Text vorlesen (computergeneriert)
Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun; aber am siebten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun; weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der innerhalb deiner Tore lebt.
2. Mose 20,9-10
Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat wurde um des Menschen willen geschaffen, nicht der Mensch um des Sabbats willen.
Markus 2,27

Wir wissen, dass wir nicht unter dem Gesetz des Sinai stehen und daher den Sabbat nicht halten müssen. Der Sonntag ist auch kein Ersatz-Sabbat (an Stelle von). Er ist von Menschen infolge der Ersatztheologie eingeführt worden. Es ist tatsächlich wichtig, einen Ruhetag zu haben, und wir dürfen für den Sonntag dankbar sein. Schon damals war der Sabbat um des Menschen willen geschaffen, denn es war nötig, zur Ruhe zu kommen. Und Gott, der keine Ruhe benötigt, ist uns darin sogar ein Vorbild. Selbst Jesus hat es seinen Jüngern zugestanden und ihnen Ruhe verordnet: «Und er sprach zu ihnen: Kommt ihr allein abseits an einen einsamen Ort und ruht ein wenig! Denn es waren viele, die gingen und kamen, und sie hatten nicht einmal Zeit zu essen» (Mk 6,31).

Ständige Arbeit ohne Pause, Stress, hohe Belastung, Druck und Spannung machen uns auf die Dauer krank. Es ist wichtig, manchmal innezuhalten, auch mal Nein sagen zu können und Prioritäten zu setzen. Wir benötigen immer wieder Zeiten, in denen wir nicht nur unserem Körper Ruhe gönnen, sondern auch vor Gott ruhig werden, Gottesdienst feiern und in der Familie Gemeinschaft pflegen. Der Theologe Eberhard Jüngel schreibt: «Gibst du der Stille vor Gott den kleinen Finger, nimmt sie die ganze Hand und löst die Faust.»

«Stille vor Gott löst Verkrampfungen.
Stille vor Gott löst Verspannungen.
Stille vor Gott löst Ärger und Zorn auf.
Stille vor Gott löst die Faust der aggressiven Stimmung.»