Das Kind, das immer schon da war – Teil 1 Mi. 2. Januar 2019

Mi. 2. Januar 2019

Von Norbert Lieth

Vor rund 2 000 Jahren wurde in Israel ein Kind geboren, das später mit Recht sagen konnte: «Ehe Abraham wurde, bin ich» (Joh 8,58).

Von der Geburt dieses Kindes und von Seinem Namen wird in der Bibel Folgendes berichtet: «Und es geschah, als sie dort (in Bethlehem) waren, wurden ihre Tage erfüllt, dass sie gebären sollte; und sie gebar ihren erstgeborenen Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Raum für sie war» (Lk 2,6-7). Joseph, sein Pflegevater, «nannte seinen Namen Jesus» (Mt 1,25).
Ein Ehepaar ist unterwegs, die Frau hochschwanger. Ihre Schwangerschaft geht zu Ende, und der erste Sohn wird geboren. Das Kind kommt nicht zu Hause zur Welt, sondern in einem an ein vollbelegtes Gasthaus angrenzenden Stall. Es fehlt ein Kinderbett. So legt man das Kind in eine Futterkrippe. Der neugeborene Sohn bekommt den Namen Jesus.
Es soll der berühmteste und bedeutendste Name der Weltgeschichte werden, sein Träger die wichtigste Persönlichkeit aller Zeiten. Er stellt alle Könige, Machthaber, Helden, Stars und Politiker in den Schatten. Kein Mensch hat die Welt so nachhaltig berührt wie dieses Kind. Was steckt dahinter?
Mit dieser Person sollte man sich unbedingt beschäftigen. Wer an ihr vorbeilebt, ohne sie zu beachten, verpasst das Grösste. Kürzlich wurde uns ein evangelistisches Buch zurückgeschickt mit dem Vermerk «Kein Bedarf».
Ganz anders verhielten sich die so genannten Weisen aus dem Morgenland (Mt 2,1ff.). Schon Agur, der lange vor der Geburt Christi lebte, fragte: «Wer ist hinaufgestiegen zum Himmel und herabgefahren? Wer hat den Wind in seine Fäuste gesammelt? Wer hat die Wasser in ein Tuch eingebunden? Wer hat aufgerichtet alle Enden der Erde? Was ist sein Name und was der Name seines Sohnes, wenn du es weisst?» (Spr 30,4). Jesus selbst gibt uns darauf die Antwort: «… niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel als nur der, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, der Sohn des Menschen» (Joh 3,13).
Wer ist das Kind in den Windeln, das in einem Stall in Bethlehem geboren wurde? Es ist Der, der immer schon da war!

Wie heisst Gott?
Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie Gott eigentlich heisst? Er muss doch einen Namen haben! Agur hat gefragt: «Was ist sein Name und was der Name seines Sohnes, wenn du es weisst?» Eine von Mose an Gott gerichtete Frage lautete: «Siehe, wenn ich zu den Israeliten komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt! und sie mir sagen werden: Wie ist sein Name?, was soll ich ihnen sagen?» (2.Mo 3,13).
«Gott» ist lediglich ein Titel, ein Über- bzw. Gattungsbegriff. Man kann ihn auch auf Menschen anwenden. Menschen haben sich zu allen Zeiten «Götter» genannt. Gott selbst hat diesen Begriff angewandt, als Er sagte, Mose werde für Aaron zum Gott sein: «… du wirst für ihn zum Gott sein» (2.Mo 4,16).
Man kann den Begriff «Gott»
• auf Allah anwenden. Allah ist kein Eigenname, sondern heisst einfach «Gott».
• auch auf «Götter» im Sinne von Götzen und falschen Gottheiten der Heiden anwenden: «Und du sollst nicht andern Göttern nachfolgen, den Göttern der Völker, die um euch her sind» (5.Mo 6,14). In 1. Korinther 8,5-6 heisst es: «Denn wenn es auch so genannte Götter gibt im Himmel oder auf Erden – wie es ja viele Götter und viele Herren gibt –, so ist doch für uns ein Gott, der Vater, von dem alle Dinge sind und wir auf ihn hin, und ein Herr, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn.»
Aber wie heisst der wahre Gott, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs? Dieser Gott hat einen Eigennamen, der nur Ihm zugeschrieben wird. Es ist ein Name, der Ihm von niemandem gegeben wurde, sondern den Er sich selbst gegeben hat und der beschreibt, wer Er ist. Dieser Name heisst «Jahwe» (JHWH). Das ersehen wir aus der Antwort, die Gott Seinem Knecht auf dessen Frage gegeben hat: «Und Gott sprach weiter zu Mose: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: Jahwe, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name in Ewigkeit, und das ist meine Benennung von Generation zu Generation» (2.Mo 3,15). Als Mose nach der ersten Begegnung mit dem Pharao und dessen Anordnungen (2.Mo 5) sehr niedergeschlagen war, richtete der Ewige ihn auf mit den Worten: «Ich bin Jahwe. Ich bin Abraham, Isaak und Jakob erschienen als Gott, der Allmächtige; aber mit meinem Namen Jahwe habe ich mich ihnen nicht zu erkennen gegeben» (2.Mo 6,2-3).

Was bedeutet dieser Name?
Der Herr erklärt Mose auf dessen Frage nach Seinem Namen: «Da sprach Gott zu Mose: Ich bin, der ich bin. Dann sprach er: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: Der Ich bin – hat mich zu euch gesandt. … Jahwe, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs …» (2.Mo 3,14-15). Damit unterscheidet sich Gott von allen anderen Göttern, denn Jahwe bedeutet: «Ich bin, der ich bin.» Dieser Name beschreibt die ewige Existenz Gottes, das, was Er in Seiner ganzen Person ist.
Abraham Meister schreibt: «Jahwe ist das absolute ‹Ich› in seiner höchsten Gottesfülle.» Der Eigenname Gottes kann auf neun verschiedene Arten übersetzt werden. Daran sehen wir, wer Gott ist:
Ich bin, der ich bin.
Ich bin, der ich war.
Ich bin, der ich sein werde.
Ich war, der ich bin.
Ich war, der ich war.
Ich war, der ich sein werde.
Ich werde sein, der ich bin.
Ich werde sein, der ich war.
Ich werde sein, der ich sein werde.
Das heisst: «Ich bin der, der nie ins Dasein gekommen ist, der immer schon ist, der aus sich selbst heraus existiert, der Unveränderliche, Selbstseiende und ewig Gegenwärtige.»
Abraham Meister schreibt darüber: «Die Wurzel ‹hawa›, von welcher Jaweh abgeleitet ist, bedeutet ‹werden›, ‹sein›. Er ist demnach der ‹Seiende›, der Sich als der ‹Werdende› bekannt macht. Er zeigt Sich also in einer ‹beständigen und zunehmenden Selbstoffenbarung›. … Er ist der eine ‹Selbstseiende›, der Sich Selbst offenbart. …»
Dieser Name war für die Juden so heilig, gross und unnahbar, dass sie ihn aus Ehrfurcht vor dem dritten Gebot: «Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen», nicht auszusprechen wagten. Sie haben dann statt Jahwe («HERR») Adonai gesagt.