Mein Angesicht soll vorangehen – Teil 2 Fr. 30. August 2019

Fr. 30. August 2019

«Gott sprach: Mein Angesicht soll vorangehen; ich will dich zur Ruhe leiten» (2.Mo 33,14). Teil 2.

Von Burkhard Vetsch (1920-2008)

Wenn Gott uns mit Seinem Angesicht vorangehen will, so wollen wir uns getrost mit allem, was wir sind und haben, Seiner Führung anvertrauen! Aber wie macht man das? Indem wir nach Seinem Willen und Weg fragen, denn Er allein weiss, was für uns das Beste ist. Und Er tut sich uns in Seinem Wort kund, das Er uns durch Seinen Heiligen Geist aufschliesst.

In Psalm 119,105 heisst es: «Dein Wort ist meines Fusses Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.» Durch den Propheten Jesaja sagt der Herr: «Dies ist der Weg; den geht! Sonst weder zur Rechten noch zur Linken!» (Jes 30,21). Es darf uns genügen, wenn Er verspricht: «Ich selbst werde mitgehen.» Wenn wir am Ende sind, kann Gott anfangen. Unsere Verlegenheiten sind Gottes Gelegenheiten!

Aber mit welcher Berechtigung darf man denn eine solche Zusage, die vor 3500 Jahren Mose gegenüber gemacht wurde, auf heute aktualisieren? Wer gibt uns denn das Recht, solche Gottesverheissungen heute für uns persönlich in Anspruch zu nehmen? Ist das nicht eine Anmassung oder gar Scharlatanerie? Nein! Wir dürfen es durchaus auch auf uns selbst beziehen, aber wir müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. In einem Wort zusammengefasst heisst das: glauben! Das bedeutet:

1. Wir glauben und wissen im Glauben, dass wir es mit demselben Gott zu tun haben wie Mose vor 3500 Jahren: «Du aber bleibst, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende» (Ps 102,28). – «…von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel des Lichts und der Finsternis» (Jak 1,17). – «Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige» (Offb 1,8).

2. Wir glauben an das unfehlbare und verbindliche Wort der Heiligen Schrift und somit an das, was der Apostel Paulus an Timotheus schrieb: «Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit» (2.Tim 3,16).

3. Durch den Glauben werden wir des Segens teilhaftig, den Gott Abraham verheissen hat: «… in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden» (1.Mo 12,3). Da sind wir mit eingeschlossen, denn in Galater 3,29 steht geschrieben: «Gehört ihr aber Christus an, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheissung Erben.»

4. Alttestamentliche Texte sind nicht antiquiert, veraltet, überholt. Wie oft zitierte Jesus selbst Worte der Väter, des Gesetzes, der Propheten und der Psalmen! «Habt ihr nicht gelesen im Gesetz …?» (Mt 12,5). – «Denn auf alle Gottesverheissungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe» (2.Kor 1,20).

Die Losung für uns

Unsere Losung möge lauten: «Mein Angesicht wird vor dir hergehen, und ich will dich zur Ruhe bringen.» Die Wege, die Gott Seine Kinder führen will, sind schon vorbereitet und vorgezeichnet. Lasst uns getrost in Seine Spur einlenken! «Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen» (Eph 2,10).

Setzen wir unsere Hoffnung nicht auf bessere Zeiten und prosperierende Konjunktur! Denn: «Gott aber kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allezeit volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk» (2.Kor 9,8). Brauchen wir denn etwa mehr als den Segen Seines leuchtenden Angesichts? «Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden!» (4.Mo 6,24-26).