seiner Lehre und dem, was er für uns bedeutet, heranreifen, desto besser können wir Gutes von Schlechtem und Notwendiges von Unnötigem unterscheiden und umso selbstständiger werden wir.

Ein unreifer Christ, der noch Milch benötigt, wird nicht geistlich eigenständig. Er ist abhängig wie ein kleines Kind, nicht selten auch von anderen Menschen, Emotionen und Gefühlen. Er wird gegängelt, muss gehalten und geführt werden und benötigt ständig Korrektur von aussen.

Ein reifer Christ hingegen, der «erwachsen» ist und von fester Speise lebt, kann aus eigener Einsicht auf der Grundlage von Gottes Wort handeln. Er ist nicht mehr abhängig, hat gelernt, einzuordnen, zu unterscheiden und recht zu teilen. Er weiss, was gut für ihn ist, und handelt entsprechend. Er braucht kein «Laufgitter» mehr. Er lässt sich nicht von jedem Wind der Lehre hin- und herwerfen, sondern steht mit beiden Beinen fest in der Lehre des Herrn.

Der Herr will uns dieses Wachstum schenken. – Wir müssen jedoch dazu bereit sein.