Lukas 1,31

«Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben.»
Lukas 1,31

Für uns ist es nicht nachvollziehbar, was das für Maria und Josef damals bedeutet haben muss. Ein unglaublicher Skandal! Wir leben heute in einer Zeit, wo allein erziehende Mütter Normalität sind, schwule und lesbische Paare heiraten können und jedes Jahr millionenfach Kinder abgetrieben werden. Nur schwer können wir die Situation dieses verlobten Pärchens verstehen. Doch Maria war sich der Tragweite ihres Entschlusses bewusst, als sie dem Engel antwortete: «Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast» (Lk 1,38). Die Konsequenz war: Schande, Schmach und Hohn, Verachtung in der Familie und Gesellschaft, ja im schlimmsten Fall sogar der Tod. In 5.Mose 22,23-24 heisst es: «Wenn eine Jungfrau verlobt ist und ein Mann trifft sie innerhalb der Stadt und wohnt ihr bei, so sollt ihr sie alle beide zum Stadttor hinausführen und sollt sie beide steinigen, dass sie sterben, die Jungfrau, weil sie nicht geschrien hat, obwohl sie doch in der Stadt war, den Mann, weil er seines Nächsten Braut geschändet hat; so sollst du das Böse aus deiner Mitte wegtun.» Maria überschlug die Kosten und stellte sich ganz auf die Seite Jesu. Auch für Josef war die Entscheidung nicht einfach. Er musste über seinen eigenen Schatten springen und seine religiöse und soziale Vergangenheit hinter sich lassen. Sein ganzes bisheriges frommes Leben wurde infrage gestellt. Aber er entschied sich für Jesus und nahm damit die Schmach und Schande auf sich, von der die Bibel sagt: «So lasst uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen.» (Hebr 13,13). Sind auch wir bereit, diese Schmach zu tragen? S.R.