Niemand wird beschämt davongehen oder zurückgelassen; niemand, der dem Herrn vertraut, muss beschämt verzweifeln. In einem Lied heisst es: «Niemand wird zuschanden, welcher Gottes harrt, sollt’ ich sein der Erste …?»
Psalm 105 blickt zurück auf die Geschichte Israels und Josephs: Es kam eine Hungersnot über Kanaan. Gott schickte Joseph nach Ägypten voraus. Es kam tiefes Leid über ihn. Doch alles diente den Verheissungen Gottes an Israel.
Habakuk fragte Gott verzweifelt:
«Wie lange Herr? – Warum? – Warum schaust du dem Elend zu?» Die Antwort Gottes lautete: «Ich wirke ein Werk … Ich lasse zu … Ich habe ein Ziel.» Am Ende schreibt der Prophet: «Du bist ausgezogen zur Rettung deines Volkes … Ich aber, ich will in dem Herrn frohlocken, will jubeln in dem Gott meines Heils. Der Herr, der Herr, ist meine Kraft und macht meine Füsse denen der Hirschkühe gleich und lässt mich einherschreiten auf meinen Höhen» (Hab 3,13.18-19).
Jesus rief am Kreuz: «Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?» (Mk 15,34). Die Antwort Gottes lautete etwas später: «Diesen hat Gott zum Fürsten und Retter zu seiner Rechten erhöht» (Apg 5,31).
Paulus rief wegen seiner Schwachheit und Anfechtung drei Mal zum Herrn, doch der Herr befreite ihn nicht davon. Er erhielt jedoch die befreiende Antwort:
«Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen! Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus bei mir wohne» (2Kor 12,9).
Hudson Taylor sagte: «Paulus wurde nicht von, sondern in seiner Schwachheit erlöst.» Der Apostel wurde nicht beschämt. Er musste nicht zweifeln, ob der Herr ihn verlassen hätte. Er erhielt die Zusicherung, dass Gott umso mächtiger wirken und der Segen und die Frucht nicht aufhören würden.
Viele Dinge verstehen wir nicht. Auf etliches haben wir keine Antwort. Manches will uns verzweifeln lassen. – Aber eines dürfen wir wissen: Wir werden nicht beschämt werden!