Der Herr sagt Seinen Jüngern: «Ihr seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz fade wird, womit soll es wieder salzig gemacht werden? Es taugt zu nichts mehr, als dass es hinausgeworfen und von den Leuten zertreten wird» (Mt 5,13).
«Ihr seid …» ist eine göttliche Einladung an uns persönlich: «Er hat uns ja errettet und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht aufgrund unserer Werke, sondern aufgrund seines eigenen Vorsatzes und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewigen Zeiten gegeben wurde» (2Tim 1,9). Christen haben somit einen göttlichen Wert, denn sie sind «Salz der Erde». Petrus schreibt: «Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht» (1Petr 2,9). Mit dieser hohen Berufung ist aber auch eine ernste göttliche Tatsache verbunden: Fades Salz taugt nichts. «Wenn aber das Salz salzlos wird, womit wollt ihr es würzen?» (Mk 9,50). Das griechische Wort für «fade» bedeutet auch Dummheit. – Hüten wir uns davor, durch geistliche Dummheit fade zu werden!
Die Eigenschaften des Salzes
Wir sind berufen, Salz zu sein, da Gott uns in der Erlösung mit göttlichem Wert bedacht hat. Aber warum vergleicht Jesus uns überhaupt mit Salz? Weil dieses wichtige – wichtigste – Gewürz Eigenschaften hat, die für das fruchtbare Leben eines Christen stehen.
- Salz ist überall erhältlich: «Und Jesus durchzog alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündigte das Evangelium von dem Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen im Volk» (Mt 9,35). Wie unser Herr durchziehen wir alle Städte und Dörfer, Christen sind überall, um das heilsame Evangelium zu verbreiten.
- Salz ist billig bzw. günstig: «Das Törichte der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen» (1Kor 1,27).
- Salz ist unersetzlich, und das macht es zugleich so einzigartig: «Lässt sich etwa Fades ohne Salz essen?» (Hiob 6,6). Genauso unersetzlich und einzigartig sind Christen mit der frohen Botschaft auf dieser Erde.
- Salz hat auch in kleinen Mengen eine grosse Wirkung: «Er rief aber seine zwölf Jünger zusammen und gab ihnen Kraft und Vollmacht über alle Dämonen und zur Heilung von Krankheiten … Und sie gingen aus und durchzogen die Dörfer, verkündigten das Evangelium und heilten überall» (Lk 9,1.6).
- Salz ist weiss, was Reinheit symbolisiert: «Wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel» (1Petr 1,15). Christus hat uns durch Sein Blut gereinigt und geheiligt, damit wir rein und heilig für Ihn leben.
- Die gebrochenen Körner des Salzes symbolisieren Sanftmut: «Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung» (Gal 5,22).
- Die Schönheit der Salzkristalle symbolisiert ein vom Heiligen Geist erfülltes Herz: «Stephanus, einen Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes … Er aber, voll Heiligen Geistes, blickte zum Himmel empor und sah die Herrlichkeit Gottes, und Jesus zur Rechten Gottes stehen» (Apg 6,5; 7,55).
- Salz ist auch ein Konservierungsmittel und steht damit für den Dienst der Christen in und an der Welt: «Fürchte dich nicht, Paulus! Du musst vor den Kaiser treten; und siehe, Gott hat dir alle geschenkt, die mit dir im Schiff sind!» (Apg 27,24).
- Salz wirkt im Stillen. So ruft Gott Sein Volk auf: «Im Stillesein und im Vertrauen läge eure Stärke» (Jes 30,15). Denn darin ahmen wir Christus nach: «Er wird nicht streiten noch schreien, und niemand wird auf den Gassen seine Stimme hören» (Mt 12,19).
- Salz löst sich selbst auf: Das ist ein Bild für die Selbstverleugnung, zu der wir nach dem Vorbild unseres Herrn aufgerufen sind: «Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!» (Mt 16,24).
- Salz macht durstig. Wie die Samariterin am Jakobsbrunnen wecken Christen in den Menschen einen Durst nach dem Wasser des Lebens: «Die Frau … lief in die Stadt und sprach zu den Leuten: Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe! Ob dieser nicht der Christus ist? … Und zu der Frau sprachen sie: Nun glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; wir haben selbst gehört und erkannt, dass dieser wahrhaftig der Retter der Welt, der Christus ist!» (Joh 4,28.29.42).
- Salz trägt: «Einer trage des anderen Lasten, und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen!» (Gal 6,2).
- In der Bibel ist Salz auch ein Symbol für Dankbarkeit, wie wir dankbar für das Geschenk der Erlösung sind: « Da wir nun das Salz des Palastes essen und es uns nicht geziemt, ruhig zuzusehen, wie der König geschädigt wird, so senden wir zum König und bringen es ihm zur Kenntnis …» (Esr 4,14).
- Salz hat bei den levitischen Opferbestimmungen auch als ein Bild für den Bund mit Gott gedient: «Alle deine Speisopfergaben sollst du mit Salz würzen und darfst das Salz des Bundes deines Gottes nicht fehlen lassen in deinem Speisopfer; sondern zu allen deinen Opfergaben sollst du Salz darbringen» (3Mo 2,13).
Warum Salz fade wird
Diese wunderbaren Eigenschaften des Salzes sollen durch die Kraft des Heiligen Geistes auch in unserem Leben sichtbar werden. Dennoch kann es vorkommen, dass das Zeugnis eines Gläubigen schwach wird. Woran liegt das? Wann wird das Salz fade?
- Wenn es am falschen Ort gelagert wird: «Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an!» (2Kor 6,17). Das heisst, wir sollen unser Leben nicht dort «lagern», nicht dort haben, wo Unreinheit und Sünde herrscht.
- Salz wird fade, wenn es vermischt wird. Das ist ein Bild für die Vermischung mit falscher Lehre: Der gottesfürchtige König Josaphat verschwägerte sich zum Beispiel mit dem gottlosen König Ahab (2Ch 18,1). Doch: «Lasst euch nicht irreführen: Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten!» (1Kor 15,33).
- Salz wird fade, wenn Unreines dazu kommt: «Ephraim ist an die Götzen gebunden» (Hos 4,17).
Ein trauriges Beispiel für fades Salz ist das Leben Lots. Zuerst geht er mit Abraham mit (1Mo 12,4) und wird sehr reich (1Mo 13,5). Er verlässt Abraham (1Mo 13,12) und schlägt sein Zelt in der gottlosen Stadt Sodom auf (1Mo 13,12). Gott richtet Sodom und Gomorra (1Mo 19,24), Lot muss fliehen und verliert dabei seine Frau, die zurückblickt und zu einer Salzsäule erstarrt (1Mo 19,26). Lots Töchter erweisen sich als moralisch verdorben (1Mo 19,31) und seine Enkelkinder sind böse: Moab (bedeutet: vom Vater) und Ammi (bedeutet: Sohn eines Verwandten). Lots Weg hat gut begonnen, wie Salz im Mund: mit Abraham zu grossem Reichtum, doch es endet in Kraftlosigkeit, wie Salz, das zu nichts anderem mehr taugt, als unter den Füssen zertreten zu werden.
Dennoch gibt es Hoffnung für fades Salz. Wenn unser Salz fade geworden ist, brauchen wir eine neue Schale, in der es aufbewahrt wird, und diese heisst Gehorsam: «Da sprach er: Bringt mir eine neue Schale und tut Salz hinein! Und sie brachten es ihm» (2Kön 2,20). Beherzigen darum das Wort unseres Herrn und ahmen Ihn nach, sodass wir für diese Welt die wichtigste Würze sein können: «Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander!» (Mk 9,50).