Der Geburtsort Christi im Wandel der Zeit – Teil 1 Mi. 19. Dezember 2018

Mi. 19. Dezember 2018

Von Dr. theol. Roger Liebi

Vor bald 2000 Jahren wurde Jesus in Bethlehem geboren. Warum gerade dort? Nicht nur, weil der Prophet Micha (Kap 5,1) es so vorausgesagt hat, sondern weil Bethlehem auf Deutsch «Brothausen» heisst. Später hat der Herr Jesus der Wahrheit gemäss gesagt: «Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, wird nimmermehr dürsten» (Joh 6,35). Machen wir uns nun miteinander auf den Weg nach Bethlehem. Was ereignete sich dort in der Vergangenheit, und was sehen wir heute?

Bethlehem im 20. Jahrhundert
Bethlehem vor 54 Jahren: In Israel tobte der Unabhängigkeitskrieg. Es ging ums Überleben des eben erst ausgerufenen Judenstaates. Bethlehem wurde mit Unterstützung durch den Irak, Syrien, Libanon, Ägypten, Saudi-Arabien und Jemen von der jordanischen Armee besetzt.

Bethlehem im 21. Jahrhundert
Bethlehem heute: Aufgrund der Oslo-Abkommen steht Bethlehem unter palästinensischer Herrschaft – ganz nach dem Willen Jordaniens. Dadurch gehört Bethlehem zu den Städten im verheissenen Land, von denen täglich terroristische Bedrohung gegen Israel ausgeht.

Bethlehem vor über 3000 Jahren
Wenn man bedenkt, dass im Arabischen das Wort für «Palästinenser» und «Philister» ein und dasselbe ist, nämlich «Philastini», so mag man an eine Gegebenheit erinnert werden, die sich dort vor 3000 Jahren ereignet hatte: Bethlehem war von den Philistern besetzt. Der Jude David verging fast vor Sehnsucht nach dem Ort, an dem er seine Kindheit verlebt hatte (2.Sam 23,13-17).
Als Junge wuchs David in Bethlehem auf. Er hütete das Kleinvieh seines Vaters in der Wüste und verteidigte es wagemutig gegen Bären und Löwen. Eine besondere Gabe hatte er auf dem Gebiet der Musik und der hebräischen Dichtung. Durch prophetische Enthüllungen wusste er: Aus seiner Abstammungslinie sollte dereinst der Messias, der verheissene Erlöser, hervorgehen. Um ca. 1004 v.Chr. eroberte dieser Hirte aus Bethlehem die Stadt Jerusalem und erhob sie zur Zentrale seines Königreiches.

Bethlehem um die Zeitenwende
Bethlehem vor über 2000 Jahren: ein idyllisches kleines Städtchen, am Rande der judäischen Wüste, nur zwölf Kilometer südlich von der in grosser Pracht erglänzenden Hauptstadt Jerusalem. Bethlehem war wegen seiner Lage besonders geeignet für die Kleinviehzucht. Die Wüste Judäa ist eine lebende Wüste. Neun Monate im Jahr findet sich dort genügend Nahrung für Schafe und Ziegen. Im Winter, während der Regenzeit, blüht die Wüste auf, und die Hügel werden von einem grünen Teppich überzogen. Die unmittelbare Umgebung von Bethlehem ist sehr fruchtbar und eignet sich gut für den Getreideanbau. Daher rührt wohl auch der tiefsinnige Name «Bethlehem», der soviel wie «Brothausen» bedeutet.